​​Zinédine Zidane war, ist und wird immer eine Legende des Fußballs bleiben. Der jetzige Real-Coach hat sich nicht damit begnügt, als Aktiver eine brillante Karriere als einer der besten Spieler aller Zeiten hinzulegen, sondern hat auch als Trainer Geschichte geschrieben, indem er dreimal in Folge die Champions League gewann. Sein Wirken musste einfach in einem Buch anerkannt werden - was der französische Journalist Frédéric Hermel jetzt getan hat.


Seit dreißig Jahren übt der Journalist seinen Beruf aus. Seit langem in Spanien wohnhaft, hat Hermel für große Publikationen geschrieben und ist Mitarbeiter bei Real Madrid Televisión. 

Schon immer hat er seine Sympathie und Nähe zum Weißen Klub gezeigt, vor allem seit Zidane seine dortige Etappe begann. In einem ​Exklusiv-Interview mit unseren Kollegen von 90min in Frankreich enthüllt der Journalist die Gründe, weshalb Zidane die Verpflichtung von Donny van de Beek bremste, die Situation um Paul Pogba und andere Themen. 


Nicht alles getan, um Pogba zu holen


Die vergangene Transferperiode war eine der aktivsten in den Büros des Santiago Bernabéu in den letzten Jahren. Der historische Ausgabenrekord wurde mit mehr als 300 Millionen Euro übertroffen, und das obwohl die Verpflichtung von Pogba, Wunschspieler von Zidane, am Ende nicht konkretisiert werden konnte. 


Diesbezüglich glaubt Hermel, dass nicht alles dafür getan wurde: "Ich gebe hier meine Meinung kund. Ich glaube, der Verein hat nicht alles dafür getan, um Pogba zu holen, weil sie glaubten, dass sie am Ende der Transferperiode Neymar holen konnten. Natürlich ist Pogba nicht gekommen, aber Zidane bekam alle Spieler, die er haben wollte. Er wollte Jovic, Hazard und Mendy - und hat sie alle bekommen", versichert der Journalist. 


Befragt zu den Personalien Christian Eriksen und - vor allem - Donny van de Beek, deren Transfers kurz vor dem Abschluss standen, aber letztlich von Zidane abgelehnt wurden, verteidigt Hermel das Vorgehen seines Landsmannes. "Zidane glaubt, dass, wenn er Pogba nicht bekommen kann, es besser sei, einen sehr guten Federico Valverde zu fördern, als einen van den Beek zu haben, der sich erst orientieren und anpassen muss. Und zu Eriksen: weder Zidane noch der Klub wollten ihn. Valverde, das werdet ihr noch sehen, ist sehr gut", verteidigt Hermel den Uruguayer. 


"Und so ist das Mittelfeld sicherlich ein wenig dünn besetzt mit Casemiro, Valverde und Kroos als Stammspieler, sowie Modric, der aushelfen kann. Deshalb wollte Zidane, dass Pogba zentrales Element seines Projektes wird. Jetzt muss er ohne ihn auskommen. Ein Trainer muss halt mit der Anzahl an Spielern auskommen, die er zur Verfügung hat", analysiert der Franzose. 


"Ceballos ist ein Özil!"


Seinerzeit wurde die Entscheidung des Real-Trainers, nicht auf Ceballos zu bauen und seine Ausleihe voranzutreiben, kritisiert. Zumal nach der guten U21-Europameisterschaft des Spaniers. Für Hermel ist Ceballos jedoch kein Spieler für Real Madrid. "Was Ceballos anbetrifft, ist er kein Spieler für Real Madrid. Er ist ein Özil. Ein sehr guter Spieler, für einen Klub der nicht gewinnen muss. Llorente wiederum wollte spielen, und wusste, dass er nicht genügend Minuten bekommen würde. Deshalb ist er gegangen. Zidane zieht ihm Valverde vor, der ein geborener Wettkämpfer ist. Ein Mitglied des Staffs hat es mir vor zwei Jahren gesagt, als ihn keiner kannte. Das ist beileibe kein Zufall."


Auch wenn nicht alle von Zidanes Wünschen erfüllt werden konnten, war die Transferperiode zufriedenstellend. "Paul Pogba, der die zentrale Figur hätte werden sollen, ist erstmal aus dem Fokus verschwunden. Das hat jedoch erst ermöglicht, dass Valverde seinen Durchbruch schaffte, was wiederum Kroos von seinen defensiven Aufgaben entlastet. Deshalb ist dieser viel entscheidender", urteilt Hermel. 


Was die Wintertransfer-Periode anbelangt, zeigt sich Hermel nicht besonders optimistisch bezüglich der Optionen, Pogba unter Vertrag zu nehmen, wobei er es auch nicht völlig ausschließt. "Man weiß nie. Den großen Klubs widerstrebt es meistens, sich im Winter zu verstärken, aber alles ist möglich. Zwar nicht für 150 Millionen, aber wenn Pogba einen Schritt auf sie zu macht...Und dann hängt es immer noch von den Resultaten ab. Wenn die Mannschaft um den 20. Januar nicht gut läuft, ist ein Kommen von Pogba möglich. Aber wenn die Mannschaft funktioniert, dann nicht. Zidane ist mit dem Personal zufrieden. Es ist das, was er wollte."