Platz 7 im All-Decade-Ranking belegt Zlatan Ibrahimovic. Der Schwede denkt trotz 38 Jahren noch immer nicht ans Aufhören, ist neben seinen zahlreichen und spektakulären Toren auch für seine forschen Auftritte in der Öffentlichkeit bekannt. Auf und neben dem Platz gehört Ibrahimovic zu den größten Fußballern der vergangenen Jahre.


In seiner schwedischen Heimat lernt Ibrahimovic bei Malmö Anadolu das Fußballspielen, über FBK Balkan landet der 1981 geborene Stürmer im Alter von 14 Jahren bei Malmö FF. Sechs Jahre bleibt er beim Spitzenklub aus seiner Heimatstadt, ehe Ajax Amsterdam im Sommer 2001 zuschlägt und 'Ibra' für 7,8 Millionen Euro verpflichtet. 


In Amsterdam gelingen ihm 48 Tore in 110 Spielen. Schnell wird klar, dass es sich bei Ibrahimovic ​um ein riesiges Sturmtalent handelt - und um einen Spieler mit einem großen Ego. Vor einigen Jahren offenbarte er, dass er sich von Anfang an kaum etwas sagen ließ (zitiert via ​kicker): "Bei Ajax lief auch noch Louis van Gaal rum. Der war Technischer Direktor und erklärte mir mit dem Bleistift, wann ich wohin laufen sollte. Ich habe ihm gesagt: 'Hör mal, Meister, du hast mir gar nichts zu sagen - geh' in dein Büro und schreib' Briefe!'"


Ibrahimovic, der sich selbst immer wieder als Gott oder größten Fußballer der Welt bezeichnet, macht vor allem in Italien auf sich aufmerksam. 2004 schlägt ​Juventus Turin für 16 Millionen Euro zu, nur zwei Jahre später erhält die Alte Dame nach dem Zwangsabstieg in die Serie B 24,8 Millionen Euro von Erzrivale Inter Mailand. Schon mit Ajax feierte der Schwede zahlreiche Titel, darunter zweimal den Gewinn der Niederländischen Meisterschaft, bei Inter sollte seine Karriere aber erst so richtig Fahrt aufnehmen.


Dreimal in Folge wird er mit den Nerazzurri Meister, gewinnt zudem viermal in Serie den italienischen Superpokal. 2007 wird er Schwedens Fußballer des Jahres, erhält diese Auszeichnung ein Jahr später auch in Italien. Bei Inter trifft er auf José Mourinho, verlängert 2008 seinen Vertrag bis 2013 und zählt mit einem Nettogehalt von 13,5 Millionen Euro zum bestbezahlten Fußballern der Welt. Doch nur ein Jahr später wechselt er für knapp 50 Millionen Euro und Tauschobjekt Samuel Eto'o zum ​FC Barcelona. Die Katalanen gewannen unter Pep Guardiola das Triple, gemeinsam mit Lionel Messi und Thierry Henry sollte Ibrahimovic das beste Sturm-Trio der Welt bilden - doch alles kam anders.


Harsche Kritik an Guardiola


"Guardiola hat keine Eier", sagte er rückblickend (via ​WELT). Immer wieder berichtet er über Schwierigkeiten mit dem Perfektionisten, der ihn nach einigen Monaten offenbar nur noch meiden wollte (zitiert via Eurosport): "Die ersten sechs Monate waren perfekt. Dann änderten wir das System und die Taktik. Das war nicht gut für mich, also riet man mir, mit Guardiola zu sprechen. Ich sagte Guardiola, dass er andere Spieler für Lionel Messi opfert. Er sagte mir, er verstehe mich. Im nächsten Spiel hat er mich aber auf die Bank gesetzt, und im Spiel darauf auch, und im Spiel danach. [...] Wenn ich in einen Raum kam, ging er raus. Wenn ich ihn treffen wollte, ging er irgendwo anders hin. Er hatte ein Problem mit mir. [...] Ich habe später gelesen, dass dieselben Dinge mit Mario Mandzukic und Samuel Eto'o passiert sind. Er war nicht der schlechteste Trainer, den ich je hatte, aber er war sicher der kindischste, denn ein Mann stellt sich seinen Problemen."


Anders klang er, wenn er über Mourinho sprach. Der Portugiese, der vor vielen Jahren mit Guardiola als bester Trainer der Welt gehandelt wurde, sei "das genaue Gegenteil" vom Katalanen. "Für José Mourinho wäre ich gestorben. Er ist herausragend. Sehr intelligent, ein unglaublicher Motivator. Guardiolas philosophische Ansprachen in der Kabine aber - das ist Scheiße für Fortgeschrittene."


Flucht nach Mailand - Tournee in Paris, Manchester und Los Angeles


Nach nur einem Jahr kehrt Ibrahimovic nach Italien zurück, schließt sich dem AC Mailand an. Wieder wird der Torjäger, der für Milan 56 Mal in 85 Spielen trifft, Meister und Superpokalsieger - also wagt er den Schritt nach Frankreich und wechselt zu Paris St. Germain. "Ich habe in der Serie A alles gewonnen", erklärte er den erneuten Abgang, "soll ich mir als Hobby italienische Meisterpokale aufstellen?"


Ob in Paris, bei Manchester United oder LA Galaxy - Ibrahimovic stellte auch in den Folgejahren seine Klasse unter Beweis. Ob Fallrückzieher, Distanzschüsse oder beides kombiniert - irgendwie trifft 'Ibra' immer. "Wer mich stoppen will", sagt er folglich, "muss mich umbringen." In 857 Pflichtspielen auf Klub- und Nationalmannschaftsebene gelingen dem heute 38-Jährigen 518 Tore, 35 Titel und 18 individuelle Auszeichnungen hat er bis heute gewonnen. Zum Weltfußballer wurde er nie gekürt - wichtig sei ihm diese Anerkennung aber ohnehin nicht. "Ich brauche keine Trophäe, um zu wissen, dass ich der Beste bin."


Wohin es ihn nach seinem Ende bei LA Galaxy ziehen wird, war zunächst offen, laut MLS-Chef Don Garber wird es ihn aber zurück zu Milan ziehen. Aufgrund seiner vielen Sprüche, seiner natürlichen Ausstrahlung und seiner Klasse gäbe es wohl nur wenige Klubs, die ihn nicht unter Vertrag nehmen würden. Alles in allem ist Zlatan Ibrahimovic nicht nur der wohl beste schwedische Fußballer aller Zeiten, sondern auch einer der besten Fußballer der vergangenen Jahre. 


Die 20 besten Spieler des Jahrzehnts: Das große 90min-Ranking


Platz 20: Giorgio Chiellini - der unzerstörbare Turm von Juventus Turin

Platz 19: Luka Modric - der unauffällige Edeltechniker

Platz 18: Philipp Lahm - der "perfekte Spieler" für Pep Guardiola

Platz 17: Gianluigi Buffon - die unsterbliche Legende

Platz 16: Kevin De Bruyne - das belgische Genie

Platz 15: Franck Ribéry - als Bayern endlich wieder einen König hatte

Platz 14: Thomas Müller - das letzte echte Eigengewächs des FC Bayern

Platz 13: Eden Hazard - unbezwingbar und effizient

Platz 12: Xavi - das personifizierte Kurzpassspiel

Platz 11: Neymar - das Ausnahmetalent mit vielen Makeln

Platz 10: Arjen Robben - der Mann für die entscheidenden Momente

Platz 9: Bastian Schweinsteiger - Fußballgott mit Kämpferherz

Platz 8: ​David Silva - der Lieblingsspieler von Frank Lampard