​Am zwölften Spieltag der Bundesliga trifft ​Borussia Mönchengladbach in der Hauptstadt auf ​Union Berlin. In der Tabelle befinden sich die Eisernen mit 13 Punkten auf dem elften Tabellenplatz und stehen damit sogar vor dem Lokalrivalen ​Hertha BSC. Der Tabellenführer möchte natürlich seine starke Siegesserie fortsetzen, der Aufsteiger wird alles versuchen, erneut einem Favoriten die Beinchen zu stellen. Auf die Borussia wartet in jedem Fall kein einfaches Spiel im Stadion an der Alten Försterei. Wir stellen vor dem Spiel die wichtigsten Punkte heraus, auf die sich die Fohlenelf einstellen muss. 



Union Berlin: Favoriten-Schreck


Der Aufsteiger wird oft schwer unterschätzt. Bereits ​Borussia Dortmund und der ​SC Freiburg sammelten ihre negativen Erfahrungen mit der robusten Truppe von Trainer Urs Fischer. ​Vor heimischen Publikum gewannen die Eisernen am dritten Spieltag 3:1 gegen den BVB. Gegen das bisherige Überraschungsteam von Christian Streich hat Union sogar sowohl am achten Spieltag in der Bundesliga, als auch zehn Tage später, in der zweiten Runde des DFB-Pokal gewonnen (zunächst daheim, anschließend auswärts). Gegen andere Teams aus der oberen Tabellenhälfte konnte Union allerdings keine Punkte generieren. Gegen den FC Bayern, Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und RB Leipzig hatten sie jeweils das Nachsehen. Dennoch sollte die Borussia gewarnt sein, die Berliner werden nach zuletzt zwei Siegen in Folge alles daran setzen, auch den Gladbachern die Suppe zu versalzen. 


Körperliche Robustheit 


Bereits auf der Pressekonferenz der Borussia warnte Marco Rose vor der groß gewachsenen Mannschaft des Gegners. ​"Wir haben vor ein paar Wochen hier über AS Rom geredet, die groß sind, bei Union gibt es einen Spieler, der 1,80 groß ist und dann geht's weiter bei 1,87 aufwärts, also wissen wir was da auf uns zukommt." Der Trainer rechnet mit einem intensiven, kampfbetonten Spiel, mit vielen Luftduellen nach Flanken und Standards. Gerade in der Defensive zeigte sich die Borussia nach gegnerischen Ecken oder Freistößen nicht immer gänzlich sattelfest. Etwa in der Europa League gegen die AS Roma, als sie dem Rückstand durch Nicoló Zaniolo hinterherlaufen mussten. Auch am letzten Spieltag erzielte Union-Stürmer Anderson zwei Tore gegen ​Mainz 05 nach einem Eckball.  Gegen den physisch starken Gegner kommt also eine echte Herausforderung auf die Fohlen zu. 


Lange Bälle und wenig Spielfluss


Union Berlin hat eine ganz eigene Art Fußball zu spielen. Es wird viel mit langen Bällen gearbeitet, die dann möglichst im gewonnen Kopfballduell von einem der offensiven Spieler abgelegt werden, um dann zur Torchance zu kommen. ​So waren die Eisernen bereits gegen den SC Freiburg, oder am letzten Spieltag gegen Mainz 05 sehr torgefährlich und erfolgreich. Vor allem der bisher stark aufgelegte Stürmer Sebastian Andersson konnte immer wieder in gefährlichen Situationen vor dem gegnerischen Kasten auftauchen. In elf Spielen in der Bundesliga konnte der schwedische 1,90m-Hüne schon fünf Treffer erzielen, im DFB-Pokal war er ebenfalls einmal erfolgreich. Durch dieses taktische Mittel konnte Union auch immer wieder den Spielfluss des Gegners stören und das Spiel bewusst entschleunigen. Auch gegen den Tabellenführer werden die Eisernen versuchen, dem Gegner damit zu entnerven und die eigenen Stärken auf den Rasen zu bringen. 


Physisch dagegen halten und eigenes Spiel durchbringen


Borussia Mönchengladbach wird gefordert sein, gegen den Aufsteiger körperlich dagegen zu halten und vielleicht auch mal dahin zu gehen, wo es weh tun könnte. Schreckt die Mannschaft vor der harten Zweikampfführung zurück, wird es sicherlich ganz schwer, die Punkte aus der Hauptstadt zu entführen. ​Auch in der Aufstellung der Fohlen könnte es diesbezüglich Veränderungen geben, um eine höhere Dynamik und Robustheit zu verkörpern. Zudem sollte die Elf vom Niederrhein dennoch versuchen, auch spielerische Elemente im eigenen Ballbesitz, oder nach gewonnen Zweikämpfen in die Partie einfließen zu lassen, um den Gegner vor Probleme zu stellen. Mit dem schnellen geradlinigen Offensivspiel, dass die Borussia zuletzt immer wieder gezeigt hat, könnte der Gegner geknackt werden. Etwa ​RB Leipzig oder ​Bayer Leverkusen zeigten diese Saison bereits, dass dies möglich ist. Dennoch wird es kein einfaches Unterfangen für Rose und seine Mannschaft werden. Es braucht, wie in den letzten Wochen, die richtige Einstellung, Leidenschaft und Mentalität, um Punkte aus Berlin zu entführen.