Für den FC Bayern war ​Borussia Dortmund schon immer ein netter Krisenhelfer. Am Samstagabend hätte allerdings nicht mehr viel dazu gefehlt, dass die Gäste aus Westfalen den Bayern auch noch den Hintern abwischen. Als BVB-Fan ist das schon harter Tobak. Es sei denn, man ist Sky-Kunde.


Für den BVB gab es in letzter Zeit in München bekanntlich ja nicht viel zu holen. Bei dieser Auflage des "Deutschen Klassikers" hatte man als Dortmunder aber schon das Gefühl, dass da was gehen kann. So weit entfernt von Männerfussball waren die Bayern halt schon lange nicht mehr. Pünktlich mit den drei obligatorischen Minuten Verspätung saß ich also auf der Couch, klappte meinen Laptop auf und dachte: 'Geil, ich darf jetzt zwei Stunden in einer Welt leben, in der die Bayern vorgeführt werden.' Mittlerweile wissen wir, dass es nicht so kam. Stattdessen durfte ich die wunderbare Welt von Sky erleben - jetzt auch in UltraSuperLewandowskiHD im Q-Paket für nur 7999,99 Euro.


Im Wissen, dass ebendieser Lewandowski meinem Abend schon zum ersten Mal richtig in die Eier getreten hat - was ich zwischen den Zeilen in einem empörten Tweet an Sky (zugegeben: "empört" war der Tweet eigentlich nicht) lesen durfte - tippte ich hektisch Fehlercodes ein und ließ mir erklären, dass entweder mein Computer kaputt ist und ja nicht manuell versuchen soll, das hinzubiegen (Google) oder dass ich nur einer von wenigen Erlesenen bin, bei denen der Sky-Stream gerade leichte Probleme hat und mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet wird (Sky).


Sky-Utopia: Davies besser als Sancho, BVB spielt keinen Männerfussball 


Die Hochdruckengel von Sky brauchten dann auch nur ca. 60 Minuten Spielzeit, um mir einen ruckligen, immer wieder abstürzenden Stream zu präsentieren. Das zumindest würde ein Glas-Halbleer-Mensch denken. Man kann es auch so sehen, dass ich die Möglichkeit hatte, über eine Stunde lang die magische Welt von Sky zu erforschen. Auf meiner Reise durch dieses Nirvana (zugegeben: es waren die Twitter-Kommentare zum Hashtag Sky) stieß ich auf ungeahnte Dinge: Ein Alphonso Davies, der das Spiel seines Lebens macht, eine Dortmunder Mannschaft, die ja gar keinen Männerfussball spielt und einen Jadon Sancho, der aus Leistungsgründen nach ein paar Zeigerumdrehungen vom Platz genommen wird. Sowas gibt's nur bei Sky.


Als BVB-Fan, der gleichzeitig Nutzer von Sky-Streaming (also 'Go', 'Ticket' und einige weitere Angebote für nur 99,99 Euro - versprochen!) ist, hatte ich also einen eigentlich ganz amüsanten Samstagabend. Für die Packung in München hätte ich mir auch die Highlights der letzten drei Jahre anschauen können. Stattdessen durfte ich die Himmlischen Freuden bei Sky genießen, das 4:0 verpassen, weil mein Stream wieder abgestürzt ist und mir versichern lassen, dass mein liebster Bezahlsender mit Hochdruck und im Austausch mit den verärgerten Nutzern an einer Entschädigung arbeitet, die sich dann entweder in einem Rabatt von zehn Euro bei der Verlängerung des Abonnements (aber bitte das kleingedruckte Lesen) oder in einem Abendessen mit Uli Hoeneß im Münchener Käfer widerspiegelt. Beste Nacht ever, denke ich, der Glas-Halbvoll-Mensch, also.