​Zynisch könnte man ja sagen, dass ​Romelu Lukaku (und so viele andere auch) sich allmählich daran gewöhnt haben müsste. Aber wir sind halt keine Zyniker. Sondern haben - wie die Opfer selbst - mittlerweile die Schnauze bis oben hin voll von Leuten, die sich anlässlich eines Fußballspiels tumbesten Rassismen hingeben. 


Jetzt also Prag. Vorher war es Cagliari. Und davor wieder andere Schauplätze in Italien oder anderswo auf der Welt. 


Lukaku nicht das erste Mal Opfer von rassistischer Hetze


Wo immer Romelu Lukaku, Star-Stürmer von ​Inter Mailand, in letzter Zeit auftaucht, kriechen irgendwelche Ratten aus kloakigen Denkgewölben hervor und meinen ihre menschenverachtende Ideologie lauthals an den Mann bringen zu müssen. 


Leider widerfährt das nicht nur dem belgischen Sturmtank, sondern vielen anderen Spielern, in vielen europäischen Ligen (auch der unsrigen), die lediglich eine andere Pigmentierung ihrer Haut aufweisen als die Mehrheit der Fans, vor denen sie jede Woche spielen. 


Wie sportbuzzer.de, unter Berufung auf die spanische Marca, berichtet, hat der jüngste Vorfall beim ​Champions-League-Spiel zwischen Slavia Prag und Inter Mailand stattgefunden. Der Wortlaut der Schmähungen eines Teils der Slavia-Fans gegenüber Lukaku wurde zwar nicht bekannt, aber das ist auch gar nicht nötig. 


Vielleicht waren es auch mal wieder diese unsäglichen Affen-Laute, mit denen diese Hirnverbrannten gerne ihre Opfer beleidigen. Dabei stammen wir ja alle vom Affen ab. Bei einigen habe ich aber erhebliche Zweifel, ob der Schritt zum homo sapiens (wortwörtlich: "Vernünftiger Mensch") jemals wirklich vollzogen wurde. Die besagte Gruppe Prager Fans gehört auf jeden Fall dazu. 


Italiens Fußball zu oft in einschlägigen Schlagzeilen


Zuletzt hatte Lukaku in Italien angedroht, nach erneuten Ausfälligkeiten dieser Art einfach das Spielfeld zu verlassen. Solidarisch mit ihm hatte sich auch Carlo Ancelotti geäußert, und angekündigt seine SSC Napoli beim nächsten Vorfall geschlossen vom Rasen zu holen. 

Doch bislang ändert sich nichts. Oder nur sehr, sehr langsam. 


Auch wenn im Hintergrund mittlerweile viele Vereine, auch in Italien, an der Wurzel des Übels, sprich bei den Jugendlichen, arbeiten und durch unterschiedlichste Projekte versuchen, ein Bewusstsein innerhalb der Gesellschaft dafür zu schärfen, dass kein Mensch von sich aus und nur aufgrund seiner Hautfarbe, Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung minderwertiger als andere ist. Doch bis das bei den letzten angekommen sein wird, wird wohl leider noch eine ganze Zeit vergehen.