​Beim knappen Sieg über Hertha BSC hat sich Dan-Axel Zagadou für höhere Aufgaben empfohlen. Resolut stemmte sich der Franzose gegen die Berliner Offensive, sodass Sportdirektor Michael Zorc in der Mixed-Zone ein Sonderlob verteilte. 


Für ​Borussia Dortmund zählte am Samstagnachmittag nur ein Sieg. Im Olympiastadion bewies die Mannschaft samt ihres angeschlagenen Trainers Kampfgeist, und durfte nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski tief durchatmen. Nach der frühen Führung durch Jadon Sancho (15.) und Thorgan Hazard (17.) drohte die Partie noch vor der Pause zu kippen, doch sowohl das Anschlusstor von Vladimir Darida (34.) als auch die Gelb-Rote Karte gegen Mats Hummels kurz vor der Halbzeitpause änderten nichts am sechsten Bundesliga-Sieg in dieser Saison.


Wie ernst die Lage war, wurde im zweiten Durchgang ersichtlich. Dortmund, das in einer 3-5-2-Formation begann, stellte auf ein 4-4-1 mit Dan-Axel Zagadou und Manuel Akanji in der Innenverteidigung um. Die beiden Viererketten bildeten einen kompakten Abwehrblock, an dem sich die Hertha - abgesehen von Selkes annuliertem Abseitstor in Minute 48 - die Zähne ausbiss. Jürgen Klinsmann, der die Alte Dame bis zum Ende der laufenden Saison betreuen wird, hätte sich wohl ein erfolgreicheres Debüt gewünscht, doch mangelndes Tempo und zahlreiche Ungenauigkeiten im Passspiel sorgten für einen insgesamt harmlosen Auftritt in den zweiten 45 Minuten.


Zagadou: Dortmunds Fels in der Brandung


Und selbst wenn es mal brenzlig wurde, war kein Durchkommen. Allen voran Zagadou, der wettbewerbsübergreifend seinen zweiten Startelfeinsatz feierte, wusste seinen Körper geschickt einzusetzen und behielt in vielen Situationen die Oberhand. Laut Whoscored gewann der 20-Jährige vier seiner fünf Kopfballduelle, setzte sich in drei von vier direkten Duellen am Boden durch und klärte insgesamt fünf Berliner Angriffe. Wie schon im Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach stach Zagadou besonders heraus, wurde in einer Umfrage der Ruhr Nachrichten mit großem Abstand zum Spieler des Spiels gekürt und erhielt von Michael Zorc ein großes Lob.


"Dan-Axel hat ein tolles Spiel gemacht", freute sich der Sportdirektor laut kicker in der Mixed-Zone. "Er hat das hervorragend gemacht - wie schon gegen Mönchengladbach." Zagadou sei gemacht für Spiele "gegen die großen Kanten", wie sie die Berliner Hertha besitzt. Auch Mannschaftskollege Julian Brandt befand: "Zaga hat sich körperlich richtig dagegengestemmt."


Erste Alternative für Hummels


Der aufgrund seiner individuellen Fehler in Ungnade gefallene Innenverteidiger präsentiert sich im Vergleich zur vergangenen Saison beinahe wie verwandelt. Gänzlich fehlerfrei spielt Zagadou zwar nicht, doch es ist eine klare Weiterentwicklung zu erkennen. Da Hummels im kommenden Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gesperrt fehlt, besitzt er sehr gute Chancen auf den zweiten Startelfeinsatz in Folge. Die Aussicht auf einen Stammplatz ist dennoch gering, da der Abwehrchef auf der Position des linken Innenverteidigers gesetzt ist. Sollte Hummels wie am kommenden Wochenende fehlen, steht mit Zagadou allerdings eine hochkarätige Alternative bereit.