​Ein ​Cristiano Ronaldo lässt sich nicht gerne auswechseln. Doch genau das ist beim letzten Ligaspiel von ​Juventus Turin gegen den AC Mailand (1:0) passiert. Das passte dem Portugiesen ganz und gar nicht. Und so verschwand der Ex-Real-Spieler noch vor Spielende aus dem Stadion. 


Was wiederum überhaupt nicht geht. Fußball ist ein Mannschaftssport, und so muss sich auch ein mehrmaliger FIFA-Weltfußballer in die Disziplin der Gruppe einführen, Auswechslungen hin oder her. Sein Trainer Maurizio Sarri wollte der ganzen Affäre laut Marca ein wenig die Brisanz nehmen, als er nur lapidar bemerkte: "Wenn er das Stadion vor dem Schlusspfiff verlassen hat, wird er das mit seinen Mannschaftskollegen besprechen müssen."


Der Verein, so die zitierte Quelle, will das Ganze nicht überhöhen, um nicht noch mehr Unruhe in den Kader zu bringen. Eine interne Bestrafung ist somit erstmal nicht angedacht. Wohl aber ein informelles Treffen zwischen Juve-Vizepräsident Pavel Nedved, Sportdirektor Fabio Paratici und dem Spieler. Dabei wollen die Funktionäre dem Portugiesen zur Einsicht verhelfen und klar machen, dass solche Verhaltensweisen unerwünscht sind. 


Internes Treffen mit Ronaldo geplant


Wie die Gazzetta dello Sport (via Marca) erfahren haben will, soll sich Nedved bereits mit Ronaldos Berater Jorge Mendes kurzgeschlossen haben, um das Treffen in Bälde zu organisieren. Ob Ronaldo wirklich einsichtig sein wird, bleibt abzuwarten. 


Capello mit harscher Kritik am Portugiesen


​Zu der Ronaldo-Aktion hat ein ehemaliger Juventus-und Real-Trainer eine dezidierte Meinung: Fabio Capello hat nämlich überhaupt kein Verständnis für den Europameister von 2016. "Die Tatsache, dass er nicht auf der Bank saß und Sarri beschimpfte, gibt kein schönes Bild ab. Man muss ein Champion sein, auch wenn man ausgewechselt wird, nicht nur, wenn alles gut läuft. Derzeit geht es ihm nicht gut, aber Dybala ist in hervorragender Verfassung", sagte Capello laut Sportbild


Und legte auch noch kräftig nach: "Die Wahrheit ist, dass Ronaldo seit drei Jahren keinen Gegner mehr ausgespielt hat. Ich erinnere mich, als er seine Gegner überholt hat und sie zurückließ. Jetzt passiert das nicht mehr, während Douglas Costa und Dybala das schaffen. Wenn ich Sarri gewesen wäre, hätte ich ihm in der Kabine gesagt, dass er Respekt vor seinen Team-Kollegen haben muss, und wenn ich ihn rausnehme, dann, weil ich versuchen will, das Spiel zu gewinnen." 


Dies hat am vergangenen Sonntag offenbar nicht geklappt. Und in Kenntnis des recht großen Egos des Superstars sind weitere atmosphärische Störungen in der Juventus-Familie für die Zukunft nicht auszuschließen. Übrigens: Der für Ronaldo gekommene Paolo Dybala schoss gute zwanzig Minuten nach seiner Einwechslung das goldene Tor zum 1:0 gegen die Rossoneri