​Quo vadis, Jerome Boateng? Der Weltmeister-Verteidiger war beim FC Bayern eigentlich schon abgeschrieben und mit eineinhalb Füßen weg. Am Ende blieb er - aber auch seine Reservisten-Rolle. Nach dem Trainerwechsel scheint der 31-Jährige auf den Flick-Faktor zu setzten und alles dafür zu tun, seinen früheren Status zurückzuerobern.


Lange Jahre galt Jerome Boateng beim ​FC Bayern als unangefochten. Diesen Status verlor er unter Niko Kovac und wurde spätestens im Sommer dieses Jahres durch die Transfers von Benjamin Pavard und Lucas Hernandez endgültig ad acta gelegt. Schon nach dem Double in der abgelaufenen Saison empfahl ihm Uli Hoeneß bekanntlich einen Abgang vom Rekordmeister.


Zu diesem ist es allerdings nicht gekommen - auch wenn sich an der Reservisten-Rolle des Weltmeisters nichts geändert hat. Nach dem Wechsel von Kovac zu Hansi Flick blieb der 31-Jährige weiter außen vor, was aber vor allem an seiner Rot-Sperre aus dem Frankfurt-Spiel liegt. Insgeheim erhofft sich Boateng vom Trainerwechsel nämlich einen Neustart.


Boateng hofft auf den Flick-Faktor


Flick kennt er aus seiner Zeit im Nationalteam bestens. Beide schätzen sich sehr, der neue FCB-Chefcoach erklärte erst im Sommer auf der USA-Reise: "Jerome ist für mich ein absolut toller Spieler, einer der besten Innenverteidiger". Und auch Jogi Löw schwärmt weiter von dessen Qualitäten, ungeachtet seiner Degradierung aus dem DFB-Team. Löw hoffe darauf, dass Boateng "seine Stärken und Qualitäten für den FC Bayern einbringt". In Flick habe er nun wieder "einen Trainer, der ihn sehr gut kennt".


Viele lobende Worte, die dem 31-Jährigen am Ende aber nicht viel nutzen werden. Entscheidend ist, ob er sich noch einmal einen ähnlichen Status wie in der Vergangenheit erkämpfen kann. Angesichts der Verletzung von Niklas Süle und Pavards Rolle als Rechtsverteidiger unter Flick, kein all zu unrealistisches Szenario.


Boateng will Neustart beim FC Bayern


Und für dieses ist Boateng offenbar bereit, alles zu tun. Laut einem Bild-Bericht, hat der Innenverteidiger seine Ernährung umgestellt, isst jetzt glutenfrei. Dazu soll er mehr Wasser sowie frisch gepresste Säfte trinken


Nun gut, nur davon wird der Stammplatz aber wohl eher nicht zurückkommen... Doch der 'neue (alte?) Boateng' soll angetrieben sein: Neben dem Teamtraining stehen weitere Extra-Schichten auf dem Programm. Sein Leben sei wieder voll und ganz auf den Fußball ausgerichtet. Etwas, das ihm in der Vergangenheit nicht nur einmal vorgeworfen wurde. Krafttraining und Gymnastik sollen seine Verletzungsanfälligkeit reduzieren, dazu macht Boateng viel Yoga, um seine Beweglichkeit zu verbessern. 


Welche Auswirkungen das alles hat, bleibt abzuwarten. Die Trainingskiebitze an der Säbener sollen jedenfalls einen gelösteren, fröhlicheren Boateng beobachten. Für den FC Bayern kann das nur positiv sein: Ein topfitter Boateng bleibt zumindest eine wichtige Alternative - gerade nach Süles Ausfall. Und wer weiß, vielleicht wird er unter Flick ja doch noch mal zu einem entscheidenden Faktor...