​Trotz einiger Dellen in den letzten Wochen, vor allem in den Auswärtsspielen, liegt der ​Hamburger SV in der aktuellen Spielzeit voll auf Kurs. Das Ziel: Aufstieg in die Bundesliga. Dafür wird sowohl auf dem Rasen geschwitzt, als auch fieberhaft hinter den Kulissen gearbeitet. So soll vor allem über die Einsparung bei Personalkosten Platz geschaffen werden, um im kommenden Jahr einen konkurrenzfähigen Erstligakader zusammenstellen zu können. Das betrifft auch die Lizenzspieler-Abteilung.


Zwei Namen fallen in diesem Zusammenhang immer wieder: Kyriakos Papadopoulos und Aaron Hunt. Beide stehen sie, der Grieche wohl noch etwas mehr, beinahe sinnbildlich für die Sünden der Vergangenheit. Auf ihre jeweils ganz eigene Art.


Der Grieche verdient auch in Liga zwei ein Monstergehalt (von 2,2 Millionen Euro) und belastet somit den Etat über Gebühr. Verschärfend kommt hinzu, dass er sportlich keine Rolle mehr spielt. In ihm personifiziert sich also einer der meistwiederholten Fehler des HSV in den vergangenen Jahren (oder Jahrzehnten): Zuviel Geld (Gehalt) für zu wenig sportliche Gegenleistung auszugeben. 


Mit Bobby Wood (Vertrag bis 2021, 3,5 Millionen Euro jährlich) weist der aktuelle Kader leider noch so ein Paradebeispiel negativer Art auf.


Hunt immer wieder mit Verletzungsproblemen


Aaron Hunt (mehr als eine Million pro Jahr) hingegen verdient aktuell nicht annähernd das, was der Grieche oder der US-Amerikaner einstreichen, ​macht aber aufgrund seiner ständigen Fehlzeiten aufgrund von Verletzungen (oder fiebrigen Infektionen, wie am vergangenen Freitag) immer wieder negativ von sich reden.

Aaron Hunt

Fußballerisch sicherlich einer der besten Spieler im Kader, ist bei Hunt das Problem (neben der bereits erwähnten hohen Verletzungsanfälligkeit) eher im Psychischen zu verorten. Die Fans auf den Tribünen oder vor den Bildschirmen bringt er des Öfteren mit seiner lässigen, bisweilen lethargisch wirkenden Spielweise an den Rand des Wahnsinns. Klar ist aber auch: Kaum ein zweiter Spieler in der Liga hat ein solches Auge für den tödlichen Pass. 


Sein ganzes Talent zu selten über längeren Zeitraum gezeigt


Doch dafür sind die tödlichen, in die Gasse gespielten Bälle Uwe Bein'scher Prägung leider viel zu selten von ihm zu sehen. In 110 Spielen für den HSV gelangen ihm zwölf Vorlagen (Schnitt von 10,9 %). Zum Vergleich: für den ​SV Werder Bremen gelangen ihm in 286 Spielen 50 Assists (Schnitt von 17,5 %) (Quelle: transfermarkt.de). Zudem ist Hunt mit 33 Jahren bereits in einem Alter, bei dem nicht davon ausgegangen werden kann, dass die körperlichen Malaisen in Zukunft weniger werden. 


Deshalb sollte der Verein bereits jetzt die Augen nach adäquatem Ersatz offen halten. Zumal im nächsten Jahr mit Adrian Fein wohl auch die defensive Mittelfeldzentrale Hamburg verlassen wird. Eine komplett neue Achse wird dann gesucht. Als Funktionär indes (in welcher Rolle auch immer, ob Trainer oder Scout) hat Hunt seinen Anschlussvertrag an die Profi-Laufbahn längst in der Tasche. 


Im Sommer kommenden Jahres läuft Hunts wohl letzter Profi-Vertrag als Aktiver aus. Danach soll er Stück für Stück in das Organigramm der Rothosen eingeführt werden.