​Für das eigene Land aufzulaufen, ist für die meisten Fußballer das höchste aller Gefühle. Unter den Topstars gibt es aber auch einige Spieler, die nicht für das Land spielen, in dem sie geboren wurden - aus unterschiedlichen Gründen. Wir zweigen euch neun Stars, bei denen das der Fall ist.


Achraf Hakimi


Achraf Hakimi ist ein echter Madrilene - das beteuerte die Real-Leihgabe des ​BVB jüngst noch einmal. Aus gutem Grund: Der 21-Jährige ist in der spanischen Hauptstadt geboren und wechselte schon 2006 zu den Königlichen. Das Eigengewächs der ​Blancos spielt mittlerweile seine zweite Saison in Dortmund - in Madrid steht er noch bis 2021 unter Vertrag.


Trotz aller Verbundenheit zu Madrid und Spanien, hat sich Hakimi aber für eine Karriere in der marokkanischen Nationalelf entschlossen. 18 A-Länderspiele hat er bereits auf dem Buckel. 2018 spielte er bei der WM alle Gruppenspiele über die vollen 90 Minuten. Am Ende schied Marokko aber aus. Für Spanien lief Hakimi übrigens nie auf, auch nicht in den Junioren-Auswahlteams.


Raheem Sterling


Die Wurzeln von Raheem Sterling liegen in Jamaika. In der Hauptstadt Kingston wurde der Man-City-Star auch geboren. Früh ging es für den heute 24-Jährigen aber von der Karibik auf die europäische Insel. In der Jugend kickte Sterling u.a. für West Ham, die Queens Park Rangers und den ​FC Liverpool. Bei den Reds gelang ihm auch der große Durchbruch, bevor er sich 2015 für knapp 64 Millionen Euro ​Manchester City anschloss.


Mittlerweile hat Sterling 55 Länderspiele auf dem Buckel. Beim 7:0-Sieg über Montenegro stand Sterling ​wegen eines Streits mit Reds-Verteidiger Joe Gomez aber nicht im Kader der Three Lions.


Dass er für England spielt, stand indes nie zur Debatte: Seit der U16 läuft Sterling für die Briten auf. Zu seinen 55 A-Länderspielen kommen also noch 29 Junioren-Länderspiele hinzu. 


Pierre-Emerick Aubameyang


Für den Gabun hat Pierre-Emerick Aubameyang 51 Länderspiele auf dem Buckel, bei denen ihm 20 Tore gelangen. Geboren ist Auba aber in Laval, Frankreich, wo er auch seine Jugend verbrachte. Vom SC Bastia ging es in der A-Jugend zum AC Mailand, wo er den Sprung zu den Profis aber nicht schaffe. Der gelang schließlich beim FCO Dijon, wohin er von Milan ausgeliehen war. 


Einmal lief Aubameyang auch für die französische U21-Nationalmannschaft auf, am Ende entschied er sich aber für eine Karriere für Gabun. Mittlerweile ist Aubameyang Kapitän seiner Auswahl.


Ivan Rakitic


Ivan Rakitic bringt es auf stolze 106 Länderspiele für Kroatien. 2018 wurde er mit den Kroaten überraschend Vize-Weltmeister. Der Ex-​Schalker ist aber in Möhlin in der Schweiz geboren und aufgewachsen, entschied sich aber dennoch, für das Heimatland seiner Eltern aufzulaufen. 


Die Entscheidung fiel aber relativ spät, immerhin hat Rakitic vier Spiele für die U21-Nationalmannschaft der Eidgenossen absolviert, bevor er erst viermal für Kroatiens U21 spielte und dann seine Karriere im A-Nationalteam startete.


Hakim Ziyech


Hakim Ziyech hat bislang 23 Mal für Marokko gespielt. Der Ajax-Flügelstürmer ist allerdings geboren und aufgewachsen in den Niederlanden. In Dronten erblickte der 26-Jährige 1993 das Licht der Welt und startete auch seine Fußballkarriere in der Jugend seiner Heimatstadt. Über den SC Heerenveen und Twente Enschede ging es 2016 für elf Millionen Euro zu Ajax Amsterdam.


Ziyech lief insgesamt achtmal für niederländische Juniorenauswahlteams auf (einmal U19, dreimal U20 und viermal U21).


Thiago


Die Verhältnisse bei ​Bayern-Star Thiago sind etwas komplizierter. Der 28-Jährige besitzt die spanische und auch die brasilianische Staatsbürgerschaft. Sein Vater Mazinho kickte 35 Mal für die Selecao und wurde mit Brasilien 1994 Weltmeister. 


Geboren ist Thiago aber in Italien, genauer gesagt in San Pietro Vernotico. Das liegt darin begründet, dass sein Vater bis zum Sommer 1991 - Thiagos Geburtsjahr - für Lecce spielte, ehe er zum AC Florenz wechselte und ab 1994 in Spanien spielte (FC Valencia, Celta Vigo, FC Elche).


Eine Karriere für Italien kam aber nicht infrage - dagegen musste er sich zwischen Spanien und Brasilien entscheiden. Diese Entscheidung hat er wohl schnell getroffen: Seit der U16 spielt Thiago für die Teams der Furia Roja. 37 A-Länderspiele hat er mittlerweile absolviert.


Ianis Hagi


Ianis Hagi ist der Sohn von Rumäniens legendärem Spielmacher Gheorghe Hagi. Bei der jüngsten U21-EM konnte man sehen, dass der Filius einiges von seinem berühmten Vater abbekommen hat. Der offensive Mittelfeldspieler spielt seit diesem Sommer für den KRC Genk in Belgien. Geboren wurde der siebenfache A-Nationalspieler Rumäniens aber in Istanbul.


Für die Türkei aufzulaufen war aber nie eine Option - seine Geburt in Istanbul lag einzig und allein daran, dass sein Vater 1998 schon zwei Jahre für Galatasaray auflief.


Jorginho


Geboren wurde der ​Chelsea-Mittelfeldmann Jorginho in Imbituba, Brasilien. Seine fußballerische Jugend verbrachte der heute 27-Jährige aber in Italien. Bei Hellas Verona wurde er zum Profi und spielt mittlerweile seit 2016 für die Squadra Azzurra. 20 Länderspiele hat Jorginho bislang absolviert. In der U21 stand er zwar mal im Aufgebot, für einen Einsatz reichte es aber nie. 


Kalidou Koulibaly


Koulibaly ist ein weiteres Beispiel eines Franzosen, der sich für das Heimatland seiner Eltern entschied. Geboren ist der Innenverteidiger von Napoli in Saint-Dié-des-Vosges und machte dort auch seine ersten fußballerischen Schritte. Über den FC Metz und KRC Genk in Belgien landete er schließlich 2014 in Neapel, wo er mittlerweile zu einem der besten Verteidiger der Welt wurde.


33 Mal lief Koulibaly bislang für den Senegal auf und ist im Nationalteam auch der Spielführer. Für die Equipe Tricolore spielte er dagegen elf Mal in der U20.