​Wir schreiben das Jahr 2019 christlicher Zeitrechnung. Man selbst ist auch keine 20 mehr. Und dennoch gibt es auch in diesen Zeiten noch Dinge zu berichten, die ein Novum in der Fußballgeschichte darstellen. So wie über Finnland, das sich seit gestern zum ersten Mal überhaupt für ein bedeutendes Turnier qualifizieren konnte. 


Finnland zum ersten Mal bei einem großen Turnier


21 WM-Turniere sind seit 1930, der Premieren-WM in Uruguay, gespielt worden. Und 15 Europameisterschaften (seit der ersten im Jahr 1960 in Frankreich). Und bei keinem dieser 36 Veranstaltungen waren die Finnen dabei. Ganze Generationen von ihnen kennen das Gefühl nicht, im Sommer eines geraden Jahres mit Freunden, Bier und Knabberkram vor dem Bildschirm zu sitzen, und seine Mannschaft anzufeuern... Bis gestern. 


Mit einem 3:0-Sieg gegen Liechtenstein beseitigten die Skandinavier letzte Zweifel und sind nunmehr auch rechnerisch nicht mehr von einem der beiden ersten Ränge in ihrer EM-Qualifikationsgruppe J zu verdrängen. Bei noch einem ausstehenden Spiel beträgt der Vorsprung auf die drittplatzierten Griechen bereits sieben Punkte. Somit kommen in dieser Gruppe Italien und Finnland durch, während die höher als die Skandinavier eingeschätzten Bosnier und Griechen (vorerst) das Nachsehen haben. (Die Bosnier könnten das Ticket zur Euro 2020 auch noch über die Nations League schaffen). 


Eine der überragenden Figuren bei den Nordländern ist sicherlich Teemu Pukki. Gestern erledigte er die Liechtensteiner mit zwei Toren fast im Alleingang. Insgesamt traf Pukki in neun Spielen starke neun Mal. 


Ex-Schalker Pukki trifft neunmal in der Qualifikation


Überhaupt - dieser Teemu Pukki. Deutschen Fans dürfte er noch gut in Erinnerung sein. Beim ​FC Schalke 04 erzielte der Stürmer zwischen 2011 und 2013 in insgesamt 37 Bundesliga-Spielen acht Tore. Über die Stationen Celtic Glasgow und Bröndby IF landete er 2018 beim damaligen englischen Zweitligisten ​Norwich City, das damals schon seit einem Jahr vom Deutschen Daniel Farke trainiert wurde. 


Zusammen schafften die beiden mit den "Kanarienvögeln" als Meister der Championship im vergangenen Jahr den Aufstieg in die Premier League. Pukki erzielte in der Aufstiegssaison sagenhafte 28 Treffer. Und auch in der ​Premier League zeigten die Neuankömmlinge anfangs gute Leistungen, wenngleich auch meist ohne zählbaren Erfolg. Immerhin wurde Pukki im August noch zum Spieler des Monats auf der Insel gewählt. 


Nun also der große Erfolg mit dem Nationalteam. Und das in ziemlich souveräner Manier. Von den bisher neun gespielten Matches in der Qualifikation konnten die Finnen sechs gewinnen. Alle Siege waren dabei "zu null"! Lediglich die Partien gegen Italien (0:2, 1:2) und in Bosnien-Herzegowina (1:4) wurden verloren. 


Am Montag (20.45 Uhr) bestreiten die Finnen noch ihr letztes Qualifikationsspiel in Griechenland - und werden sich danach schon innerlich auf die im Dezember stattfindende (vorläufige) Auslosung für das Endturnier freuen. Zum ersten Mal sind sie nun endlich mit dabei. Nicht zuletzt dank Pukki.