​​Gareth Bales Fahnen-Aktion anlässlich des Waliser Jubels über die geglückte EM-Qualifikation, mit der er in recht eindeutiger Weise eine weitere provokante Spitze in Richtung seines Arbeitgebers​ Real Madrid abgegeben hat, wird vom Klub selbst (vorerst) nicht sanktioniert werden. 


Ganz im Gegenteil. Ein jetzt veröffentlichtes Kommuniqué der Königlichen kommt auf schon beinahe bizarre Weise sehr kleinlaut und fast schon unterwürfig daher. 


Nochmal zur Einordnung: Auf der Fahne, die Bale nach dem Sieg seiner Waliser gegen Ungarn (2:0) freudestrahlend in die Kameras hielt, stand ein Spruch (genauer gesagt: ein Zitat des Ex-Real-Spielers Pedja Mijatovic) über die vermeintlichen Präferenzen im Leben des Gareth Bale: "Wales. Golf. Madrid. In dieser Reihenfolge." 


Angesichts des schon seit langem schwelenden Konfliktes zwischen Spieler und Klub, in dessen Verlauf beide Seiten sich schon so ziemlich alles an den Kopf geworfen haben, was man sich an den Kopf werfen kann, ist eine solche Aktion eigentlich bestens dafür geeignet, das Tischtuch endgültig zu zerschneiden.


Reals lammfromme Reaktion


Doch nichts davon ist der Mitteilung von Real Madrid zu entnehmen. Stattdessen scheint der Verein ganz bewusst auf Deeskalation zu setzten: "Bale ist der beste Spieler, den wir haben und er wird unserem Verein noch viel geben", wird die Chef-Etage an der Avenida de Concha Espina von der Madrid-nahen Marca zitiert. Und weiter: "Wir werden ihn nicht verschenken, schon aus Stilgründen nicht. Er wird für uns wieder entscheidend sein."


Und mit diesem letzten Satz wird dann klar, welche Intentionen Real mit dieser sanften Reaktion verfolgt: Auf keinen Fall soll gegenüber der Konkurrenz der Eindruck vermittelt werden, dass beide Parteien zerstritten sind - denn das würde die Verhandlungsposition in einem eventuellen Transfergeschäft erheblich schwächen. Also lobt man den eigentlich schon Aussortierten in den Himmel, um möglichst viel herauszuschlagen. Zumal sich die Zahl der Interessenten an dem Waliser, nicht zuletzt ob seines sehr hohen Gehaltes (um die 18 Millionen netto jährlich!), aktuell doch stark in Grenzen hält. 


Ob diese lammfromme Haltung am Ende zum gewünschten Ziel führt, wird sich in den nächsten Monaten erweisen. Nach der Inthronisierung von José Mourinho bei Tottenham Hotspur wird bereits über ein Bale-Transfer zurück zu den Spurs als "Antrittsgeschenk" für den Special One spekuliert.