​"Wir wissen nicht, ob es klappt oder nicht." - So lauteten die Worte von ​BVB-Trainer Lucien Favre auf der Pressekonferenz bezüglich eines Einsatzes seines angeschlagenen Kapitäns ​Marco Reus vor dem Klassiker am Samstagabend gegen den ​FC Bayern München. Doch ist Reus zur Zeit überhaupt der richtige Mann für die Zehner-Position der Schwarz-Gelben?

​Zuletzt musste der BVB im Pokal gegen Borussia Mönchengladbach und in der Champions League gegen Inter Mailand gänzlich auf seinen Spielführer Reus verzichten. Gegen VfL Wolfsburg wurde er bereits nach 28 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt. 

​Das Resultat ohne Reus kann sich dennoch sehen lassen. Beim ​2:1-Sieg gegen Gladbach und dem bärenstarken ​Comeback zum 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand in der Königsklasse bewies der BVB, wie gut man auch ohne den Nationalspieler auskommt. Die drei Siegtore im Spiel gegen die Wölfe fielen nach seiner Auswechslung.

​Brandt vor Reus? 


​In ​Julian Brandt ist der größte Profiteur des Reus-Ausfalls schnell gefunden. Mit seinen zwei Toren in der Schlussviertelstunde drehte der Ex-Leverkusen-Star die Partie gegen Mönchengladbach quasi im Alleingang. Sein 2:2-Ausgleichstreffer gegen Mailand aus spitzem Winkel war richtungsweisend für den Ausgang des Spiels. 


​Als Konkurrent zu Reus auf der Zehner-Position gelangen Brandt zuletzt fünf Torbeteiligungen. Mit jeweils über 70 Ballaktionen im Pokal sowie CL-Spiel hatte der 23-Jährige so viele wie noch nie zuvor in der laufenden Spielzeit. Die Torbeteiligungen von Reus fallen bis dato eher mager aus. Der gebürtige Dortmunder kann nur einen Assist im ersten Spiel gegen den FC Augsburg aufweisen.


Alternativpositionen für Reus?


​Fakt ist: Brandt ist on fire! Ihm gelingt auf der Position des Zehners momentan fast alles. Ein Tausch gegen Reus - sobald dieser wieder fit ist - wäre in Betracht des aktuellen Erfolgs nicht von Nöten. Stattdessen könnte Reus vor Brandt im Sturmzentrum wirbeln. Allerdings sind auch hier mit Paco Alcacer und Mario Götze namhafte Konkurrenten am Start. 

​Götze konnte zuletzt auch vom Ausfall seines Freundes profitieren. Bis Ende September stand er kein einziges Mal in der Startelf. Mittlerweile spielt er häufiger, bereitete gegen Inter ein Tor vor und konnte gegen Wolfsburg sogar nach Einwechslung für Reus den Schlusstreffer per Elfmeter markieren. 

​Auf dem Flügel als Alternative für den schnellen Jadon Sancho oder Thorgan Hazard wird der ehemalige Gladbacher wohl auch passen müssen. Sancho sowie Hazard können mit jeweils sechs Assists ganze fünf Vorlagen mehr aufweisen als Reus.


Reus nach seiner Verletzung auf der Bank?

​Bei einem anhaltenden Hoch Brandts, könnte es zu einer bitteren Talfahrt für Reus kommen. Der 30-jährige Routinier könnte sowohl auf der zentralen Zehner-Position, als auch im Offensivbund davor, den Kürzeren ziehen und vorerst auf der Bank Platz nehmen. Dafür ist Favres Musterschüler aber eigentlich viel zu gut - und zu wertvoll für den BVB. Wenn er denn endlich wieder in Fahrt kommt...


​​So könnten die Dortmunder gegen den FCB auflaufen.