​Bei ​Hertha BSC hängt der Haussegen schief. Spätestens nach der Derby-Niederlage gegen ​Union Berlin am 10. Spieltag kritisierten einige Fans die Trainerwahl von Geschäftsführer Michael Preetz. Der verteidigte allerdings seinen Coach Ante Covic und kritisierte stattdessen die Spieler. 

Mit gerade einmal elf Zählern aus elf Spielen findet sich die Alte Dame auf Rang zwölf mit nur zwei Punkten Abstand auf den Relegationsplatz wieder. Kein Wunder also, dass die Situation auf der Mitgliederversammlung der Hertha sichtlich angespannt war. Preetz kritisierte dabei alle Verantwortlichen, ​nahm seine Mannschaft in die Pflicht. 

​Covic, der im Sommer den Trainerposten von Pal Dardai übernahm, blieb hingegen unversehrt. Obwohl der Kroate in der öffentlichen Kritik steht, nahm Preetz ihn bisher in Schutz. Lösungen muss aber sicherlich auch Covic finden.


​Individuelle Gespräche mit Team und Trainer

​Lösungen sucht auch Preetz, der am Mittwoch mit einigen Spielern redete. Gegenüber der Bild verriet der 52-Jährige: "Ja, in diesen Tage führe ich Gespräche mit den Spielern sowie dem Trainer."

​"Wir haben einige neue Spieler, die Zeit brauchen zur Eingewöhnung - zu viel Zeit", erklärte Preetz auf der Mitgliederversammlung und kritisierte damit die Neuverpflichtungen Dodi Lukebakio, Marius Wolf, Daishawn Redan, Dedryck Boyata und Eduard Löwen. 

Ordentlich was zu hören bekam vor allem Löwen am heutigen Mittwoch von Trainer Covic, so die Bild. Demnach habe der Mittelfeld-Akteur schluderig verteidigt. Covic motzte: "Edu, wirklich jetzt? Sei mal ehrlich, von wo startet der? Der steht acht Meter hinter dir und kommt an den Ball?"

​Direkt im Anschluss zeigte der Trainer seinem Spieler die Fehler-Szene auf dem Tablet des Video-Analysten. Solche Fehler-Analysen sind bei Covic nicht selten. Ein Grund, warum Preetz seine Arbeit so schätzt und ihm den Rücken stärkt. 


​Spieler sind bei Hertha BSC in der Pflicht

​Den Aussagen von Preetz zu Folge liegt der Abwärtstrend wohl nur an den Spielern. Dabei nimmt der Geschäftsführer nicht nur die Neuzugänge in die Pflicht. Auch Leistungsträger wie Ondrej Duda, Karim Rekik und Marko Grujic kritisierte er. "Einige Leistungsträger haben ihre Leistung nicht auf den Platz gebracht", sagte er im Hinblick auf die 0:1-Niederlage im Stadion An der Alten Försterei. 

​Aus Sicht des Bundesligisten kann man also nur hoffen, dass die Kritik bei den Spielern als Feedback aufgenommen wird, die Spieler es also besser umsetzen und sich die Atmosphäre in der Mannschaft nicht verschlechtert. Wenn nicht bald drei Punkte folgen, muss Preetz früher oder später auch seinen Schützling Covic zum Gespräch unter vier Augen bitten.