Die Winterpause der Bundesliga, und somit auch eine neue Transferphase, nähert sich in großen Schritten. Schon in wenigen Wochen wird es wieder zahlreiche Spielerwechsel geben - ​Schalke 04 könnte an der einen oder anderen Stelle auch noch Verstärkung holen.


Bisher kann man auf Schalke mit der Hinrunde und den erreichten Entwicklungsschritten zufrieden sein. David Wagner hat dem Team seine Spielidee eingepflanzt, obwohl es an manchen Stellen im Kader noch nicht ganz passt. Dort darf man aufgrund starker Formkurven nicht den Überblick verlieren, vor allem was die kommende Wintertransferphase betrifft. 


Die Stürmerposition als heiß diskutiertes Thema

Benito Raman,Amine Harit

Am häufigsten wird die Stürmerposition beim S04 diskutiert. Quantitativ ist diese Rolle mit Benito Raman, Mark Uth, Guido Burgstaller, Ahmed Kutucu und Rabbi Matondo eigentlich sehr gut und breit besetzt. Das Problem, was noch immer vorherrscht: Zu wenige von ihnen brachten in den ersten 13 Spielen gute Leistungen. Während Guido Burgstaller beinahe zum personifizierten Stürmer-Tore-Problem auserkoren wurde (808 Minuten ohne Tor, trotz zahlreicher Chancen), und auch Mark Uth noch lange nicht an seine Form anknüpfen konnte, die er bei der ​TSG Hoffenheim über lange Zeit pflegte, wirkt zumindest Neuzugang Benito Raman (zuletzt vier Tore und zwei Assists in vier Spielen) deutlich befreiter. 


Matondo scheint unter David Wagner noch nicht das Potenzial für regelmäßige Einsätze zu haben. Der junge Waliser wird vor allem dann spielen, wenn man sehr hoch und mutig pressen wird - wie bereits gegen ​RB Leipzig und ​Borussia Dortmund. Ahmed Kutucu hat es bislang noch immer nicht in die Startelf geschafft. Fakt ist: Schalke braucht noch einen Stürmer, der regelmäßig und konstant trifft. Bei ohnehin nicht allzu vielen klaren Torchancen ist es tödlich, wenn ein aufgestellter Stürmer zu viele dieser Möglichkeiten vergibt. 


Sollte sich dieser Trend bis zur Winterpause nicht umkehren, müssen die Verantwortlichen - trotz zahlreicher Stürmer im Kader - noch einen weiteren Kandidaten holen, vermutlich per Leihe. ​Der Name Mariano Díaz kam über die letzten Wochen häufig auf. Ein weiterer Neuzugang dürfte vor allem für Matondo und Kutucu zum Problem werden - sie müssten sehr große Fortschritte machen, um unter Wagner dann noch zum Zuge zu kommen. 


Miranda-Leihe "umstritten"? Linksverteidiger-Position muss gesichert sein

Bastian Oczipka

Je nachdem, wie sich die Leihe von Juan Miranda entwickelt, könnte auch die Linksverteidiger-Position zu einer erneuten Baustelle werden. Vor Saisonbeginn wollte man nicht nur mit Bastian Oczipka für diese Rolle starten, sodass man mit Miranda ein junges LV-Talent vom ​FC Barcelona ausgeliehen hat. Bislang wartet der Spanier aber noch auf seine ersten Minuten für Königsblau. Barca soll mit dem ​bisherigen Verlauf der Leihe nicht zufrieden sein, Schalke behauptet das Gegenteil. Sollten die Katalanen doch tatsächlich einen Abbruch der Leihe im Winter in Erwägung ziehen - auch davon abhängig, wie die nächsten vier Spiele für Miranda laufen - muss man dringend Ersatz holen. 


Wie bereits vor der Saison wäre es unverantwortlich, wenn man nur mit Oczipka in die Rückrunde gehen würde. Der scheint zwar fit zu sein und (noch?) keine Pause zu brauchen, doch merkt man auch spielerisch immer wieder, wie er vor allem offensiv und in der Geschwindigkeit an seine Grenzen kommt. Sollte Miranda bleiben, wird man sich trotzdem um die Position kümmern müssen. Aktuell läuft Oczipkas Vertrag im Sommer 2020 aus - möglich, dass man bereits im Winter erste Vorkehrungen trifft. Robin Gosens wäre vermutlich ein weiterer Kandidat. 


Schalke braucht voraussichtlich zwei neue Rechtsverteidiger - schwieriger Abschied von Kenny

David Wagner,Jonjoe Kenny

Ähnlich steht es um die andere Seite der Verteidigung, beim Rechtsverteidiger. Mit Jonjoe Kenny konnte man einen wahren Glücksgriff landen. Der Brite ist fit, hat sich sehr schnell zurechtfinden können, ist offensiv wie defensiv eine Bereicherung und schon nach wenigen Wochen bei den Fans beliebt gewesen. Das Problem: Der 22-Jährige ist nur bis zum Saisonende ausgeliehen und eine Kaufoption gibt es nicht. So wird man allerspätestens im Sommer, besser schon im Winter, erste Maßnahmen treffen müssen. Den gebürtigen Liverpooler zu kaufen, wenn Everton für Gespräche bereit wäre, dürfte finanziell kaum möglich sein. 


Wenn Kenny geht, braucht man zwei neue Verteidiger für diese Position. ​Aus der Schalker Jugend scheint derzeit kein gelernter RV herauszustechen, sodass man auf dem Transfermarkt aktiv werden müsste. Auch hier wäre es denkbar, dass man bereits im Winter den ersten Schritt geht. Zumindest theoretisch könnte auch Daniel Caligiuri diese Position bespielen, doch auch sein Vertrag läuft zum Sommer aus und seine Formkurve der bisherigen Saison verspricht für die Zeit nach dem Sommer leider keine Steigerung mehr. 


Im Sommer wird Schalke dann vermutlich ein weiterer, großer Kraftakt bevorstehen. Amine Harit wird, sollte er nicht verlängern, vermutlich verkauft werden müssen. Kenny wird den Verein verlassen, und auch Nübel könnte gehen. Dazu laufen die Verträge von Oczipka, Caligiuri und Benjamin Stambouli aus. Auch wenn man für diese Szenarien im Winter vermutlich eher noch nicht handeln wird, bahnt sich dort viel Arbeit an.