​Am zwölften Spieltag musste ​Borussia Mönchengladbach im Stadion an der Alten Försterei gegen Aufsteiger ​Union Berlin die dritte Niederlage in der Bundesliga hinnehmen. Der Vorsprung auf die Verfolger aus Leipzig und München schmolz damit auf nur noch einen Punkt. Gegen den physisch starken Gegner scheiterte die Fohlenelf am Ende nicht unverdient. Mit der robusten Spielweise kauften die Berliner den Gästen den Schneid ab. Obwohl keine Punkte mitgenommen werden konnten, muss die Niederlage richtig eingeordnet werden können. Die Rose-Truppe befindet sich weiter auf Kurs und ist jetzt in der Europa League gegen AC Wolfsberg gefordert, wieder zu zeigen, dass daraus die richtigen Rückschlüsse gezogen werden. 


Für die Borussia hat es am Samstag nicht sollen sein; beim Gastspiel in der Hauptstadt konnten letztlich keine Punkte verzeichnet werden. Dabei zeigte die Fohlenelf kein super schwaches Spiel und muss sich für die Leistung nicht völlig grämen. Gerade zu Anfang der ersten Halbzeit hätte die Partie auch in eine andere Richtung laufen können, beispielsweise als Denis Zakaria in der siebten Minute das Tor nur hauchzart verfehlt hatte, oder als Patrick Herrmann in der zwölften Minute mit einem Kopfball nur den Pfosten getroffen hatte. Nach dem Führungstreffer der Eisernen war allerdings offensiv nur noch wenig zu sehen. Im weiteren Spielverlauf hatte in der ersten Halbzeit Alassane Pléa die beste Chance, als er in der 38. Minute freistehend vor Union-Keeper Gikiewicz gescheitert war. 


Im Anschluss zog sich der Gegner weitestgehend zurück und verteidigte leidenschaftlich. Die Elf vom Niederrhein versuchte immer wieder anzurennen, fand aber bei einer geschlossenen Abwehrleistung des Aufsteigers kaum Lücken und kam so nicht mehr wirklich zu nennenswerten Torabschlüssen. Union versuchte auf der anderen Seite immer wieder Nadelstiche zu setzen, konnte vor allem in der Luft fast jeden Zweikampf gewinnen und machte in der Nachspielzeit mit dem 2:0 den Deckel drauf. Am Ende musste auch Marco Rose anerkennen, dass der Sieg für die Mannschaft von Trainer Urs Fischer in Ordnung ging: "In der Summe ein verdienter Sieg" attestierte der 43-jährige den Berlinern. (via waz.de)


Gladbach bleibt fokussiert und hält die Köpfe oben


Bereits am Donnerstag hat Borussia Mönchengladbach die Chance auf europäischer Bühne die richtige Reaktion nach der Pleite beim Aufsteiger zu zeigen. In der österreichischen Stadt Graz trifft Borussia erneut auf den Wolfsberger AC und hat nach dem 4:0-Debakel im Hinspiel einiges wiedergutzumachen (eigenes Stadion des WAC entspricht nicht den UEFA-Richtlinien). Um in der Europa League das Sechzehntelfinale zu erreichen, wäre ein Sieg von höchster Wichtigkeit. Demnach wird die Fohlenelf fünf Tage nach dem Spiel gegen die Eisernen alle Kräfte mobilisieren, um mit einem erfolgreichen Resultat in Österreich zu bestehen. ​Nicht mitwirken kann dabei wohl Innenverteidiger Nico Elvedi, der gegen Union mit einer Muskelverletzung ausgewechselt werden musste.  Da Tony Jantschke ebenfalls weiterhin mit einem Muskelfaserriss passen muss, könnte Youngster Jordan Beyer seine Chance bekommen, sollte er seine Knieprobleme auskurieren. Andernfalls wären der zuletzt Gelb-Rot gesperrte Ramy Bensebaini, oder der für Elvedi eingewechselte Tobias Strobl eine Option, um den Schweizer zu ersetzen. 


Am Niederrhein ist man sich jedoch sicher, dass die Niederlage in der Bundesliga kein enormer Rückschlag ist. Christoph Kramer betonte im Interview nach dem Spiel (via borussia.de): "Wir machen genau so weiter wie in den vergangenen Wochen. Wir haben kein unglaublich schlechtes Spiel abgeliefert, weshalb uns diese Niederlage mit Sicherheit nicht zurückwirft. Wichtig ist, wie wir damit umgehen. Ich denke, dass wir in der Vergangenheit gezeigt haben, dass wir das gut verarbeiten können und wissen, alles vernünftig einzuordnen." Auch Max Eberl stimmte der Ansicht des Weltmeisters von 2014 im Sport1 Doppelpass zu und sieht die Niederlage nicht als Rückschlag an. Ohne Frage hat Gladbach alles daran gesetzt, kämpferisch dagegen zu halten, jedoch einfach die Ideen und die Durchschlagskraft in der Offensive vermissen lassen. 


Auf der anderen Seite hat Union Berlin auch einen starken Auftritt hingelegt und wiederholt einem Favoriten vor eigenem Publikum ein Beinchen gestellt. Die Eisernen haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten hervorragend in der Bundesliga etabliert und sind mit sind ihrer körperbetonten Spielweise und den physischen Voraussetzungen ein sehr unangenehmer Gegner. Sicherlich ist Gladbach nicht die letzte Mannschaft, die das zu spüren bekommt. Wie schon Christoph Kramer gesagt hat, ist jetzt die Reaktion wichtig. Nach den beiden Niederlagen in der Bundesliga und im DFB-Pokal gegen den ​BVB zeigte die Fohlenelf bereits, dass sie Rückschläge wegstecken kann. Nun sind Yann Sommer und Co. erneut gefordert, dies unter Beweis zu stellen.