​Die Führung des ​1. FSV Mainz 05 hat am Sonntag auf die anhaltende sportliche Krise reagiert und ​das Arbeitsverhältnis mit ihrem Cheftrainer Sandro Schwarz vorzeitig beendet. Die Gründe für die Trennung sollen dabei nicht ausschließlich die zuletzt alles andere als zufriedenstellenden Ergebnisse gewesen sein. Heißester Kandidat für die Nachfolge soll aktuelle Heiko Herrlich sein.


Im Sommer 2017 hatte Schwarz beim der 1. Mannschaft des FSV das Ruder übernommen. Zuvor hatte sich der heute 41-Jährige durch gute Arbeit in der U19 und der zweiten Mannschaft der Domstädter empfohlen und dabei vor allem durch seine Akribie und Emotionalität zu überzeugen gewusst. 


Stimmung drohte endgültig zu kippen


Von den Anhängern der Mainzer wurde Schwarz seit jeher recht kritisch beäugt, was nicht zuletzt daran lag, dass er einst mit der Reserve in die Regionalliga abgestiegen war. Darüberhinaus vermissten einige Fans detaillierte Analysen der Spiele und regten sich über die mantraartigen Antworten des Übungsleiters auf. Nach der 2:3-Pleite am Wochenende wurden diese Unmutsäußerungen noch einmal ein gutes Stück lauter und erntete Schwarz ein gehöriges Pfeifkonzert.


Sportvorstand Rouven Schröder, der sich zuvor ​imm​er wieder vor seinen Coach gestellt hatte, gewann den Eindruck, dass die Stimmung beim sonst so heiteren Karnevalsverein endgültig ins Negative abzudriften drohte und zog die Reißleine. "Es tut weh. Wir haben viele Stürme gemeinsam überstanden. Aber jetzt war eine negative Stimmung entstanden, die man nicht mehr abfedern kann", wird der 44-Jährige von der BILD zitiert.


Schwarz hatte keinen Plan B zur Hand


Die bisherige Saison der Mainzer liest sich wie eine Horrorgeschichte. Neun Punkte nach elf Spielen und bereits acht Saisonniederlagen, darunter Klatschen wie das 1:6 gegen die Bayern und das 0:8 gegen Leipzig machten zuletzt wenig Hoffnung. Spätestens nach dem Debakel gegen die Sachsen hatten die Fans auf eine tiefgreifende Veränderung in der taktischen Herangehensweise gehofft. Schwarz veränderte sowohl taktisch als auch personell aber nur wenig und wurde von seinen Spielern erneut im Stich gelassen.


Obwohl Schwarz so ein Grundgerüst aus Stammspielern formen konnte, war er insbesondere in dieser Saison nicht in der Lage, ein schlagkräftiges Team auf den Rasen zu schicken. Nicht wenige Experten vermissen im Kader der Mainzer den ein oder anderern Führungsspieler, gerne auch mit etwas mehr Erfahrung. In dieser Hinsicht muss sich aber auch Schröder der Kritik stellen.


Externe Lösung favorisiert - Herrlich im Fokus


Um in die angestaubten Mechanismen bei den Mainzern wieder Bewegung zu bringen, stellte Schröder laut dem kicker bereits klar, dass man sich bei der Trainersuche dieses Mal nach einer externen Lösung umschaut: "Mainz hat viele Trainer hier ausgebildet, diesmal werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Trainer verpflichten, der mit Mainz 05 intern bisher nicht zu tun hatte." Bis dahin übernimmt Assistent Jan-Moritz Lichte interimsweise das Training.


Nach Informationen des kicker sollen die Mainzer bereits eine Wunschlösung für die Schwarz-Nachfolge ausgemacht haben. Dabei soll es sich mit ​Heiko Herrlich um einen noch verhältnismäßig jungen Trainer handeln, der aber bereits Erfahrungen in der Bundesliga sammeln konnte. Bis zum Dezember 2018 hatte der 47-Jährige den Spitzenklub Bayer 04 Leverkusen trainiert und ist seither wieder zu haben. Der FSV könnte für Herrlich nun eine erneute Chance bedeuten, nach seiner erfolgreichen Spielerkarriere auch als Coach in der Bundesliga Fuß zu fassen.