Der ​FC Barcelona steht vor einigen wegweisenden Entscheidungen. In diesen Prozessen ist auch Eric Abidal involviert. Der Sportdirektor sprach im Interview mit der spanischen Tageszeitung Sport unter anderem über die Zukunft von Lionel Messi, Ernesto Valverde und Neymar.


Bereits im Sommer haben die Katalanen den ersten Schritt in Richtung Zukunft gewagt. Neben Antoine Griezmann wurde auch Frenkie de Jong verpflichtet, mit Ansu Fati, Carles Perez und Moussa Wagué weitere Nachwuchsspieler in den Profi-Kader integriert. Damit ist aber längst nicht alles erledigt: Das Durchschnittsalter des Kaders beträgt 26,5 Jahre, wichtige Eckpfeiler wie Gerard Pique, Sergio Busquets, Lionel Messi oder Luis Suarez steuern auf den Herbst ihrer Karriere zu.


Abidal geht es bei Transfers aber nicht nur um Zahlen und Daten. Der Franzose, der als Linksverteidiger 16 Titel mit Barça feierte, legt einen großen Wert auf die Persönlichkeit der Neuzugänge (zitiert via Sport Bild): "Wenn die Kabine zusammenhält, hat man schon viel gewonnen. Alle Verpflichtungen, die wir gemacht haben - plus die Jungs, die von der Akademie kommen - haben Persönlichkeit und werden uns auf dem Platz helfen."


Rakitic ohne Perspektive


Ivan Rakitic entpuppte sich in den vergangenen Wochen jedoch als möglicher Brandherd. Der Kroate bestreitet seine sechste Saison, kommt aber nicht über die Rolle des Ersatzspielers hinaus. Beim spanischen TV-Sender Movistar klagte er, der Klub habe ihm "den Ball weggenommen. Das macht mich traurig." Rakitic respektiere die Entscheidung des Klubs, machte aber auch deutlich: "Ich bin 31 Jahre alt und noch nicht 38, ich bin in meiner Bestform."


Worte, die die Vereinsführung offenbar kaltlassen. Angesprochen auf Rakitic betonte Abidal, der Spieler wisse, "dass es eine sportliche Entscheidung gibt, die er verstehen muss. Er wurde bereits informiert, dass er in unseren Plänen keine Rolle mehr spielt." Anders geht der Klub mit der Zukunft von Trainer Ernesto Valverde um. Der 55-Jährige ist seit 2017 im Amt, genießt bei den Fans aber aufgrund der bitteren Erfahrungen in der Champions League gegen Rom und Liverpool und einem schwachen Start in die neue Saison keinen guten Stand. Dennoch dürfe er "selbst entscheiden, ob das seine letzte Saison bei Barça sein wird."


Neuer Stürmer gesucht


Auch informierte Abidal Luis Suarez darüber, dass der Klub nach einem weiteren Angreifer Ausschau halten werde. Der Uruguayer selbst erklärte jüngst, ​er würde weitere Verpflichtungen aufgrund des dann größeren Konkurrenzkampfes begrüßen. Abidal: "Ich bin den Spielern gegenüber transparent. Luis kann ihnen das bestätigen, weil ich ihm bereits letztes Jahr gesagt habe, dass wir einen Offensivspieler suchen. Er hat es akzeptiert, weil er das Beste für die Mannschaft will."


Als mögliches Transferziel gilt unter anderem Lautaro Martinez von Inter Mailand. "Ich mag ihn, er ist ein kompletter Stürmer", so der Sportdirektor laut ​Mundo Deportivo, ausführlicher wollte er sich zu diesem Gerücht aber nicht äußern. 


Barça steht für Messi "an erster Stelle"


Doch auch die Spekulationen um einen Abschied von Lionel Messi reißen nicht ab. Der 32-Jährige besitzt die Option, den Klub nach Saisonende zu verlassen, allerdings peilt Präsident Josep Maria Bartomeu eine erneute Vertragsverlängerung an. "Er ist ein Schlüsselspieler für uns", so Abidal, "ich hoffe, er bleibt für viele weitere Jahre und ich glaube daran, dass er das wird. Es ist Leos Entscheidung. Und – so wie er selbst sagt – steht Barça für ihn an erster Stelle."


Neymar "klare Option"


Eine Rückkehr von Neymar, die im Sommer aufgrund der hohen Forderungen von Paris St. Germain scheiterte, stehe derweil noch immer in den Sternen. "Aus sportlicher Sicht würde eine Verpflichtung daher Sinn machen. Aber aus finanzieller Sicht gibt es Dinge, die wir können und andere, die wir nicht können." Laut Abidal genieße ein Transfer von Neymar nicht unbedingt oberste Priorität, "aber" der Brasilianer sei "eine klare Option."