​Ganz Baden-Württemberg fiebert dem großen Derby zwischen dem VfB Stuttgart und dem ​Karlsruher SC (Sonntag, 13.30 Uhr) entgegen. Obwohl das Spiel per se schon genügend Brisanz mitbringt, hat VfB-Coach Tim Walter die letzten Tage noch mal dafür genutzt, die Partie zusätzlich anzuheizen. 


Er ist schon eine Type, dieser Tim Walter. Mit Selbstvertrauen bis unter die Ohren ausgestattet, schaffte er es schon auf seiner ersten Profi-Station als Trainer (bei Holstein Kiel), seiner Mannschaft genau diese Selbstsicherheit einzuimpfen. Ein sechster Platz in der Vorjahres-Tabelle beweist es. Mit seinem Wirken an der Kieler Förde empfahl sich Walter denn auch gleich für höhere Aufgaben und nahm im Sommer das Angebot des VfB Stuttgart an. 

Und auch da scheint der Coach allmählich auf dem richtigen Weg zu sein. Die Schwaben belegen nach 13 Spielen den Relegationsplatz, mit drei Punkten Vorsprung auf den Tabellenvierten Aue. 


Dennoch: aus den letzten drei Spielen konnten die Stuttgarter lediglich einen Dreier (gegen den Tabellenvorletzten aus Dresden) einfahren. Jeweils zuvor (2:6 in Hamburg) und danach (0:1 in Osnabrück) gab es empfindliche Niederlagen, die die Differenz auf den Tabellenführer aus Bielefeld schon auf satte fünf Zähler hat anwachsen lassen.


Vollmundige Ansage von Walter


Umso bemerkenswerter ist der zur Schau gestellte Optimismus von Walter, wenn er unter der Woche ankündigt, nicht nur das Spiel gegen den KSC zu gewinnen - sondern dies auch ohne Gegentor zu bewerkstelligen. "Wir wissen, dass wir alles geben müssen und werden entsprechend auch die Tore erzielen und keines kassieren. Weil wir mehr investieren", hatte Walter am Donnerstag im Wortlaut getönt (Quelle: kicker.de)


Die provokante Spitze aus dem Ländle kam bei den Badenern aus Karlsruhe wenig überraschend nicht so gut an. "Er hat uns kein Tor zugetraut, obwohl wir mehr geschossen haben als sie", kommentierte Schwarz die Aussagen seines Berufskollegen betont gelassen. "Das ist ja schön für ihn. Ich gehe anders damit um. Ich habe Respekt vor jedem Gegner. Und wenn der Herr Walter das nicht hat, ist das seine Sache. Wir sollten die Antwort auf dem Platz geben."


Eigentlich aber dürfte Schwarz die forsche Ankündigung rein sportpsychologisch recht gut ins Konzept passen. Denn mit nichts kann man seine Mannschaft mehr motivieren, als mit Aussagen des Gegners, denen zufolge dieser das Spiel schon als gewonnen abgehakt hat. Walters Aussagen, wohl dafür gedacht, den Gegner einzuschüchtern, könnten sich also am Ende als Bärendienst für seine Truppe erweisen. Die schadenfrohe Häme der Karlsruher Fans jedenfalls (und wohl noch einiger anderer) wäre ihm im Falle einer Niederlage auf jeden Fall gewiss.