​2016 hieß es in Hamburg: "HSV goes China". Innerhalb eines Kooperationsvertrages mit dem Klub Shanghai International Portgroup FC wollten die Hamburger auch endlich einen Fuß in den lukrativen Markt im Reich der Mitte setzen. Nach drei Jahren muss man aber befürchten, dass die Kooperation bald vor ihrem Ende steht. 


Alle waren happy damals. Die Chinesen, weil sie sich nun in fachmännischen Händen wähnten und glaubten, einen Erkenntnisgewinn bezüglich der Organisierung und Gestaltung eines professionellen Fußballvereins zu erlangen. Und der ​HSV, weil er für seine beratende Tätigkeit gutes Geld bezahlt bekam. Fünf Millionen Euro für zwei Jahre. 


Chinesen scheinen unzufrieden mit der Kooperation


Zwar wurde der Kontrakt Anfang dieses Jahres noch einmal bis zum Sommer 2020 verlängert, doch seitdem mehren sich die Anzeichen, dass die Chinesen unzufrieden mit dem Deal sind. 

Mehrfach haben sie in diesem Jahr geplante Meetings platzen lassen. Hintergrund der Verstimmung könnte ein Versäumnis vonseiten der Hamburger sein. Die sollen nämlich ihre chinesischen Partner wohl nicht ausreichend darüber informiert haben, dass die in der Akademie in Shanghai ausgebildeten chinesischen Talente in Deutschland nicht spielberechtigt sind. 


Entsprechend sollen sich jetzt einige der chinesischen Führungskräfte schon fragen, welchen unmittelbaren Nutzen sie denn aus der Zusammenarbeit mit dem HSV ziehen. 

Auch soll es im Klub Streitigkeiten über den zu großen Einfluss der Hamburger Seite auf die Trainingssteuerung und die die Ausbildung der chinesischen Talente geben. 


Bindzus soll das Feuer vor Ort löschen


Kurzum: die Chinesen sind sauer und stellen die Sinnhaftigkeit der Kooperation mit dem HSV in Frage. "China ist diesbezüglich nochmal eine ganz andere Welt“, zitiert die Mopo einen HSV-Insider. „Wenn es nicht so läuft, wie die Chinesen es sich vorstellen, kann es schnell vorbei sein."


Grund genug für die Hamburger, zeitnah einen Vertreter nach Shanghai zu entsenden. Henning Bindzus, ein enger Vertrauer von ​Bernd Hoffmann (Foto oben, mit Max-Arnold Koettgen), soll versuchen, die Zusammenarbeit mit den Chinesen zu retten und - nach Möglichkeit - noch weiter auszubauen. Es dürfte ein schwieriges Unterfangen werden.