Beinahe sinnbildlich kommt Mats Köhlert, ehemaliger ​HSV-Spieler, in der Kategorie "HSV-Abgänge 2019/20" gar nicht in der Auflistung des Internet-Portals transfermarkt.de vor. So richtig hat er beim Dino nie eine Chance bekommen. Bezeichnenderweise wurde sein Abschiedsspiel im Mai (gegen den MSV Duisburg) auch sowas wie sein Höhepunkt beim Traditionsklub. Jetzt sorgt er in Holland für Furore. Wir haben uns neben Köhlert noch mal einige andere der Abgänge und ihre Entwicklung angesehen. Im Fokus dabei: Die Leihspieler.


Köhlert mischt Eredivisie auf


Zu denen Mats Köhlert nicht mehr gehört. Leider muss man schon fast sagen, angesichts seiner Leistungsexplosion in der Eredivisie. Da hatte der ehemalige HSV-Profi und nunmehr als Sportdirektor bei Willem II Tilburg amtierende Joris Mathijsen offenbar den richtigen Riecher. Der nur 1,62 große Mats Köhlert wird bei den Nordbrabantern immer mehr zum Riesen.


Nach nunmehr 13 Spielen weist Köhlers Bilanz drei eigene Tore und zwei Assists auf. Die gab der quirlige Außenstürmer beim letzten Spiel gegen die große PSV Eindhoven, immerhin amtierender Vize-Meister. 


Mit seinem Vorla​gen-Doppelpack hatte Köhlert maßgeblichen Anteil am Überraschungserfolg (2:1) des Tabellensechsten. Für eine Nominierung durch Stefan Kuntz für das anstehende U21-EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien am Donnerstag (16.00 Uhr) hat es dennoch nicht gereicht. 


Bates in Sheffield außen vor


Von einer Nominierung für irgendwelche Auswahlmannschaften ist eine aktuelle HSV-Leihgabe momentan Lichtjahre entfernt. Seit nunmehr acht Spielen in Folge in der Championship (Englands zweiter Liga) findet David Bates nicht einmal mehr einen Platz im Kader der "Eulen" von Sheffield WednesdayIm September verletzte sich Bates an der Hüfte, schaffte danach nicht mehr den Anschluss an das Team. Die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr nach Hamburg liegt momentan bei annähernd null. 


Viel höher ist sie auch in der Personalie Berkay Özcan nicht. Der hatte bei seiner Leih-Station Basaksehir anfänglich einen schweren Stand, der einer Anfang September zugezogenen Knöchelverletzung geschuldet war. Jetzt hat sich der Türke von der Blessur erholt und konnte zuletzt sein Einsatzzeiten-Kontingent dramatisch erhöhen. Beim Sieg in der Europa League beim Wolfsberger AC (3:0) durfte der Mittelfeldspieler schon über 80 Minuten mitwirken. Und auch in der Liga hat er seine Präsenz multipliziert: gegen Alanyaspor, Anfang November, stand Özcan schon 30 Minuten auf dem Platz (nach zuvor nur einer Minute Spielzeit in den vorangegangenen sechs Spielen!). 


Letzte Woche verdoppelte er schließlich diese Spanne und half während seiner 63 Minuten, den knappen 2:1-Heimsieg gegen Ankaragücü einzufahren. Auch hier stehen die Zeichen für den kommenden Sommer wohl auf endgültigem Abschied aus Hamburg. 


Opoku macht Werbung für sich selbst


Ganz im Gegensatz zu ​Aaron Opoku (Foto oben). Der in die dritte Liga an Hansa Rostock verliehene Offensiv-Allrounder kommt auf der Kogge immer besser in Fahrt. Von insgesamt 15 Spielen verpasste Opoku verletzungsbedingt nur deren zwei. In den restlichen dreizehn Partien konnte er dreimal selber treffen und drei weitere Tore vorbereiten. Eine starke Quote. 


Auf ihn werden sie beim HSV weiterhin ein Auge haben. Und auch der Spieler selbst hat schon des Öfteren verlauten lassen, seine Zukunft in Hamburg und beim HSV zu sehen. Mit Leistungen wie zuletzt kommt er diesem Vorhaben immer näher.