Nach den jüngsten Entwicklungen beim ​FC Bayern München deutet vieles darauf hin, dass die Übergangslösung auf der Trainerbank auch nach dem Spitzenspiel gegen ​Borussia Dortmund Hansi Flick lauten wird. Trotz der ​Absage an Arsene Wenger ist José Mourinho offenbar keine Option, wie Spox berichtet.


Öffentlich äußerte sich 'The Special One' - anders als Wenger - in den vergangenen Tagen nicht zu den Gerüchten rund um den freien Trainerposten der Münchner Bayern, einzi​g im April brachte er sich beim Rekordmeister ins Spiel. Vor kurzem ließ jedoch ein angeblich enger Vertrauter Mourinhos verlauten, ​dass dieser in der Tat "sehr gerne" an die Isar wechseln würde: "Er verfolgt die Spiele seit geraumer Zeit sehr intensiv und hätte große Lust mit absoluten Fußballfachmännern wie Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß zukünftig zusammenzuarbeiten. Jose wäre bereit."


Die Spur zu Mourinho bleibt allerdings kalt. Wie Spox berichtet, würden seine eher defensive Spielweise sowie sein schwieriger Charakter gegen ihn sprechen. Ein Beispiel: ​Im verga​ngenen Sommer kritisierte er ​die Saisonvorbereitung und Transferpolitik von Manchester United vehement, zudem wurde ihm ein ​zerrüttetes Verhältnis zu Mittelfeldspieler Paul Pogba nachgesagt.


Wie Spox und Goal aus Mourinhos Umfeld in Erfahrung gebracht haben wollen, habe es noch keinen Kontakt zwischen beiden Parteien gegeben. Stattdessen könnte Hansi Flick auch nach der Länderspielpause als Cheftrainer des Rekordmeisters fungieren. Demnach genieße der 54-Jährige einen "exzellenten Ruf bei einem Großteil der Mannschaft". Die Verantwortlichen, so heißt es, würden keinen Sinn darin sehen, eine externe Übergangslösung bis Saisonende zu verpflichten, wenn man mit Flick bereits jemanden in den eigenen Reihen besitze, der die Mannschaft und den Verein gut kennt.


Gerücht aus Italien: Mourinho fordert langfristigen Vertrag


Demgegenüber behauptet der italienische Journalist Nicoló Schira, dass der FC Bayern bereits erste Gespräche mit Mourinho geführt haben soll. Der wiederum fordere einen Vertrag bis Sommer 2022, weshalb die Verantwortlichen angeblich bis zur Länderspielpause mit einer endgültigen Entscheidung warten wollen.

Da der exzentrische Portugiese innerhalb der deutschen Medienlandschaft aber nicht als  Kandidat auf den vakanten Posten gehandelt wird, ist diese Behauptung nur mit äußerster Vorsicht zu genießen. Denn wie auch tz, Sport1 und BILD am Donnerstag berichteten, habe Flick sein Schicksal selbst in der Hand und könnte die Entscheider mit einem ordentlichen Auftritt und einem positiven Resultat gegen den BVB von sich überzeugen. 


Darüber macht sich Flick jedoch keinerlei Gedanken. Für ihn sei das Spiel am Samstag "die Ziellinie", wie er am Freitag erklärte (zitiert via Sport Bild). "Da wollen wir durchgehen mit einem Sieg. [...] Alles andere interessiert mich nicht. Der Klub wird seine Entscheidung treffen. Alles andere kann ich nicht beeinflussen."


Kahn konkretisiert Anforderungsprofil


Ein weiterer Punkt, der gegen Mourinho spricht: Laut Oliver Kahn, der 2020 in den Vorstand rücken und Karl-Heinz Rummenigge ein Jahr später als Vorstandsvositzenden ablösen wird, ​müsse sich der Klub von "großen Namen" auf der Trainerbank lösen. Seiner Ansicht nach müssen folgende Fragen im Raum stehen: "Was ist der Fußball, für den Bayern stehen möchte? Und was ist ein Trainer, der dazu optimal passt?" 


Das Ziel müsse sein, "einen Trainer zu bekommen, der möglicherweise wieder eine Ära prägen kann. Und ich glaube, das ist etwas, was man jetzt nicht so einfach aus der Hüfte schießen kann. Das ist etwas, was man sich jetzt gut überlegen muss", so Kahn deutlich. Bezogen auf Mourinho würde dies bedeuten: Wenn er in den Augen der Klubführung nicht dem vorgeschriebenen Profil entspricht, ist nicht damit zu rechnen, dass er bald an der Säbener Straße vorgestellt wird.