​Nach vier Niederlagen in fünf Pflichtspielen konnte der ​VfB Stuttgart ausgerechnet im ​Derby gegen den Karlsruher SC am vergangenen Wochenende endlich wieder einen ​souveränen 3:0-Heimsieg einfahren. Kapitän Marc Oliver Kempf sorgte mit einer völlig unnötigen roten Karte in den Schlussminuten dabei jedoch für einen echten Wermutstropfen. Der folgerichtig mittlerweile bereits gesperrte Spielführer zeigte sich nun zumindest reumütig.


Dass bei einem Derby die Gemüter ab und an hochkochen, ist wohl eine der ältesten Binsenweisheiten des Fußballs. Insbesondere von arrivierten Kräften wie dem 24-Jährigen ist aber gerade bei solchen Aufeinandertreffen ein kühler Kopf gefragt. Doch während sich viele Fans vor und während der Partie eher Sorgen um ihren Heißsporn Santiago Ascacibar machten - der in der Vergangenheit immer mal wieder für eine Torheit gut gewesen war - gingen ausgerechnet bei Kempf in der 87. Spielminute die Gäule durch.


Kempf von allen guten Geistern verlassen


Beim Stand von 3:0 für die Schwaben war den Stuttgarter eigentlich längst nur nach Feiern zumute, als Kempf plötzlich mit ausgestreckten Beinen über den Platz flog und KSC-Profi Chrstoph Kobald von den Beinen fegte. Kempfs Gegenspieler konnte dabei noch von Glück reden, dass er nicht voll getroffen wurde und somit vor einer schlimmen Verletzung verschont blieb.


Da Kempf mit seinem üblen Einsteigen aber so ziemlich alles in Kauf genommen hatte, blieb dem Unparteiischen Tobias Stieler keine andere Wahl, als den VfB-Leader mit Rot vom Platz zu stellen. Am Dienstag erfolgte dann der Richterspruch seitens des DFB: Wegen rohem Spiel gegen den Gegner ​muss Kempf für drei Spiele pausieren.


Kempf zeigt Reue - und will gestärkt zurückkommen


In einem Interview mit der BILD hat sich der Übeltäter nun zu seinem Totalausfall geäußert und sich bei der ganzen VfB-Familie für den erwiesenen Bärendienst entschuldigt: "Ich will als Kapitän immer vorangehen und habe in dieser Situation leider falsch gehandelt." Da Kempf auch abseits des Rasens als absoluter Führungsspieler der Schwaben gilt, will er dieser Rolle nun auch ohne Spielerlaubnis so gut es geht gerecht werden und die "Jungs unterstützen, wo ich nur kann​".


Das Spielerprofil von Marc Oliver Kempf:

Position​​IV
​Alter​24
​Marktwert​6 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2022
​VfB-Spiele​38
​VfB-Torbeteiligungen​6


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Auch im Training verspricht Kempf weiter Vollgas zu geben und so seinen Teil dazu beizutragen, dass der Tradionsverein sein "großes Ziel" - sprich den direkten Wiederaufstieg - erreichen kann. Der Ausfall von Kempf wiegt dabei mit Sicherheit schwer, zeigte sich die VfB-Defensive allgemein im bisherigen Saisonverlauf doch als nicht gerade sattelfest.


So mancher kritischer Beobachter im Ländle, erhofft sich von der Zwangspause aber auch eine Art Wachrütteln für Kempf selbst. So hatte sich der ehemalige Freiburger bereits vor seinem Blackout in der Schlussphase gegen den KSC mit einem kaum erklärbaren Fehlpass nicht auf der Höhe präsentiert und konnte sich bei den schludrig agierenden KSC-Angreifern bedanken, dass er nicht bereits kurz nach dem Halbzeitpfiff zum Buhmann des Nachmittags geworden war.