Es gibt viele Worte, um ​Cristiano Ronaldo zu beschreiben. Alles in allem ist der 34-Jährige ein Phänomen, das sich in den vergangenen Jahren zu einer waschechten Tormaschine entwickelt hat. Fleiß und Ehrgeiz treiben ihn in wichtigen Spielen zur Höchstform an, seit vielen Jahren diskutieren Fans auf der ganzen Welt, ob er im Vergleich mit Lionel Messi der bessere Spieler ist. Im All-Decade-Ranking belegt Cristiano Ronaldo Platz zwei.


Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro wurde am fünften Februar 1985 in Funchal, der Hauptstadt der portugiesischen Insel Madeira, geboren. Seine Mutter war Köchin in einem Restaurant, sein Vater städtischer Gärtner - ihr Sohn ist heute einer der beiden größten Fußballer des 21. Jahrhunderts. Nach Legenden wie Ferenc Puskas, Johan Cruyff, Franz Beckenbauer, Alfredo Di Stefano, Pele oder Diego Maradona dreht sich die Fußballwelt heute um Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.


Ronaldo erlernt das Fußballspielen im Alter von drei Jahren bei CF Andorinha - dem Klub, in dem sein Vater als Zeugwart tätig war. Über Nacional Funchal landet er beim 18-fachen portugiesischen Meister Sporting Lissabon, und die Karriere nimmt langsam Fahrt auf. Nach fünf Jahren im Nachwuchsbereich erhält Ronaldo 2002 seinen ersten Profi-Vertrag, im Alter von 17 Jahren debütiert er am 14. August 2002 im Qualifikationsspiel für die Champions League gegen Inter Mailand. Ein Tor gelang ihm nicht, ohnehin sollte er nur fünfmal für Sporting treffen - doch ​Manchester United wurde längst auf den Flügelspieler aufmerksam und verpflichtete ihn ein Jahr später für 19 Millionen Euro.


Bei den Red Devils verbringt Ronaldo viele Jahre unter Sir Alex Ferguson. Der Schotte, der von November 1986 bis Mai 2013 in insgesamt 1.251 Spielen für United verantwortlich war, erinnerte sich vor einigen Jahren an einen ehrgeizigen, verbissenen, jungen Spieler zurück, der Tag für Tag besser werden wollte (zitiert via Eurosport): "Ständig trainierte er zusätzlich seine Schusstechnik, mit rechts, links, sein Kopfballspiel, seine Sprungkraft. Er ließ sich täglich pflegen, achtete bereits als junger Spieler extrem auf seinen Körper."


Tormaschine Ronaldo


Doch das Toreschießen, das Ronaldo bei ​Real Madrid zu seiner Spezialität machen sollte, fällt ihm anfangs schwer. In seiner ersten Saison erzielt er sechs Pflichtspieltore, im Jahr darauf neun, danach zwölf. Erst nach der Weltmeisterschaft 2006, in der er mit Portugal den vierten Platz feiert, gelingt der endgültige Durchbruch: In der Premier League erzielt Ronaldo 17 Tore, liefert zudem 15 Vorlagen. Auf der rechten Außenbahn ist er kaum zu stoppen, trifft mit links, rechts, per Kopf und per Freistoß.


Bei Standards macht er mit einer einzigartigen und ungewöhnlichen Technik auf sich aufmerksam. Ronaldo legt sich den Ball zurecht, geht einige Schritte zurück, spreizt die Beine und atmet mehrmals tief durch. Sein Anlauf dient aber nicht der Selbstdarstellung, viel mehr ist es ein Produkt seiner Perfektion. 


In der Folgesaison gelingen ihm in allen Wettbewerben 42 Tore, allein in der Premier League trifft Ronaldo 31 Mal. Neben der zweiten von drei Meisterschaften kommt er auch erstmals in den Genuss, den Champions-League-Pokal in den Händen zu halten: In einem dramatischen Finale gegen den FC Chelsea setzt sich United im Elfmeterschießen durch. Zudem wird Ronaldo 2008 von der UEFA zu Europas Spieler des Jahres gekürt, wenige Monate später erhält er erstmals die Auszeichnung zum Weltfußballer des Jahres.


Rekord-Wechsel nach Madrid


Nur ein Jahr später zieht er weiter zu Real Madrid, die Königlichen überwiesen die damalige Rekordsumme von 94 Millionen Euro. In der spanischen Landeshauptstadt füllt Ronaldo die Stadien, denn von nun an war er der Hauptdarsteller im Estadio Santiago Bernabeu. Woche für Woche fällt mindestens ein Tor, in drei von neun Spielzeiten trifft er in der Primera Division mehr als 40 Mal. Doch neben 311 Toren in 292 Ligaspielen wird Ronaldo für seine Tore in der Champions League verehrt - dem Wettbewerb, der ihn zu Höchstleistungen treibt.


In der Königsklasse ist er mit 127 Toren auf Platz eins der ewigen Rekordtorschützenliste, in der Saison 2013/14 stellte er mit 17 Toren den Rekord für die meisten Tore innerhalb einer Saison auf. Von 2011 bis 2018 trifft er stets zweistellig, kein Wunder, dass Real 2014 'La Decima', den langersehnten zehnten Triumph in der Königsklasse, feiert. 2016, 2017 und 2018 folgen drei weitere Titel, insgesamt gewinnt Ronaldo fünfmal die Champions League - und wird fünfmal zum Weltfußballer des Jahres gekürt.


Der große Wurf mit Portugal


Seinen wohl größten Titel feiert er aber im Dress der Nationalmannschaft: Portugal gewinnt überraschend die Europameisterschaft 2016, setzt sich im Finale überraschend gegen Frankreich durch. Ronaldo muss nach nur 25 Minuten ausgewechselt werden, doch auf der Bank lebt er das Spiel weiter mit. Immer wieder gibt er in der Coachingzone Anweisungen, spricht mit seinen Mannschaftskollegen - und darf am Ende den Pokal in den Nachthimmel stemmen.

Cristiano Ronaldo,Nani

Unter Tränen musste Ronaldo vom Feld - doch auch ohne ihn feierte die portugiesische Nationalmannschaft einen 1:0-Sieg über Frankreich.


Mittlerweile spielt Ronaldo für ​Juventus Turin, vor einem Jahr verpflichtete ihn die Alte Dame für 117 Millionen Euro. Seit einigen Wochen stagnieren seine Leistungen, anders als noch in Madrid erzielt er für Juve nicht allzu viele Tore. "Vielleicht höre ich schon nächstes Jahr auf", sagte er im August überraschend beim Sender TVI (via ​Goal). Doch an ein Karriereende verschwendet er noch keinen Gedanken: "Vielleicht spiele ich aber auch bis ich 40 oder gar 41 bin. Ich weiß es wirklich nicht. Ich will einfach das Hier und Jetzt genießen." 


So oder so: Sobald Ronaldo die Fußballschuhe an den Nagel hängt, wird er auf dem Platz fehlen.


Die 20 besten Spieler des Jahrzehnts: Das große 90min-Ranking


Platz 20: Giorgio Chiellini - der unzerstörbare Turm von Juventus Turin

Platz 19: Luka Modric - der unauffällige Edeltechniker

Platz 18: Philipp Lahm - der "perfekte Spieler" für Pep Guardiola

Platz 17: Gianluigi Buffon - die unsterbliche Legende

Platz 16: Kevin De Bruyne - das belgische Genie

Platz 15: Franck Ribéry - als Bayern endlich wieder einen König hatte

Platz 14: Thomas Müller - das letzte echte Eigengewächs des FC Bayern

Platz 13: Eden Hazard - unbezwingbar und effizient

Platz 12: Xavi - das personifizierte Kurzpassspiel

Platz 11: Neymar - das Ausnahmetalent mit vielen Makeln

Platz 10: Arjen Robben - der Mann für die entscheidenden Momente

Platz 9: Bastian Schweinsteiger - Fußballgott mit Kämpferherz

Platz 8: David Silva - der Lieblingsspieler von Frank Lampard

Platz 7: Zlatan Ibrahimovic - der Fußballgott persönlich

Platz 6: Manuel Neuer - der Anführer einer neuen Torhüter-Generation

Platz 5: Sergio Ramos - der Anführer von Real Madrid

Platz 4: Robert Lewandowski - der kompletteste Stürmer der Welt

Platz 3: ​Andres Iniesta - der Zauberer