Bei Borussia Dortmund läuft es derzeit nicht nach Plan. Spätestens nachdem Paco Alcacer für knapp vier Wochen ausfiel, kam immer mehr die Frage auf, ob die Verantwortlichen im Winter nicht noch einen Mann für die Neuner-Position verpflichten sollten. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke äußerte sich nun gegenüber Sky Sport zur Stürmerdiskussion. 


Gleich zu Beginn des Gesprächs haute der 60-Jährige die Fakten auf den Tisch: "Wenn man sich die Zahlen ansieht, sieht man die Notwendigkeit nicht. Wir haben in der Bundesliga viele Tore geschossen und wir haben auch in der ​Champions League ordentlich getroffen", ließ Watzke wissen. Demnach schieße man in der ​Bundesliga sowie Champions League im Schnitt zwei Tore pro Spiel. "Wir haben also ehrlicherweise kein Problem, Tore zu schießen", sieht der BVB-Boss keinen nötigen Handlungsbedarf. 

​Dennoch weiß auch Watzke, dass man in Dortmund auf Platz sechs mit sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenersten weit hinter den Erwartungen verweilt. Müssen dann nicht auch mehr Tore her? Wäre dann nicht eine echte Tormaschine genau das Richtige für den ​BVB? Wie einst Manfred Burgsmüller, Pierre-Emerick Aubameyang oder Robert Lewandowski? Natürlich konnte auch Alcacer den Schwarz-Gelben in der jetzigen Spielzeit mit neun Scorerpunkten in zwölf Spielen helfen, dennoch muss man wissen, dass der 26-jährige Spanier auch ziemlich verletzungsanfällig ist. Schon oft fungierte er nur als Joker.


BVB-Bosse setzen sich zusammen

Womöglich genau aus diesen Gründen setzt sich Watzke gemeinsam mit Michael Zorc, Sebastian Kehl und Matthias Sammer nach dem letzten Hinrundenspiel in Hoffenheim Ende Dezember zusammen, um die Situation noch einmal zu analysieren.

Paco Alcacer

Schießt sich der BVB mit Alcacer als alleinigen Stürmer in die obere Tabellenregion?



Die Entscheidung sei keine einfache, betonte Watzke. Der FC Bayern habe ja auch keinen zweiten Neuner, denn es gebe durchaus Argumente, die dagegen sprechen: "Wenn der zweite Neuner nicht spielt, ist er sauer, macht Theater. Spielen beide nur eine Halbzeit, verlieren beide ihr Selbstbewusstsein."

Falls man diesen Worten Glauben schenkt, sollte man sich in Dortmund vielleicht einmal fragen: Wie wichtig ist Alcacer noch für die Mannschaft? Könnte er sich damit abfinden, auch als Back-Up in den Startlöchern zu warten? Denn dann könnte man sich auf die Suche nach einem echten Top-Torjäger begeben. Ob das im Winter-Transferfenster so einfach möglich ist, ist die nächste Frage. 


​Favre muss sein OK geben 

"Wenn wir das Gefühl haben, wir brauchen jemanden und die Frage 'Gibt es etwas Adäquates auf dem Markt?' zutrifft, beschäftigen wir uns damit, dann können wir das auch machen, aber vorausgesetzt der Trainer ist auch mit im Boot", sagte Watzke über mögliche Gedankengänge am Verhandlungstisch. "Wenn wir sagen 'Nö, brauchen wir nicht', dann werden wir es nicht machen." 


​Es bleibt also abzuwarten, ob im Winter überhaupt ein geeigneter Stürmer für den BVB verfügbar wird und wie die Verantwortlichen in der gemeinsamen Runde die Situation so bewerten, dass Handlungsbedarf besteht. Fakt ist: In Dortmund rennt man den Erwartungen aktuell noch hinterher - vielleicht hilft da eine frische Prise in der Offensive.