​Gerard Piqué mischt als Investor mit seiner 'Kosmos Group' seit geraumer Zeit in der Tennis-Branche mit und sorgt mit einer Reform des Davis Cups für negative Schwingungen. Vor allem Tennis-Größen wie Roger Federer und Alexander Zverev äußerten sich bereits negativ über den neuen Modus. Die Kommerzialisierung des Sports stößt einigen sauer auf, am Ende sind die Veränderungen nämlich vor allem eine Frage des Geldes. Dass der Innenverteidiger des ​FC Barcelona im Tennis mitmischt und mittlerweile auch die spanische Fußballliga offizieller Sponsor ist, sorgt für immer größeren Unmut. 


Die Kritik an der 'Kosmos Group' und der Reform des traditionsreichen Davis Cups ist nicht neu. Bereits im Vorfeld des Turniers äußerten sich viele Stimmen mit teils harscher Kritik gegenüber der Reform. Der Präsident der ITF (International Tennis Federation), David Haggerty, brachte die Änderung im Sommer 2018 bei der Jahrestagung über die Bühne. Große Sportler wie z.B. Novak Djokovic hatten sich für eine Veränderung ausgesprochen. Auf der anderen Seite gab es jedoch auch einige Widersacher, gerade große Tennisnationen wie Australien und Deutschland hatten sich gegen eine Reform ausgesprochen, am Ende jedoch das Nachsehen. 


Was hat sich schließlich verändert? Zuvor war der Davis Cup über das gesamte Jahr verteilt und fand an vier verschiedenen Wochenenden statt. In dem neuen Modus gibt es ein Qualifikationsturnier im Februar, an dem 24 Nationen teilnehmen, und ein einwöchiges Finalturnier im November, das momentan in Madrid stattfindet. Zudem wurde die Belastung für die Spieler gesenkt, statt im Best-of-Five-Modus werden nun nur noch zwei Gewinnsätze benötigt. Hinzu kommt, dass statt vier Einzeln und einem Doppel nun nur zwei Einzel und ein Doppel absolviert werden. 


Piqué sieht sich großer Kritik ausgesetzt


Wegen der Änderungen muss Gerard Piqué derzeit viel Kritik einstecken. Der australische Davis-Cup-Teamchef Lleyton Hewitt etwa sagte laut Sport1: "Wir werden von einem spanischen Fußballspieler geführt. Das wäre so, als ob ich Änderungen an der ​Champions League vornehmen würde. Das ist lächerlich, er weiß nichts über den Tennissport."

Auch die schweizer Tennislegende Federer hielt sich nicht mit Kritik zurück: "Es ist schon komisch für uns Tennisspieler, einen Fußballer in unserer Welt zu haben. Er muss sehr vorsichtig sein, der Davis-Cup sollte nicht zum Piqué-Cup werden." Letztlich verzichtete der Schweizer, wie sein Landsmann Stan Wawrinka, auf eine Teilnahme bei den Qualifikationsspielen im Februar. Beim Finalturnier ist die Schweiz in diesem Jahr nicht vertreten. 


Ein fader Beigeschmack bleibt in jedem Fall bei dem diesjährigen Turnier, nachdem eine 118 Jahre alte Tradition durch die Veränderungen gebrochen wurde. Der Verkauf der Rechte vom ITF an die 'Kosmos Group' sichert über 25 Jahre drei Milliarden Euro an Einnamen. Gerade deshalb wurde der Reform letztlich zugestimmt. Selbst Großbritannien soll am Ende für die Reform abgestimmt haben, obwohl sie zunächst dagegen gewesen waren. Der Wettbewerb wirkt inszeniert; nur der Finanzen wegen wurde eine so lange Tradition missachtet. Das auf den Werbebanden noch für Shakiras neuen Film geworben wird (die Frau des 32-jährigen Fußballers) bestätigt die These von Federer. Der altehrwürdige Wettbewerb scheint zum Piqué-Cup zu werden.