​So schnell geht es manchmal im Fußball. Bis vor Kurzem stand eigentlich außer Frage, dass sich die Wege vom ​FC Barcelona und ​Ivan Rakitic in diesem Winter trennen würden. Zweieinhalb Spiele später sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. 


Man habe ihm den Ball geklaut, hatte Rakitic jüngst und publikumswirksam im Fernseh-Programm Universo Valdano geklagt. Was so unschuldig-lyrisch verpackt daherkam, war nichts anderes als der blanke Frust darüber, den Stammplatz im Team des FC Barcelona anno 2019 verloren zu haben. 


Er, der in den letzten fünf Jahren eigentlich immer mit von der Partie war. Er, der vor eineinhalb Jahren entscheidenden Anteil am sensationellen Vize-Weltmeistertitel Kroatiens hatte. Er sollte nun also nicht mehr gut genug für dieses Barça sein? Nicht nur bei Rakitic selbst runzelten sich da die Stirnfalten. ​Und so manch einer der Konkurrenten (Atlético Madrid) rieb sich schon in freudiger Erwartung die Hände.


Die Wende nach dem Spiel in Leganés


Doch plötzlich ist wieder alles anders. Ein Spiel in Leganés (beim dortigen Tabellenschlusslicht der ​Primera División), in dem der FC Barcelona über eine Stunde lang richtig alt aussah und die sensationelle Führung des Tabellenletzten nur über zwei Standard-Tore zu beantworten wusste, gab der Causa Rakitic eine neue Dynamik. Mit seiner Hereinnahme (für den blassen Busquets) ordnete sich das Spiel der azulgrana


Valverde nahm Notiz - und ließ den Kroaten dann auch gleich in der folgenden Champions-League-Partie gegen Borussia Dortmund im Team. Und weil auch da eigentlich alles nach Plan lief, und Valverde somit keinen Grund hatte, gegen Atlético Madrid erneut umzustellen, kam Rakitic gegen den Vize-Meister zu seinem dritten Einsatz in den letzten drei Spielen.


Viele Minuten also für einen gerade eben noch Ausrangierten. Und weil alle diese Spiele letztendlich erfolgreich bewältigt wurden (​in Madrid war es wieder einmal Lionel Messi, der kurz vor Schluss den Dreier sicherstellte), hat sich die Perspektive für Ivan Rakitic binnen kürzester Zeit um 180 Grad gedreht. Ob dahingehend, dass sogar sein bis 2021 laufender Vertrag noch einmal verlängert wird, bleibt abzuwarten. 


Ein paar Argumente pro Verbleib in Barcelona dürfte der Kroate zuletzt auf jeden Fall gesammelt haben.