​Beim ​FC Augsburg kehrt in dieser Saison keine Ruhe ein. Immer wieder wenden sich Spieler aus den eigenen Reihen mit ihrem Frust an die Öffentlichkeit und bringen mit ihren Aussagen Schwung in die eigenen Reihen. Obwohl die Fuggerstädter am Wochenende einen überzeugenden 4:0-Sieg über ​Hertha BSC verzeichnen konnten und es so schien, als wäre die Welt wieder in Ordnung, setzte Jeffrey Gouweleeuw einen drauf, stellte seine eigenen Ansprüche klar und kritisierte den Trainer und die Verantwortlichen scharf. 


Bei dem in den letzten Jahren eher ruhigen bayrischen Verein kommt ​seit einiger Zeit eine Schlagzeile nach der anderen. Sei es wegen der Unzufriedenheit von Außenverteidiger Philipp Max, der gerne den Verein gewechselt hätte, oder Michael Gregoritsch, der im Moment kaum eine Rolle spielt, seinen Ärger über die Situation deutlich formuliert und auch im Sommer gerne den Verein gewechselt hätte. Damals scheiterte allerdings ​Werder Bremen mit einem Angebot für den Stürmer, der laut verschiedenen Medienberichten für den Winter an der Weser erneut auf dem Zettel stehen soll; mittlerweile ein Missverständnis, das wohl auch die Augsburger beenden wollen. Auf der anderen Seite soll der 25-Jährige den Verein auch nicht unter Wert verlassen. 


Jetzt meldete sich auch der lange verletzte Niederländer Jeffrey Gouweleeuw zu Wort und kritisierte vor allem Trainer Martin Schmidt gegenüber der Bild scharf: "Meiner Meinung nach hat es zu lange gedauert. Ich bin schon lange im Training, ich hätte schon vor drei, vier Wochen spielen können. Der Verein wusste genau, wo ich herkomme. Deshalb finde ich auch, dass es zu lange gedauert hat, bis der Trainer mit mir gesprochen hat. Erst letzte Woche ist er auf mich zugekommen."


Der 28-Jährige war mit Leistenproblemen seit Ende der letzten Saison ausgefallen und feierte gegen den Hauptstadtklub sein Comeback in der Startelf. Erst im letzten Jahr hatte er seinen Vertrag bei den Fuggerstädtern bis 2024 verlängert. 


FC Augsburg: Gouweleeuw mit klarer Anspruchshaltung 


Für sich selbst formulierte der 28-Jährige die Erwartung, ein wichtiger Faktor in den Planungen seines Trainers zu sein: "​Ich habe gegen Hertha gezeigt, warum ich spielen will. Ich finde auch, dass ich immer spielen muss." Auch nach einem so wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg schafft es der FC Augsburg nicht, dass Ruhe einkehrt. ​Nachdem schon Gregoritsch wegen seinen Äußerungen in der Länderspielpause vorübergehend suspendiert wurde, muss sich Manager Stefan Reuter also schon wieder wegen einer öffentlichen Äußerungen seitens eines eigenen Spielers rechtfertigen. 


Der 53-Jährige zeigt gegenüber der Bild Verständnis für den Innenverteidiger: "Ich habe das selbst auch erlebt. Ich hatte mich topfit gefühlt nach einer längeren Verletzungspause. Damals war Matthias Sammer mein Trainer, der sagte: 'Das ist schön, wenn du dich gut fühlst. Ich sehe es auch, aber dass du dann das Stehvermögen hast und über 90 Minuten gehen kannst, dafür brauchst du die ein oder andere Trainingswoche mehr.'" Diese Meinung scheint der niederländische Innenverteidiger jedoch nicht zu vertreten. Vielmehr hätte er von der Seite des Vereins eine Erklärung oder ein Entgegenkommen erwartet. 


Ohne Frage herrscht derzeit eine große Eigendynamik bei den Fuggerstädtern, verbunden mit viel Arbeit für Reuter und Schmidt. Den Augsburgern wäre geraten, wieder einen ruhigen und sauberen Kader auf die Beine zu stellen, um die wachsende Unzufriedenheit und Unruhe im Kader zu zügeln, sodass wieder alle an einem Strang ziehen. Möglicherweise wäre Reuter doch besser damit geraten, Spieler wie Gregoritsch oder Max für entsprechende Ablösesummen ziehen zu lassen und dafür Ersatz zu verpflichten, die sich mit dem Projekt der Truppe von Schmidt gänzlich identifizieren können.