​Die Fußballfans in Deutschland und England sind an diesem Wochenende zu beneiden. In beiden Ligen finden sogenannte Spitzen-Spiele statt. Doch während das "Battle of England" zwischen dem Tabellenführer FC Liverpool und seinem hartnäckigsten Verfolger Manchester City tatsächlich als "Spiel der Spiele" in der Premier League daherkommt, ist der deutsche "Klassiker" eher zum Papier-Tiger geworden. 



Buchmacher in England sehen deutsche Klubs hintenan


Inter-Wetten, bet365, Xtip und betano - vier Wettanbieter, bei denen man auf den Endsieger der diesjährigen Champions League wetten kann. Auf den ersten beiden Plätzen im Ranking aller vier: FC Liverpool und Manchester City. ​Bayern München rangiert da, noch hinter Paris St.Germain und dem FC Barcelona, an vierter Stelle. Von ​Borussia Dortmund ist schon fast keine Rede mehr. Den Buchmachern zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit eines schwarz-gelben Triumphes in der Königsklasse - im Schnitt - bei 1 zu 48, und somit nochmals um mehr als das Vierfache geringer als die Quote der Münchener (1 zu 9,75).


Jetzt sind Wettanbieter nicht zwangsläufig die Gralshüter der fußballerischen Wahrheit, aber als Indiz für die momentanen Kräfteverhältnisse in Europa taugen diese Einschätzungen allemal. 

Weitere statistische Daten unterfüttern dies. So summieren beide genannten englischen Top-Klubs erst zwei Niederlagen (beide für die Citizens) nach elf Liga-Spielen, gegenüber dreien zwischen BVB (1) und dem FC Bayern (2). Richtig deutlich werden die verlorenen Punkte aber in der Sparte "Unentschieden". 


Während sich die Skyblues und die Reds jeweils erst einmal remis von ihren Rivalen trennten, taten die Münchener (3) und Dortmunder (4) dies schon insgesamt sieben Mal.  

Auch die makellose Bilanz der Bayern in ihrer Champions League-Gruppe B vermag den Gesamteindruck nicht zu beschönigen: dafür ist diese Gruppe, bei allem Respekt, einfach zu schwach besetzt. Roter Stern Belgrad und Olympiakos Piräus verkörpern nicht mehr als europäische Zweitklassigkeit. Und der einzig renommierte Gegner (Tottenham Hotspur) zählt nicht wirklich zu den ganz Großen in Europa, Finaleinzug im letzten Champions League-Jahr hin oder her. 


Unabhängig von Zahlen - Gesamteindruck stimmt einfach (noch) nicht!


Doch eigentlich bedarf es kaum der Zahlen und Tabellen, um festzustellen, dass weder der FC Bayern München noch Borussia Dortmund zur Zeit wirkliche Großmächte in Europa darstellen. Viel zu schwankend verlief dafür die bisherige Saison der beiden, viel zu viele unbefriedigende Leistungen und Ergebnisse haben sie dafür eingefahren. 


Und so muss man bei einem ehrlichen Blick auf die Fakten eigentlich konstatieren: in England findet morgen (17.30 Uhr) ein echtes Spitzenspiel zwischen zwei Spitzenmannschaften statt. In Deutschland kommt es heute (18.30 Uhr) zum Spiel zwischen Bayern München und dem BVB. Nicht weniger. Aber leider auch nicht mehr.