​Der ein oder andere mag sich noch an die Hammersaison von Leon Bailey erinnern. 2017/18 sorgte der junge Jamaikaner im Trikot von ​Bayer 04 Leverkusen für Furore, als er eigenständig ganze Partien entschied und Dreh- und Angelpunkt der Bayer-Offensive war. Im Anschluss an die Saison wurde es wieder etwas ruhiger um Bailey - bis jetzt?


Bis gestern war die Saison für Bailey etwas ernüchternd. Nur auf acht Saisoneinsätze kam der 22-Jährige in allen Wettbewerben (zwei Tore, keine Vorlagen), fiel dazu längere Zeit verletzt aus und fing sich eine unnötige rote Karte im Spiel gegen Borussia Mönchengladbachs ein. Sportlich gesehen liefen ihm Karim Bellarabi, Nadiem Amiri und zuletzt auch Moussa Diaby den Rang ab. Selbst als sich Bailey nach überstandener Verletzung wieder fit zeigte, saß er auf der Bank und überzeugte auf dem Platz nur wenig. So stand Bailey beim 2:0 Auswärtssieg gegen Lok Moskau in der ​Champions League vergangene Woche zwar von Anfang an auf dem Platz, war allerdings kein Faktor im Spiel (kicker-Note 5).


Gegen FCB erster Startelfeinsatz in der Liga seit Ende August


Daher überraschte es schon etwas, als Bayer 04-Trainer Peter Bosz im wichtigen wie auch schwierigen Spiel gegen ​Bayern München auf Bailey setzte. Der formstarke Bellarabi musste dafür auf die Bank. Und Bailey? Der rechtfertigte seine Aufstellung prompt, netzte in der Allianz Arena zweimal eiskalt ein und war ein wesentliche Faktor für den ​überraschenden Auswärtserfolg der Werkself.


Da ist er also wieder, der Leon Bailey, und wie! Gegen München zeigte der sechsmalige Nationalspieler endlich wieder sein spielerisches Können. Unfassbar schnell, mit guten Laufwegen und einer feinen Schusstechnik sorgte er für die entscheidenen Momente in Leverkusens Offensive. Nicht umsonst wurde er von den Leverkusener Fans im Anschluss an die Partie zum "Man-of-the-Match" ernannt.



Trainer Bosz wird es freuen, nicht nur lohnte sich das kalkulierte Risiko, auch bekommt der Niederländer mit einem formstarken Bailey eine weitere gnadenlose Option für die Offensive. Bailey harmonierte prächtig mit Diaby, Amiri und auch Kevin Volland. Letztgenannter bereitete seine beiden Treffer vor.


Bewerbung für weitere Einsätze - gute Erinnerungen an Schalke


Bailey wird nun auf weitere Einsätze pochen und gleichzeitig motiviert sein, seine Form zu halten, schließlich peilt der flexible Offensivspieler eine große internationale Karriere an. Nachdem er vor zwei Jahren bereits sehr gute Ansätze seines Könnens zeigte, sackte die Form Baileys allerdings dauerhaft ab.


Neben absehbaren Formschwankungen - schließlich ist Bailey mit 22 Jahren noch immer mehr ein Talent als ein ausgewachsener Fußballspieler - mag dies auch seiner ab und an eher schludrigen Einstellung geschuldet sein. Zudem war Bailey lange Zeit trotz schlechter Phasen sicherer Stammspieler und musste nur wenig um seinen Platz kämpfen. Inzwischen ist der Konkurrenzkampf allerdings wieder hoch, gerade Diaby erhöht den Druck auf die etablierten Kräfte. Bailey muss sich anstrengen.


Dass er es noch kann, zeigte er gegen München mit Bravour. Wahrscheinlich wird Bailey auch am kommenden Spieltag gegen ​Schalke 04 in der Startelf stehen. Gegen die Knappen erzielte er Ende September 2017 seinen ersten Bundesligatreffer. Die Motivation wird groß sein, gegen S04 noch weitere Treffer draufzulegen.