​Der ​VfB Stuttgart konnte am Sonntag den vorangegangen Patzer des Hamburger SV nicht ausnutzen und handelte sich ebenfalls eine Niederlage ein. Nach der ​1:2-Pleite beim SV Sandhausen zeigen sich erste leichte Risse im bislang so kameradschaftlichen Verhältnis zwischen Sportdirektor Sven Mislintat und Tim Walter. Mit Jan Siewert wird nun sogar bereits ein potenzieller Nachfolger für den Cheftrainer ins Spiel gebracht.


Bei der nun dritten Auswärtsniederlage in Folge wiederholten die Stuttgarter am Wochenende ihre altbekannten Unzulänglichkeiten und wurden in der Anfangsphase bei zwei eigentlich leicht zu verteidigenden Eckbällen komplett düpiert. In der Folge spielte die Walter-Elf zwar gewohnt dominant. Ein unwillkommenes Deja-vu lösten die Schwaben aber durch ihre Schludrigkeit in der Offensive aus. Dass Mario Gomez dabei gleich drei Abseitstore erzielte, passte in das unglückliche Gesamtbild der Stuttgarter.


Mislintat erhebt zum ersten Mal die Stimme


Wie bei jedem Klub und vor allem einem Traditionsverein wie dem VfB (mit der klaren Mission "sofortiger Wiederaufstieg"), kommt eine Ergebniskrise - Schönspielerei hin oder her - alles andere als gut an. Der Welpenschutz, hinter dem sich die Mannschaft nach der tiefgreifenden Kaderumstrukturierung im vergangenen Sommer ​bislang verstecken konnte, scheint nun endgültig aufgebraucht zu sein.

Tim Walter

Keineswegs unüberlegt hat sich ​Sportdirektor Sven Mislintat daher gegenüber dem kicker über die Herangehensweise der Stuttgarter ausgelassen und dabei leichte Meinungsverschiedenheiten mit Walter angedeutet: "Es gibt unterschiedliche Ansichten zum Spiel, was die Dominanz angeht. Wir können nicht nur immer davon reden, viel den Ball zu haben, sondern wir müssen auch die nötigen Ergebnisse erzielen. Da müssen wir ansetzen."


Bringt sich Siewert bereits in Stellung?


Noch haut Mislintat mit seinen Worten nicht wirklich kräftig auf den Tisch, eine Stoßrichtung in Richtung des Trainers ist aber nicht zu verleugnen. Tim Walter täte also gut daran, möglichst früh deutlich mehr Effektivität aus seinen Schützlingen herauszukitzeln, schließlich fordert Mislintat klipp und klar einen Killerinstinkt der Mannschaft ein: "Die Liga ist extrem ausgeglichen. Der HSV hat auch in Osnabrück verloren. Das können also nicht nur wir. Wir bekommen weiter unsere Chancen - aber die nächsten möchte ich nutzen."


Die letzten drei Trainerstationen von Jan Siewert

Verein​Amtszeit​
​VfL Bochum U19​01.07.2016 - 30.06.2017
​Borussia Dortmund II​01.07.2017 - 20.01.2019
​Huddersfield Town​21.01.2019 - 16.08.2019

Beim letzen Heimspiel gegen den KSC wurde auf den Tribünen der Stuttgarter bereits ein potenzieller Thronerbe entdeckt. Die Rede ist dabei von Jan Siewert. Der 37-Jährige ist ein alter Weggefährte von Mislintat aus gemeinsamen BVB-Zeiten und steht nach seiner Entlassung beim Premier-League-Absteiger Huddersfield Town seit Mitte August ohne Verein da.


Bislang handelt es sich bei jeglicher vermeintlicher Verbindung zum VfB aber um reine Spekulation. Wirklich naheliegend wäre Siewert als potenzieller Nachfolger von Walter schon allein wegen seiner kaum vorhandenen Erfahrung nicht. Ohnehin erscheint eine Trennung von Walter aktuell noch ziemlich unwahrscheinlich, schließlich hatte sich auch Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger sehr für den eingeschlagenen Weg unter dem Ex-Kieler ausgesprochen - durch eine Entlassung würde auch seine eigene Urteilsfindung in Frage gestellt werden.