Viel Zeit zur Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei West Ham United hatte José Mourinho nicht. ​Der Portugiese wurde erst am Mittwoch zum neuen Trainer der Tottenham Hotspur ernannt, am heutigen Donnerstag stand er gegenüber der Presse erstmals Rede und Antwort.


Nach Stationen beim FC Chelsea und Manchester United ist José Mourinho wieder in der Premier League. 'The Special One' wurde bei Tottenham Hotspur als Nachfolger ​des entlassenen Mauricio Pochettino präsentiert und soll die abgestürzten Spurs, die noch im Juni im Finale der Champions League standen, wieder in die Erfolgsspur führen. In der Liga belegt die Mannschaft Platz 14, der letzte Sieg liegt fast zwei Monate zurück. Der Rückstand auf die Europapokalplätze beträgt zwar nur drei Punkte, die Champions-League-Ränge sind aber schon elf Zähler entfernt.


Trotz alledem freut sich Mourinho auf die neue Herausforderung. Im vergangenen Dezember wurde er von seinen Aufgaben bei Manchester United entbunden, nach Spekulationen über ein Engagement bei Real Madrid, dem FC Bayern München und Olympique Lyon befindet er sich nun wieder in London. "Von einem emotionalen Standpunkt aus betrachtet bin ich entspannt, motiviert und bereit", sagte der 56-Jährige laut ​The Telegraph auf seiner ersten Pressekonferenz als Spurs-Coach. "Ich denke, dass die Spieler das in den letzten beiden Tagen gespürt haben. Ich bin bereit und ich bin hier, um sie zu unterstützen."

Für Vorgänger Pochettino, ​der nun mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird, hatte Mourinho viel Lob übrig. Er gratulierte dem Argentinier für die Erfolge der vergangenen Jahre, der Klub, so Mourinho, werde immer Pochettinos "Zuhause" bleiben. "Der Trainingsplatz wird immer sein Trainingsplatz sein. Die Tür wird für ihn immer offen sein."


Mourinho will "nicht dieselben Fehler machen"


Dass Pochettino nun so eine lange Auszeit erhält wie Mourinho, ist allerdings unwahrscheinlich. Elf Monate war 'The Special One' vereinslos, dabei wollte er ursprünglich schon im Sommer eine neue Herausforderung annehmen. Nun erklärte er jedoch: "Ich hatte das Gefühl, dass ich einen Verein mitten in der Saison übernehmen würde. Ich wusste, dass ich in einer Situation wäre, in der ich nur ein oder zwei Tage vor meinem ersten Spiel bekommen würde." 


Die Zeit nach dem Aus bei Manchester United habe er dazu genutzt, "um nachzudenken und mich vorzubereiten." Über sein durchaus kritisch beäugtes Standing sagte er: "Man verliert nie seine DNA. Du bist,was du bist - das gilt für die guten und für die schlechten Dinge. Ich weiß, dass ich Fehler in meiner Karriere gemacht habe. Ich werde nicht dieselben Fehler machen. Ich werde neue Fehler machen."


Keine Winter-Transfers geplant


Mit dem Kader gab sich der neue Trainer zufrieden. Zwischenzeitlich wurden die Transferaktivitäten aufgrund der Errichtung des Tottenham Hotspur Stadium eingestellt, in der vergangenen Transferperiode investierte der Klub 114 Millionen Euro in Tanguy N'dombélé, Ryan Sessegnon, Giovani Lo Celso und Jack Clarke. Nach Informationen von unseren englischen Kollegen soll Klubboss Daniel Levy Mourinho zugesichert haben, Gareth Bale von Real Madrid loszueisen, über mögliche Winter-Transfers sagte Mourinho allerdings: "Ich brauche keine neuen Spieler." 

Das vorhandene Personal, das er als "größtes Geschenk" bezeichnete, wolle er "erst besser kennenlernen." Entsprechend werde sich auch der Spielstil nicht großartig verändern: "Er wird sehr ähnlich zu dem davor. Natürlich versuche ich, Details hinzuzufügen, manchmal machen diese Details den Unterschied aus. Der Spielstil muss sich dem Verein und den Spielern anpassen."