​Viele Beobachter von Fortuna Düsseldorf haben vor dem Saison-Start geunkt und einen Einbruch erwartet. Immerhin waren mit Benito Raman und Dodi Lukebakio zwei schmerzliche Abgänge in der Offensive zu verkraften. Das Duo hatte im letzten Jahr mit jeweils zehn Treffern einen wesentlichen Anteil am Klassenerhalt der Rheinländer. Doch Rouwen Hennings lässt beide momentan vergessen. 


Zur Zeit befindet sich der 32-jährige Stürmer wohl in dem, was man gemeinhin "Form des Lebens" nennt. Angesichts des nicht mehr ganz jungen Alters des Angreifers sicherlich nicht zu früh. 


Kein Fortune hatte nach elf Spieltagen mehr Tore auf dem Konto!


Eine vorübergehende Bestmarke hat er schon erreicht: kein Fortuna-Spieler hat jemals nach elf Spieltagen öfter getroffen als der gebürtige Bad Oldesloher (bei Hamburg).  Nach seinem Dreier-Pack auf Schalke (3:3) liegt Hennings nunmehr bei starken neun Liga-Treffern aus elf Partien. Dazu kommen noch zwei Tore aus zwei Runden im DFB-Pokal.  


Ihm am nächsten kommen in der Fortuna-Historie Namen wie Klaus Budde (1972/73), Rainer Geye (1974/75) und - Klaus Allofs (1979/80). Dieses Trio stand nach derselben Anzahl an Liga-Spielen bei acht Treffern. Klaus Allofs ist auch der einzige, der überhaupt die Torjäger-Kanone als Fortuna-Spieler gewinnen konnte. In der Saison 1978/79 reichten ihm dafür 22 Treffer. 


Hennings auf Allofs Spuren


Eine Quote, die für Hennings durchaus machbar erscheint. Zumal ihm das Toreschießen momentan so leicht von der Hand geht, wie selten zuvor. 

"Wahnsinn! Rouwen ist ein Phänomen", attestiert sein Mannschaftskollege Andre Hoffmann im kicker. "Aber eigentlich wundert mich das nicht. Im Training macht er jeden rein, schon beim Aufwärmen. Warum also dann nicht auch in den Spielen?" Was Hennings zur Zeit auszeichnet, ist seine beeindruckende Effizienz.  Er braucht nicht viele Chancen, um ein Tor zu machen. Bei den Knappen hatte seine Fortuna insgesamt vier Torchancen. Hennings wandelte drei von ihnen in Zählbares um. 


Grund genug für seinen Trainer, ihn besonders hervorzuheben: "Rouwen trifft zurzeit, wie er will. Und das mit traumwandlerischer Sicherheit", sagte Friedhelm Funkel nach dem Spiel in der Veltins-Arena. "Er strotz vor Selbstvertrauen. Das hängt damit zusammen, dass er vom ersten Trainingstag an verletzungsfrei geblieben ist und jede Einheit mitgemacht hat", erklärt der Fortuna-Coach die Gründe für das Formhoch seines Angreifers. 


Doch Hennings lebt natürlich, wie jeder Stürmer, auch von der Gesamtperformance des ganzen Teams. Wie auch beim 3:3 in Gelsenkirchen. "Auf Schalke waren wir ein Team, jeder war für den anderen da", konstatierte ein zufriedener Matthias Zimmermann. "Wenn wir so weitermachen, bleiben wir in der Bundesliga." Und wenn Hennings weiterhin so trifft.