Alle Jahre wieder ... wünscht sich jeder etwas zum Fest der Liebe. Die einen schreiben ganze Bittbriefe an den Weihnachtsmann, die anderen, die darüber schon hinaus sind, hegen zumindest im stillen Kämmerlein allerlei fromme Wünsche. Wie so ein imaginärer (und nicht ganz ernst gemeinter) Wunschzettel von Dieter Hecking aussehen könnte, zeigen wir hier.


In einem medial ruhigen Umfeld zu arbeiten 


Ja, ja, diese nervige Presse in Hamburg. Will immer alles erklärt haben und ist auch bei Tabellenführung nicht restlos überzeugt. Irgendetwas gibt es ja immer zu verbessern. 

Vor einigen Wochen hatte Hecking genau diese mediale Situation in der Hansestadt als eines der Grundübel für die jahrzehntelange Misere des Klubs ausgemacht. 

Nur genützt hat ihm diese Erkenntnis recht wenig. 


Denn angesichts der Stellung Hamburgs als Medienhauptstadt des Landes wird Hecking auch in der Zukunft damit rechnen müssen, mitunter auch vier verschiedenen Blättern erklären zu müssen, warum der HSV mal wieder hier oder dort sicher geglaubte Punkte liegen gelassen hat. 

Einen Investor hinter sich zu wissen, der nicht immer querschießt


Also die eierlegende Wollmilchsau. Potent, aber zurückhaltend - das wäre es. Potenz hatte die Liaison mit Logistik-Unternehmer Kühne auf jeden Fall. Der Mann ist immerhin mehrfacher Milliardär. Doch die Verbindung hat bislang mehr Schaden angerichtet, als Nutzen gebracht. Bester Beweis: Anno 2019 steht der HSV in der Zweiten Liga. Sicherlich auch dieser unheilvollen Beziehung zwischen Klub und seinem angeblich größtem Fan geschuldet. 

Ein Umfeld, das nach zwei Siegen nicht gleich Richtung Champions League schielt


Denn selbst in Liga zwei gedeihen die Großmannsträume der HSV-Gemeinde prächtig. Zu Zeiten der ersten Tabellenführung (Ende August), als man noch den Nimbus des Ungeschlagenen vor sich her schob, mischten sich in die lobenden Worte zwar sogleich erste Stimmen, die die Euphorie scheinbar bremsten. 

Doch diese Stimmen sprachen dann im selben Atemzug von der Schwierigkeit (um nicht zu sagen Unmöglichkeit), mit diesem Kader im Oberhaus zu bestehen. Also alles wie gehabt: der Aufstieg wurde schon wieder als so gut wie gemacht angesehen. Zwei Monate später müssen all diese Optimisten zähneknirschend erkennen: Der Weg zurück in die Bundesliga wird schon schwierig genug. Den Aufstieg also als von vornherein gegeben anzusehen, wäre von daher fatal. 


Doch gleichzeitig ist Hamburg nun mal ein traditionsreicher Fußball-Standort. Den Fans ist es nicht zu verdenken, zumindest in ihren Träumen schon mal wieder in höhere Sphären zu tauchen. Allein: Die Arbeit für die verantwortlich handelnden Personen im Volkspark macht diese Denke natürlich nicht leichter. 

Ein Stürmer, der die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt


Das kann man natürlich auf zwei Ebenen schaffen. Man kann nämlich einerseits die Erwartungen nach unten schrauben. Das wäre in einem Business wie dem Fußball aber grotesk. Man holt schließlich neue Spieler, weil man sich von ihnen einen sportlichen Mehrwert erhofft. Sonst bräuchte man ja keine neuen holen. 


Doch in Verbindung mit dem Begriff "Stürmer" wird immer wieder übertrieben und suggeriert (nicht nur beim HSV übrigens), man habe jetzt den lang gesuchten Torjäger gefunden. 

Konkret auf die aktuelle Besetzung im HSV-Sturm kann man sagen: der eine (Harnik) kam mehr als Team-Player und für das Binnenverhältnis wichtige Akteur zum HSV. Ein Mentalitätsspieler, der vor allem für gute Stimmung sorgt und mit seiner etwas unorthodoxen Spielweise Räume schafft. Getroffen hat er bislang zweimal, was weder besonders schlecht noch besonders gut ist.

Der andere (Hinterseer) sollte Lasogga ersetzen, was ihm spielerisch auch von Anfang an gelang.

Lukas Hinterseer

Zudem nahm er in den ersten Liga-Wochen mehr am HSV-Spiel teil, als sein Vorgänger. Doch auf die reine Tor-Quote bezogen, stand Lasogga zum selben Zeitpunkt des vergangenen Jahres besser da als der Österreicher. Nach 13 Spielen hatte PLM sieben Treffer erzielt (und zwei Vorlagen gegeben), dazu netzte er zweimal im Pokal. Bei Hinterseer stehen nach dreizehn Spielen vier Treffer (drei Assists) zu Buche. (Im Pokal traf er einmal). 


Das Paradebeispiel frustrierter Erwartungen hat Bobby Wood gegeben. 

Wobei man den Verein da auch nicht ganz von Schuld freisprechen darf. Als dem US-Amerikaner in der Zweitliga-Saison 2015/16 starke 17 Treffer (plus 3 Vorlagen) in 31 Spielen gelangen, waren noch ganz andere Kaliber an ihm dran als nur der HSV. Die Hamburger machten jedenfalls das Rennen und wähnten sich nach den ersten beiden Spielen der Spielzeit 2016/17 auf der richtigen Seite: zwei Spiele - zwei Tore. Dumm nur, dass der Angreifer diesen in den restlichen Spielen bis Saisonende nur noch drei weitere folgen ließ. Und trotzdem schien man in Wood damals etwas zu sehen, was bis heute nicht zum Vorschein getreten ist. Nur so ist die vorzeitige Vertragsverlängerung (zu deftig gestiegenen Bezügen, unter denen der HSV-Schatzmeister bis heute stöhnt) zu erklären. 


Die Abstiegssaison 2017/18 - mit Wood als einem der Großverdiener - geriet dann noch verkorkster (2 Tore in 24 Spielen) als die vorherige Spielzeit, weswegen er erstmal nach Hannover verliehen wurde. Doch auch nach seiner Rückkehr in diesem Jahr konnte Wood nie an seine Berliner Zeit anknüpfen. Seine Darbietungen in den letzten Spielen lassen für die Zukunft kaum Besserung erwarten.


Dieters Weihnachts-Wunschliste: