​In den letzten Monaten ist es sehr ruhig um Klaus-Michael Kühne geworden. Der einstige Investor des ​Hamburger SV macht sich rar in der Medienstadt Hamburg. Und wenn er dann mal vor Ort ist, statt auf seiner Finca auf Mallorca oder in der Schweiz zu weilen, verkneift er sich jeglichen Kommentar bezüglich des Vereins. 


Hat vielleicht auch mit den anhaltenden Problemen bei seinem letzten Prestigeobjekt zu tun. Bekanntlich wollte der Logistik-Unternehmer mit dem Bau des Hotels "The Fontenay", direkt an der Außenalster, in die Super-Luxus-Klasse der Hotel-Landschaft in der Hansestadt einbrechen. 


Die eigentlich für den Sommer 2016 vorgesehene Eröffnung des Hauses musste wegen ständiger kleinerer oder größerer Probleme zuerst auf Oktober 2017 und dann schließlich auf März 2018 verschoben werden. Und auch danach rissen die schlechten Nachrichten nicht ab: So hat der Koch des hoteleigenen Restaurants "Lakeside", Cornelius Speinle, nach eineinhalb Jahren in Diensten Kühnes, das Handtuch geschmissen. 


Verschiedene Branchen - gleiche Probleme!


Mit ihm verliert "The Fontenay" nicht nur seinen Koch, sondern auch den Michelin-Stern. Im Hamburger Abendblatt zeigte sich Kühne enttäuscht von Speinles Entscheidung, nicht ohne jedoch eine kleine Spitze gegen seinen ehemaligen Küchenchef zu verteilen: "Der Sternekoch Speinle hat uns enttäuscht, nicht der Qualität wegen, sondern weil es ihm nicht gelang, die Küche personell stabil zu halten und wirtschaftlich auszurichten. Es wurde zum Beispiel viel zu teuer eingekauft." 


Immerhin nennt Kühne seinen Ex-Maitre nicht "Lusche", die bei ihm hängengeblieben sei. Aber ansonsten ist der Duktus frappierend nah an seinen Tiraden über die unfähigen Verantwortlichen beim HSV. Wobei die zugegebenermaßen tatsächlich des öfteren mal zu teuer eingekauft hatten. 


Bei der Auslastung liegt der HSV vorm "The Fontenay"


In Sachen Auslastung jedenfalls liegt das "The Fontenay" sogar hinter der fussballerischen Vergleichsgröße im Volkspark. Während in der laufenden Saison durchschnittlich knapp 48.000 Zuschauer im Volksparkstadion eine Auslastung von gut 84% bedeuten, pendelt sich die der Luxusherberge momentan nur bei 60% ein. 


Doch Kühne wäre nicht Kühne, wenn nicht auch dafür andere die Schuld hätten. In diesem Fall die Freie und Hansestadt Hamburg. Die, so Kühne, tue nämlich "viel zu wenig, um hochwertigen Tourismus zu entwickeln und vor allem auch zahlungskräftige und anspruchsvolle Touristen aus China und den USA anzuziehen".