​Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat auf der Mitgliederversammlung am Sonntag einen womöglich entscheidenden Fehler in der Kaderplanung eingeräumt. In den Augen des 60-Jährigen hätte man im Sommer "definitiv" einen weiteren Stürmer verpflichten sollen.


In den vergangenen Tagen bemühten sich die Verantwortlichen darum, die vor Monaten entfachte Stürmer-Diskussion zu beenden​. Entgegen der Erwartungen verpflichtete der BVB keinen zusätzlichen Angreifer, obwohl Paco Alcácer immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat. ​Watzke selbst sprach sich im Mai gegen die Verpflichtung einer weiteren Neun aus, und nachdem Sebastian Kehl im Aktuellen Sportstudio ​die Verantwortung für das Toreschießen auf die übrigen Offensivkräfte übertrug, bestätigte Sportdirektor Michael Zorc, d​ass vorer​st über keine weiteren Transfers nachgedacht wird


Im Januar könne sich dieser Umstand aber ändern - und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird der BVB doch noch auf dem Transfermarkt aktiv. Beim 3:3 gegen den SC Paderborn musste Alcácer in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden, laut ​Ruhr Nachrichten drohe aber kein längerfristiger Ausfall. Glück im Unglück für Schwarz-Gelb, das zu oft ohne nominellen Angreifer spielen muss.

Paco Alcacer

Pechvogel Alcácer: Der Spanier verpasst aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit zu viele Spiele.


Am Sonntag ruderte Watzke endgültig zurück: "Wir haben einen Fehler gemacht: Wir hätten definitiv eine zweite Nummer 9 verpflichten müssen", sagte er gemäß Ruhr Nachrichten während seiner Rede bei der alljährlichen Mitgliederversammlung, "wohl wissend, dass es auch Argumente dagegen gibt." Damit bezog sich Watzke womöglich auf potentielle Brandherde innerhalb des Kaders, doch die Verletzungsanfälligkeit von Alcácer stellt Lucien Favre immer wieder vor Probleme.


Rückendeckung für Favre - Kritik an Mannschaft


Der Trainer steht unlängst in der Kritik, der Druck steigt nach dem Remis gegen Paderborn enorm. Grundsätzlich genieße er weiterhin den Rückhalt der Klubführung, eine Jobgarantie erhält Favre aber nicht: "Fußball definiert sich immer über Ergebnisse. Wir müssen uns jetzt straffen für die Spiele in Barcelona und Berlin", so Watzke, denn: "Nur vom Reden bekommen wir nicht die Ergebnisse, die wir wollen. Man kann immer ein Spiel verlieren, aber man muss vorher alles getan haben."

Gleichzeitig kritisierte er auch den aktuellen Zustand der Mannschaft: "Nicht jeder Neuzugang zeigt bislang seine volle Leistungsstärke. [...] Viele Leistungsträger befinden sich aktuell nicht in ihrer besten Form. Wir haben aktuell keine stabile Einheit auf dem Platz", so Watzke, der ankündigte, trotz alledem nicht von den gesteckten Zielen abweichen zu wollen: "Wir werden unsere Ambitionen nicht an der Garderobe abgeben. Das Potenzial der Mannschaft ist da."