​Der ​VfB Stuttgart schlitterte zuletzt in eine handfeste Krise ab und steht vor dem Derby gegen den Karlsruher SC unter enormem Druck. Mario Gomez, einst absolutes Aushängeschild der Schwaben, spielt dabei unter Coach Tim Walter aktuell überhaupt keine Rolle. Angeblich wittert der japanische Verein Vissel Kobe daher seine Chance für eine Verpflichtung im kommenden Sommer.


Eigentlich hatte sich Mario Gomez für die laufende Saison eine Menge vorgenommen und erhoffte sich als Gegenleistung für seine Treue nach dem Abstieg in die zweite Liga regelmäßige Einsätze. Zum Saisonstart gegen Hannover durfte der ehemalige Nationalspieler dabei auch prompt von Beginn an ran und konnte den VfB durch seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 auf die Siegerstraße bringen. Im weiteren Saisonverlauf wurde der Altmeister im Duell mit seinen deutlich agileren Stürmerkollegen aber ​immer weiter ins zweite Glied zurückgedrängt und wartet bislang vergeblich auf seinen zweiten Treffer.


Keine Aussicht auf regelmäßige Einsätze beim VfB


320 Einsatzminuten nach 13 Spieltagen sind für die Ansprüche des Mittelstürmers deutlich zu wenig. Als noch verzwickter - ja regelrecht aussichtslos - offenbart sich die aktuelle Situation von Gomez, wenn man sich die jüngsten Aussagen der sportlichen Führung der Stuttgarter auf der Zunge zergehen lässt. Sportdirektor Sven Mislintat und vor allem Coach Tim Walter überschütteten Gomez unlängst zwar mit ​jeder Menge Lob. Problem dabei nur, dass beide dabei nahezu ausschließlich die menschlichen Qualitäten des Routiniers unterstrichen.


Das Spielerprofil von Mario Gomez:

​Position​MS
​Alter​34
​Marktwert​1 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2020
​VfB-Spiele​215
​VfB-Tore​104

 

(Marktwert laut transfermarkt.de)


Bei der Analyse der sportlichen Leistungsfähigkeit von Gomez hingegen, nahm Walter zuletzt kein Blatt vor den Mund und attestierte dem ehemaligen Torjäger laut fussballtransfers.com durch die Blume ein wenig verheißungsvolles Zeugnis: "Er gibt ja Gas, er möchte. Aber er merkt selber dann auch: 'Manchmal komme ich nicht mehr ganz hin.' Er reflektiert sich selber sehr gut." 


Im kommenden Sommer läuft Gomez Vertrag beim VfB aus. Eine Verlängerung des Arbeitspapieres gilt als ausgeschlossen. Vielmehr deutete Walter unlängst an, dass er den 34-jährigen Angreifer in Zukunft ​g​erne in seinen Trainerstab aufnehmen würde, gab aber zu bedenken, dass sich Gomez auf dieses Angebot wohl kaum einlassen werde.


Japan als letztes großes Abenteuer?


Auch wenn Gomez beim VfB dieser Tage fast schon zu einer Art Maskottchen zu verkommen droht, genießt der ehemalige Bayern-Star international noch immer ein hohes Ansehen. Laut Informationen von fussballtransfers.com denkt der japanische Spitzenklub Vissel Kobe darüber nach, im kommenden Sommer einen Vorstoß zu wagen und den dann ablösefrei zu habenden Stürmer von einem Ausflug ins Land der aufgehenden Sonne zu begeistern.


Es wäre bei weitem nicht das erste Mal, dass sich die Japaner bei einem internationalen Altstar bedienen. Auch Andres Iniesta, David Villa und Lukas Podolski machten sich in der Vergangenheit bereits auf nach Kobe und ließen sich dieses Abenteuer finanziell versüßen. Ob Gomez bei einem Wechsel im kommenden Sommer tatsächlich gemeinsam mit Podolski auf Torejagd gehen würde, steht jedoch in den Sternen, schließlich läuft dessen Vertrag im Januar aus und keimten zuletzt Gerüchte über einen ​möglichen Transfer nach Polen auf.