​Im vergangenen Sommer wechselte Valentino Lazaro für eine Ablöse von 19 Millionen, inklusive möglichen Bonuszahlungen von ​Hertha BSC zu ​Inter Mailand. In der Saisonvorbereitung brachte ihn eine Verletzung aus dem Tritt, anschließend hatte der 23-jährige mit anfänglichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Jetzt kommt der Österreicher allerdings immer besser in Fahrt. In einem ausführlichen Interview mit der Berliner Zeitung erklärt Lazaro, welchen Anteil Trainer Antonio Conté daran hat, dass es mittlerweile besser bei ihm läuft, wie er selbst seine bisherige Zeit in der Serie A wahrgenommen hat, blickt auf seine Zeit in der Bundesliga zurück und nimmt Stellung zu den immer wieder vorkommenden Vorfällen in Bezug auf Rassismus. 


Am Anfang hatte es Valentino Lazaro bei Inter Mailand nicht leicht. Während der Asien-Tour mit seinem neuen Verein zog er sich eine Zerrung im rechten Oberschenkel zu und war gezwungen, sich in einem Großteil der anschließenden Saisonvorbereitung durch individuelles Training wieder heranzuarbeiten. Am Anfang der Saison musste der flexible Österreicher, der zumeist über die rechte Seite kommt, also zuschauen; keine leichte Situation für ihn, wie er im Interview mit der Berliner Zeitung bescheingt: "Ich habe mich vor der Saison gut gefühlt – bis mich eine Oberschenkelverletzung in der Vorbereitung zurückgeworfen hat. Das war ärgerlich. Ich hatte Einzeltraining, während die Jungs zusammen auf dem Platz standen. Das war hart. Das Team ist dann überragend in die Saison gestartet, hat alles gewonnen. Es gab keinen großen Grund für den Trainer zu wechseln." 


Allerdings sprach ihm Antonio Conte Mut zu und versprach, dass er seine Chance bei der Nerazzurri noch bekommen würde, allerdings müsse er weiter Geduld haben, an sich glauben und sich Woche für Woche im Training empfehlen. Der 23-Jährige befolgte die Anweisungen seines Coachs und stand dann beim 4:3-Erfolg über US Sassuolo das erste Mal in der Serie A auf dem Platz. In der Liga kam er dann die letzten beiden Spiele über 85 Minuten zum Einsatz, auch in der Champions League gegen den ​BVB bekam er Einsatzzeit. Nach seinem Assist aus dem letzten Spiel gegen Hellas Verona wurde er bei seiner Auswechslung im San Siro frenetisch gefeiert. Der Österreicher sagt via Berliner Zeitung dazu: "Ein toller Moment. Dafür arbeitet man tagtäglich hart."


Lazaro über Zeit bei der Hertha, die EM-Qualifikation mit dem ÖFB und den Rassismus


Seine Zeit in Berlin betrachtet der 23-Jährige als sehr wertvoll für seinen persönlichen Werdegang, auch den Entwicklungen bei der Hertha mit Investor Lars Windhorst ​blickt er positiv entgegen: "Ich finde das gut. Ich habe damals schon gesagt, dass Hertha ein Riesenverein ist, der unglaubliches Potenzial hat und sich nicht verstecken muss. Aus dem Ausland schaut man neidisch nach Berlin. Es ist gut, dass man diesen Schritt eingeleitet hat. Big City Club? Mir gefällt es, dass der Klub höhere Ambitionen hat", so der ÖFB-Kicker. Auch wenn die Mannschaft unter dem neuen Trainer Ante Covic bisher noch den eigenen Ansprüchen hinterherläuft, hält er den ehemaligen kroatischen Fußballspieler für den richtigen Mann an der Seitenlinie und ist optimistisch, dass die Hertha unter ihm noch eine positive Saison absolvieren kann. 


Mit der Nationalmannschaft Österreichs qualifizierte sich Lazaro in der Länderspielpause nach dem 2:1-Sieg über Nordmazedonien für die kommende Europameisterschaft 2020. Auch dort sieht der 23-Jährige große Fortschritte. "Das ist ein riesiger Erfolg für uns. Jeder Einzelne hat sich enorm weiterentwickelt. Fast jeder in unserem Nationalteam spielt bei einem großen Verein eine Rolle. Das Potenzial ist auf jeden Fall da. Für uns ist klar, dass wir in jedem Fall besser performen wollen als 2016." Damals schied Österreich schon in der Vorrunde aus. In einer Gruppe mit Ungarn, Island und Portugal stand schließlich nur ein Punkt zur Buche. Einzig gegen dem späteren Europameister aus Portugal stand am Ende ein 0:0 auf der Anzeigetafel. Im deutschen Nachbarland sind die Ambitionen auf jeden Fall gewachsen. 


Auch zu den immer wieder aufkommenden fremdenfeindlichen Vorfällen bezieht der Österreicher klar Stellung und zeigt Rassismus die rote Karte: "Es ist traurig, dass wir im Jahr 2019 immer noch darüber reden müssen. Und es ist natürlich gut zugleich, dass wir immer wieder darüber sprechen. Rassismus ist generell ein riesiges Problem. Wir alle müssen dagegen etwas tun. Das hat in unserer Welt nichts zu suchen. Es ist gut, dass wir zusammenhalten und ein Zeichen setzen. Wir müssen dagegen vorgehen. Wir sind stärker!" ​Zuletzt war erst Inter-Mitspieler Romelu Lukaku bei einem Elfmeter in Cagliari von einer eigenen Fangruppe der Ultras mit Affenlauten beschmäht worden