Beim 1:1 zwischen Manchester City und Schachtar Donezk traf ein Spieler für Schachtar, der eigentlich bei City unter Vertrag stehen sollte. Dass Manor Solomon vor über einem Jahr trotz eines Angebotes nicht zum englischen Meister gewechselt ist, hängt laut einem Bericht des israelischen TV-Senders Sport5 mit dem ​VfB Stuttgart zusammen.


Schachtar Donezk hat ein Auge für Fußballtalente, besonders für brasilianische. Allein die fünf teuersten Abgänge der Klubgeschichte stammen vom Zuckerhut, im aktuellen Kader befinden sich zwölf Brasilianer. Zwei von ihnen - die beiden Offensivspieler Marlos und Júnior Moraes - besitzen sogar die ukrainische Staatsbürgerschaft. Ab und zu wird der Klub jedoch auch auf ein Fußballtalent aus einem anderen Land aufmerksam, wie im Fall von Manor Solomon.


Der 20-Jährige spielte viele Jahre lang beim israelischen Erstligisten Maccabi Petah Tikva, ist im Angriff variabel einsetzbar und zog im Sommer 2018 angeblich das Interesse von Manchester City auf sich. Die Skyblues wollten Solomor demnach entgegen einer Ablösesumme von umgerechnet etwa 3,5 Millionen Euro unter Vertrag nehmen und beim VfB Stuttgart zwischenparken, der den siebenfachen israelischen A-Nationalspieler entweder leihen oder mit einer im Vertrag enthaltenen Rückkauf-Klausel fest verpflichten sollte.


Stuttgart lehnte Solomon ab 


Der damalige Sport-Vorstand Michael Reschke soll sogar nach Israel geflogen sein, um Solomor beim Spiel zwischen Maccabi Petah Tikva und Ihud Bnei Sachnin zu beobachten. Zum Nachteil von City soll Reschke jedoch vom Liga-Niveau enttäuscht gewesen sein und das Risiko für einen Transfer als zu groß eingestuft haben, woraufhin der Deal offenbar scheiterte.


Ein halbes Jahr später schlug Schachtar Donezk zu und verpflichtete Solomon für sechs Millionen Euro. Trainer Luís Castro integrierte ihn behutsam in die Mannschaft, auch in dieser Saison kommt er noch überwiegend als Joker zum Einsatz - so, wie am Dienstagabend. Im Etihad Stadium, der Spielstätte von City, wurde Solomor in der 65. Minute für den ehemaligen Schalker Yevhen Konoplyanka eingewechselt. Nur vier Minuten später traf der 20-Jährige zum 1:1 und erzielte sein zweites Tor in der ​Champions League. Wenn der VfB nicht Abstand von einem Transfer genommen hätte, hätte Solomor womöglich auf der anderen Seite ein Tor erzielt...