Dass es für einen ehrgeizigen Fußballprofi frustrierend ist, dauerhaft auf der Ersatzbank Platz nehmen zu müssen, ist bekannt. Werden die Dienste eines Reservisten allerdings auch nicht gebraucht, wenn der Verein offensichtlich in der Krise steckt, ​fängt auch der stillste und ruhigste Profi an, über seine Zukunft nachzudenken. ​Borussia Dortmund steht nun vor genau dieser Situation.


Beim BVB macht sich Unruhe in der zweiten Reihe breit. Wie die Bild berichtet, streben mittlerweile fünf Bankdrücker einen Wechsel an. Grund dafür sind die geringen Einsatzzeiten der Profis. Trotz des zuletzt eher mäßigen sportlichen Abschneiden sind sie keine ernsthafte Option für Trainer Lucien Favre. Schwerwiegend für Dortmunds Zukunftspläne: vier der fünf Profis sind jünger als 23 Jahre...


Jacob Bruun Larsen

Jacob Bruun Larsen

Der 21-jährige Däne war vergangene Saison insbesondere zum Start die Überraschung des BVB. Kam Bruun Larsen 2018/19 noch wettbewerbsübergreifend auf 30 Einsätze (1476 Spielminuten, drei Tore, drei Vorlagen), sind es in dieser Saison bislang nur acht Einsätze (114 Spielminuten, eine Vorlage). Für den variablen Mittelfeldspieler, dem durchaus eine steile Karriere vorausgesagt wird, offensichtlich zu wenig. Bruun Larsen peilt einen Wechsel an, bestenfalls schon im winterlichen Transferfenster. Laut Bild soll insbesondere der ​VfB Stuttgart interessiert sein.


Leonardo Balerdi

Leonardo Balerdi

In der kuriosen Situation, mehr Spiele für eine A-Nationalmannschaft gemacht zu haben als für den Stammklub, steckt Leonardo Balerdi. Der 20-jährige Argentinier wurde im vergangenen Winter für stolze 15,5 Millionen Euro geholt, wartet jedoch noch immer auf sein Pflichtspieldebüt für den BVB. Aktuell soll eine Leihe ab kommenden Winter im Raum stehen.


Dan-Axel Zagadou

Dan-Axel Zagadou

Nach Mats Hummels, Manuel Akanji und Julian Weigl ist Zagadou lediglich Innenverteidiger Nummer vier beim BVB. Zwar stehen für den 20-Jährigen bisher 45 Pflichtspieleinsätze zu Buche, in dieser Saison kam der Franzose allerdings lediglich viermal zum Einsatz (117 Minuten). Möglich, dass Zagadou noch bis Sommer seiner Karriere bei der Borussia eine Chance gibt. Ansonsten dürfte auch er einen Wechsel anstreben.


Marcel Schmelzer

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Der Routinier und Dortmund-Urgestein Schmelzer wurde in dieser Saison endgültig zum Bankwärmer degradiert. Nur drei Minuten wirkte der 31-Jährige in dieser Saison auf dem Feld mit - zu wenig für den Meister von 2011 und 2012. Spätestens im Sommer wird Schmelzer den BVB, für den er seit 2005 das Trikot trägt, verlassen.


Mahmoud Dahoud

Mahmoud Dahoud

Der talentierte Mittelfeldspieler kommt in dieser Saison wettbewerbsübergreifend nur auf 206 Spielminuten. Im zentralen Mittelfeld findet Dahoud gegen Axel Witsel, Thomas Delaney und Julian Weigl kaum Luft zum Atmen. Ändert sich bis zum Sommer 2020 nichts Grundlegendes an seiner Situation, ist ein Abgang möglich. Eventuell sorgt die ​Verletzung von Delaney in Zukunft für mehr Einsatzzeit.