Noch am Dienstagabend ließ ​Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke das Gefühl nicht los, dass die Mannschaft für das Auswärtsspiel bei Bayern München gerüstet sei. Nach dem Schlusspfiff in der Allianz Arena aber waren alle Beteiligten mächtig bedient. Zur Tagesordnung will man vorerst nicht übergehen.


Vom viel geforderten "Männerfußball" war wenig zu sehen, ​spätestens mit dem Führungstor der Bayern durch Robert Lewandowski (17.) stellten sich die Spieler von Borussia Dortmund auf eine weitere, herbe Pleite in der bayrischen Landeshauptstadt ein. Stand es zur Pause nur 1:0 aus Münchner Sicht, so stieg der Spielstand bis zum Schlusspfiff von Schiedsrichter Felix Zwayer auf 4:0. 


Körpersprache, Bereitschaft, Mut, Gier - all dies ließen die elf schwarz-gelben Akteure auf dem Platz vermissen und lieferten eine "Nicht-Leistung" ab, ​wie Sportdirektor Michael Zorc nach Schlusspfiff schimpfte. Ob ein Sieg in München oder die Jagd auf die Meisterschaft - was immer sich der BVB vornimmt, es vermag in den letzten Jahren - abgesehen vom Pokalgewinn 2017 - nicht zu gelingen. 


Watzke kündigt Analyse an


Auf gute Leistungen wie gegen Leverkusen, Barcelona, Wolfsburg oder Inter Mailand folgen immer wieder schwache Partien. Es ist ein Mangel an Konstanz, der die Probleme dieser Saison regelmäßig aufdeckt. Nun spüren die Verantwortlichen offenbar, dass es Zeit wird, die Hintergründe aufzudecken. "Jegliche Kritik, die jetzt auf uns einprasselt, ist berechtigt", sagte Hans-Joachim Watzke auf Anfrage der WAZ und kündigte für die kommende Woche eine grundlegende Analyse an: "Ich werde mich in der kommenden Woche im Rahmen unserer Runde mit der sportlichen Leitung zusammensetzen. Wir werden den Ist-Zustand genau analysieren."


Hummels: "Sind keine Top-Truppe"


Die sportliche Leitung umfasst neben Watzke und Zorc auch Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl sowie Matthias Sammer, der als externer Berater zur Verfügung steht. Das Quartett wird sich unangenehme Fragen stellen müssen, auf die es klare Antworten braucht. Denn dass der Kader voll technisch hoch veranlagter und talentierter Spieler nur so strotzt, liegt auf der Hand. Doch bei zu vielen Akteuren mangelt es an der Bereitschaft, sich in dreckige Zweikämpfe zu werfen und unangenehm zu spielen. 

Mats Hummels

Mats Hummels erlebte eine blamable Rückkehr nach München. Nach dem Schlusspfiff fand er klare Worte für die Dortmunder Leistung.


Nur Schönwetterfußball reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein. Es sind die schwierigen, unangenehmen Spiele, die den Unterschied machen - und wie auch Abwehrchef Mats Hummels konstatieren musste, ist der BVB deshalb noch weit davon entfernt, eine Spitzenmannschaft zu sein (zitiert via Sportbuzzer): "Es ist ein Zeichen für uns, dass wir selber keine Top-Truppe sind. Wir können eine sein an unseren guten Tagen. Aber eine absolute Top-Mannschaft ist das auch an den schlechten Tagen. Das schaffen wir eben bisher vor allem auswärts zu selten abzurufen."