In Dortmund weiß man weiter nicht wohin mit sich. Der ​BVB muss nach der deutlichen Klatsche gegen Bayern München weiter an seiner Einstellung auf dem Platz arbeiten. Deutliche Worte über die Mentalität der Borussia nimmt nun Ex-Spieler Roman Weidenfeller in den Mund, der von der Mannschaft mehr Kampf fordert. Das Dortmunder 90min Versteck-Barometer zeigt, dass es große Probleme bei der Einstellung gibt.


​Die 0:4-Niederlage beim FC Bayern war für Borussia Dortmund ein Schock. Blutleer, ohne Engagement und Wille trat man in der Allianz Arena an. Die Niederlage war verdient. "Ich glaube, dass sich viel zu viele Spieler auf dem Platz verstecken", begründet Weidenfeller gegen über Sky (via Ruhr Nachrichten) die schlechte Leistung auf dem Feld.


Weidenfeller: Damals hätten die Bayern noch Respekt vor dem BVB gehabt


Der ehemalige Torhüter des BVB sehe zwar in Marco Reus, Mats Hummels oder Roman Bürki Spieler, die das Team antreiben können, doch letztendlich fehlt es an der Motivation, "als Kollektiv dann auch gemeinsam zu attackieren und sich nicht dem Ganzen zu ergeben".


Auch nach dem Spiel habe er bei Dortmund kein Aufbäumen oder Emotionsexplosionen gesehen: "Ich hatte nicht das Gefühl, dass man sich über diese Niederlage aufgeregt hat, dass einer sauer war, dass man sich vielleicht gegenseitig auch angeschrien hat." Dies kenne Weidenfeller, der zwischen 2002 und 2016 für den BVB zwischen den Pfosten stand, nicht. Während seiner Zeit "war jeder immer bis in die Haarspitzen motiviert". Selbst die Bayern hätten damals zuhause "sehr großen Respekt" vor Dortmund gehabt.


​Die Diskussion um die Mentalität beim BVB ist keine neue, bereits seit Wochen wird über die Einstellung der Dortmunder Profis diskutiert. Besonders die erfahrenen Spieler sind bei dem Tabellensechsten jetzt gefragt. 90min hat dazu die (vermeintlichen) Führungsspieler herausgesucht und untersucht, welche Führungspersonen besonders hinter den Erwartungen zurückbleiben.


Das Versteck-Barometer beim BVB:


Mats Hummels

Der Innenverteidiger war gegen die Bayern mit der einzige, der annähernd die passende Einstellung zeigte. Insgesamt verkörpert der ehemalige Nationalspieler am ehesten das, was man in Dortmund "Führungsspieler" nennen würde und von ihm nach dem Sommertransfer auch erwartete. Daher schlägt das Barometer hier nur leicht aus.


Axel Witsel

Dass der belgische Mittelfeldspieler eine Mannschaft führen kann, hat Axel Witsel in seiner Karriere schon häufig gezeigt. In dieser Saison schimmert die Leader-Fähigkeit Witsels allerdings nur eher selten durch. Richtig konstant wirkt auch er nicht, dementsprechend ist noch viel Luft nach oben

Manuel Akanji,Axel Witsel

Manuel Akanji

Der Schweizer sollte in dieser Saison eigentlich dauerhaft die Innenverteidigung mit Mats Hummels bilden. Doch inzwischen ist Manuel Akanji nicht nur in einem dicken Formtief, sondern auch aus dem Mannschaftsrat ausgetreten. Die Bindung zur Mannschaft fehlt total, Akanji kann dem BVB derzeit sowohl sportlich als auch charakterlich nicht weiterhelfen.


Roman Bürki

Neben Hummels ist vor allem Torhüter Roman Bürki aktuell die Rolle des Leaders zuzusprechen. Doch die Einflussnahme auf die Einstellung des Teams vom eigenen Tor aus ist begrenzt, Bürki scheitert folglich vor allem an seiner Position. Dennoch ist er eine wichtige Stütze für das Team, weshalb auch bei ihm das Barometer nur wenig ausschlägt.


Marco Reus

Marco Reus

Die Leistungen von Marco Reus sind wie Licht und Schatten. Ebenso sieht es mit seinen Führungsqualitäten aus. Der Kapitän glänzt besonders an guten Tagen als Leader, spielt die Mannschaft allerdings schlecht, ist auch er unsichtbar.


Lukasz Piszczek

Der Rechtsverteidiger wird besonders wegen seiner Erfahrung und seines Einsatzes geschätzt. Doch inzwischen scheint die Ära des Polen fast beendet, da Lukasz Piszczek immer seltener zum Einsatz kommt. Auf dem Feld helfen kann er daher kaum.


Mario Götze

Wohin mit Mario Götze? Die Frage ist beim BVB sowieso ein Thema. Götze kennt den Verein wie kaum ein anderer, grundsätzlich würde man auch ihm eine Führungsrolle zutrauen. Sportlich allerdings in die zweite Reihe gerutscht, versucht Götze sich aktuell eher durch Leistung wieder in den Vordergrund zu spielen, als dass er als Motivator agiert.


Im Grunde sind also nur wenige Spieler von Borussia Dortmund in der Lage, die nötige Einstellung auf den Platz zu bringen. Beseitigt der BVB diese Probleme nicht, wird man auch weiter an den Saisonzielen vorbeischrammen.