Bei den meisten Fußballprofis wird die Nationalmannschaftskarriere durch ihr voranschreitendes Alter und die große Konkurrenz im Team beendet. Doch bei einigen Stars sind andere Gründe dafür verantwortlich, weshalb diese nicht mehr für ihre Farben auflaufen wollen oder sollen. 


Bei diesen Spielern war das (zwischenzeitliche) Aus in der Nationalmannschaft früh besiegelt:


17. Eran Zahavi - Israel

Eran Zahavi

​Eran Zahavi ist ein Beispiel dafür, dass die Nationalmannschaft auch einen negativen Einfluss auf einen Profi haben kann. 2017 wurde es dem Israeli zu viel, denn nach einem schwachen Jahr musste er sich als Kapitän für seine Mannschaft verantworten. Die Pfiffe der Anhänger konnte er nicht nachvollziehen.


"Ich kann es nicht mehr ertragen, wir sind in einem Land, das nicht weiß, wie man seine Athleten ehrt, also würde ich lieber gehen. Es ist unglaublich, dass die Öffentlichkeit ihr Team auspfeift, das passiert nirgendwo auf der Welt. Ich wollte nicht so reagieren, wie ich es tat, aber ich bin explodiert", so der Profi, der nach einem Spiel seine Kapitänsbinde abnahm und sie symbolisch auf den Boden warf. Daraufhin wurde er suspendiert, konnte nun aber in die Nationalmannschaft zurückkehren.


16. Haris Belkebla - Algerien

Farid Chaal,Haris Belkebla

​Auf eine äußerst provokative und vor allem dämliche Weise musste sich Haris Belkebla von der Nationalmannschaft verabschieden. 2017 strich ihn Trainer Djamel Bemadi aufgrund von disziplinarischem Fehlverhalten, vom Afrika-Cup musste er ohne einen einzigen Einsatz abreisen.


Doch was war geschehen? Als der zweite Torhüter und Teamkollege Alexandre Oukidja im Hotelzimmer ein Onlinespiel via Livestream in die ganze Welt ausstrahlte, kam Belkebla auf einen unfassbaren Gedanken. Vor laufender Kamera zog er blank und präsentierte den Zuschauern sein nacktes Gesäß, die Suspendierung ließ nicht lange auf sich warten.


15. Amr Warda - Ägypten

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​Ebenfalls grob fahrlässige Fehler erlaubte sich Amr Warda, ein ägyptischer Nationalspieler. Während desselben Afrika-Cups musste dieser das Lager der Nationalmannschaft frühzeitig verlassen. Während seiner Abstellung wurden Gerüchte laut, dass er zwei Frauen belästigt haben sollte. 


Eine Mexikanerin klagte ihn sogar an und verwies auf Chatverläufe und Nachrichten in den sozialen Medien. Sein Trainer ließ sich die Eskapaden nicht gefallen und stellte ihn kurzfristig frei.


14. Radja Nainggolan - Belgien

Radja Nainggolan

Das Schicksal von Radja Nainggolan ist dagegen deutlich bekannter. Vor der Weltmeisterschaft​ 2018 stellte der spanische Trainer Roberto Martínez das Aufgebot für die Belgier vor, der damals 30-Jährige fand sich dort nicht wieder. Dementsprechend mürrisch beendete er daraufhin in den sozialen Netzwerken seine Karriere.


"Widerwillig beendete ich meine internationale Karriere. Ich habe immer mein Bestes getan, um mein Land zu vertreten. Du selbst zu sein, kann manchmal lästig sein. Ab heute werde ich der erste Fan sein", so der teils spezielle Mittelfeldakteur. Eine Option für die Zukunft ist er damit nicht mehr.


13. Sulley Muntari & Kevin-Prince Boateng - Ghana

Ghana's midfielder Sulley Muntari (C) ce

In der ghanaischen Nationalmannschaft hatten sie lange ein Zuhause. Doch ​vor der Weltmeisterschaft 2014 wurden Sulley Muntari und Kevin-Prince Boateng aus dem Kader der Black Stars geworfen. Aus disziplinarischen Gründen war die Zeit des Duos in der Nationalmannschaft vorbei.


Denn Muntari soll in den Vorbereitungen auf die Endrunde ein Mitglied der ghanaischen Delegation geschlagen haben, Boateng habe dagegen Trainer Kwesi Appiah beleidigt. Für beide war es das Aus, vermeidbar war es in jedem Fall.


12. Mauro Icardi - Argentinien

Argentina Training Session

Im hochklassig besetzten Angriff der argentinischen Nationalmannschaft konnte Mauro Icardi nie so strahlen, wie er es auf Vereinsebene geschafft hatte. Dann sorgte er allerdings für große Schlagzeilen in Argentinien, diese hatten aber nichts mit seinen sportlichen Leistungen zu tun. Seine Heirat mit Wanda Nara sorgte für große Diskussionen.


Das Model war die Ex-Frau von Teamkollege Maxi Lopez, nicht nur bei ihm machte er sich damit unbeliebt. Sowohl in der Albiceleste als auch im Verein hatte der Fehltritt große Konsequenzen, die ehemalige Freundschaft mit Lopez und die Karriere im Nationaltrikot waren vorübergehend Geschichte. Mittlerweile ist er im Aufgebot der Argentinier aber wieder ein großer Bestandteil.


11. Nicolas Anelka - Frankreich

Nicolas Anelka

Die glorreichen Zeiten von Nicolas Anelka liegen nun schon einige Jahre zurück. Das Aus in der französischen Nationalmannschaft ereilte ihn mit nur 31 Jahren und mitten in der Weltmeisterschaft 2010. Seine letzten Partie war das Vorrundenspiel gegen Mexiko, welches ihm letztlich zum Verhängnis wurde. 


Als er in der Halbzeit von Trainer Raymond Domenech ausgewechselt und kritisiert wurde, schlug Anelka unreif zurück und beleidigte seinen Coach aufs Übelste. Das Aus für Frankreich war damit beschlossen, ein weiteres Mal lief Anelka für seine Farben nicht mehr auf.


10. Volkan Demirel - Türkei

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Volkan Demirel wurde kurzfristig zu einem Opfer der eigenen Vergangenheit. Im Tor der Türkei war der Schlussmann vor der Europameisterschaft 2016 gesetzt, doch vor dem Duell gegen Aserbaidschan war er nicht im Aufgebot zu finden. Der Torhüter bat im Istanbuler Stadion eigenhändig um seinen Ersatz und verließ daraufhin das Stadion.


Der Grund dafür war erst unklar, erst später konnte sein Aussetzer auf eine frühere Eskapade mit Felipe Melo zurückgeführt werden. Diesen stellte Demirel bei einem Sieg gegen Galatasaray vor Jahren zur Schau, dafür musste er sich in der Nationalmannschaft Pfiffe und Beleidigungen anhören.


9. Wang Shenchao - China

Wales competes against China during China Cup International Football Championship

​In der chinesischen Nationalmannschaft kam Wang Shenchao das Tragen von Schmuck zum Verhängnis. Als er 2017 eine Halskette in den Stutzen versteckte und sie später anlag, drohten dem Verteidiger harte Konsequenzen. Der chinesische Verband lud ihn ein Jahr lang nicht zu einem Länderspiel ein, dazu bekam er vom Verein eine Geldstrafe.


8. Stefan Effenberg - Deutschland

Stuart McCall,Stefan Effenberg

In Fußballdeutschland ist er eine ganz besondere Persönlichkeit, in der deutschen Nationalmannschaft galt er ebenfalls stets als Exot.​ 1994 ließ sich der Blondschopf während der Weltmeisterschaft in den USA zu einer fragwürdigen Aktion hinreißen. Nachdem die eigenen Fans ihn für seine schlechten Leistungen kritisiert hatten, zeigte Effenberg ihnen prompt den Mittelfinger.


Trainer Berti Vogts strich ihn sofort aus der Mannschaft und versprach, ihn während seiner Amtszeit nie wieder spielen zu lassen. "Ihm wurde in der Vergangenheit viel Luxus erlaubt, aber das hat das Glas der Geduld zerbrochen", so Vogts.


7. Zlatko Zahovič - Slowenien

Zlatko Zahovic

Sehr banal und dennoch unnötig hat Zlatko Zahovič sein Aus in der slowenischen Nationalmannschaft besiegelt. Nach 82 Länderspielen war für den Routinier 2004 Schluss, als er Trainer Srečko Katanec ohne wirklichen Grund beleidigt hatte. Dies bedeutete das Ende seiner Nationalmannschafts-Karriere, wenig später sagte er auch dem Vereinsfußball adé.


6. Paul Gascoigne - England

Paul Gascoigne and Paul Ince of England

Paul Gascoigne wurde in England stets als großes Talent gehandelt. Doch der Erfolg war ein genauso treuer Wegbegleiter wie die ständigen Probleme und Vergehen wegen Drogen und Alkohol. Auf die Spitze trieb er es 1998, als er sich lieber einer Party widmete, anstatt sich mit der Nationalmannschaft auf die WM vorzubereiten. Danach sollte er nie wieder für die Three Lions auflaufen.


5. Karim Benzema - Frankreich

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Einen Eklat mit dem eigenen Teamkollegen hatte Karim Benzema vor wenigen Jahren zu verantworten. Sein Erpressungsskandal mit Mitspieler Mathieu Valbuena machte große Schlagzeilen und brachte ihm das Aus in der Nationalmannschaft.


2015 hatte der Profi von Real Madrid Valbuena erpresst und gedroht, ein Sexualvideo mit dem Profi zu veröffentlichen. Benzema forderte 150.000 Euro, doch die Machenschaften flogen auf und der Stürmer wurde vom Nationalteam ausgeschlossen. Weshalb er sich zu einer solchen Aktion hinreißen ließ, bleibt unbeantwortet.


4. Faustino Asprilla - Kolumbien

COLOMBIA V ROMANIA

Sein problematisches Verhältnis zum Trainer wurde auch dem kolumbianischen Faustino Asprilla zum Verhängnis. Bei der Weltmeisterschaft 1998 wollte der womöglich beste Spieler aus dem kolumbianischen Team seine Mannschaft zum Erfolg führen. Nach nur einem Spiel endete seine WM allerdings vorzeitig.


Das Duell gegen die Rumänen verloren die Südamerikaner mit 0:1, daraufhin beschwerte er sich bei seinem Trainer Dario Gomez. Dieser soll Mitspieler Carlos Valderrama eine Startgarantie gegeben haben, obwohl dieser deutlich schlechter spielte als Asprilla. Die Beschwerden stießen auf taube Ohren und Asprilla kam fortan nicht mehr zum Einsatz. 


3. Fernando Redondo - Argentinien

ROMANIA V ARGENTINA

Die 90er Jahre scheinen für die Profifußballer dieser Welt eine schwere Zeit gewesen zu sein. Auch für Fernando Redondo bedeutete die Weltmeisterschaft 1994 ein vorzeitiges Aus in der Nationalmannschaft. Nach der WM wurde Daniel Passarella als neuer Trainer der Argentinier vorgestellt, dieser griff radikal durch und leitete einige Umbrüche ein.


Davon betroffen war auch Redondo, allerdings aus einem bizarren Grund. Der Nationalspieler wurde von seinem neuen Coach trotz starker Leistungen für Real Madrid nicht mehr berufen, da er lange Haare trug. Allein dieser Grund reichte für Passarella aus, ihn nicht zu nominieren. Erst nach fünf Jahren und einem Frisurenwechsel kam er wieder zum Einsatz.


2. Roy Keane - Irland

Roy Keane

Unter großem Getose flog Roy Keane 2002 vor der Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan aus dem Kader. Der Ire beschwerte sich über die langwierige Vorbereitung und Reise der Nationalmannschaft, bei seinem Trainer Mick McCarthy kam das nicht gut an. Dieser warf ihn aus dem Team und sah ihn als "störenden Einfluss". Die großen Zeiten in der Nationalmannschaft waren da für ihn schon Geschichte.


1. Javier Hernández - Mexiko

Javier Hernandez - Soccer Player

Überraschend wurde Javier Hernández in den vergangenen Wochen nicht mehr für die mexikanische Nationalmannschaft berufen. Der Mexikaner soll sich nämlich einen gehörigen Fehltritt erlaubt haben, welcher ihm die Karriere bei der Nationalelf gekostet haben könnte. Laut Trainer Gerardo Martino habe der Angreifer seine Chancen verspielt.


Durch zuletzt mangelhafte Leistungen sowie Partygänge in New Jersey fiel er immer wieder negativ auf. Dazu sorgte er im Nachhinein für die Entlassung eines Mitarbeiters der Logistikabteilung, der ihm helfen sollte, Informationen über private Aktivitäten auf einem Rückflug zu verheimlichen. Die undurchsichtigen Vorgänge bedeuten nicht zuletzt das Aus für den Mexikaner, womöglich sogar für immer.