Das Fieber steigt vor dem Klassiker zwischen dem ​FC Bayern und dem ​BVB am Samstagabend. Durch den Trainerwechsel beim Rekordmeister bekommt das Topspiel noch zusätzliche Brisanz. Hansi Flick äußerte sich auf der PK vor dem Duell - und trat erneut betont gelassen und sehr souverän auf. Für den Interimscoach zählt in der aktuellen Phase vor allem eine stabile Defensive. Sein Team dürfte er im Vergleich zum Champions-League-Sieg gegen Piräus nicht verändern.


"​Es hat uns gut getan, dass wir defensiv stabil gestanden sind. Wir waren aggressiv und aktiv gegen den Ball. Für mich ist erstmal wichtig, dass die Defensive steht, da liegt der Fokus drauf", eröffnete Flick die Pressekonferenz vor dem "Klassiker" gegen den BVB am Samstagabend.


Der Interimscoach betonte dabei, dass zwar im Offensivspiel noch viel Luft nach oben sei, eine stabile Defensive aber die Grundlage, die auch Vertrauen für das Spiel nach vorne schaffe. Genau daran habe es in den letzten Wochen gehapert, erklärte er. Herausstellen wollte Flick die Laufleistung seiner Spieler gegen Piräus. Joshua Kimmich sei über 13,5 Kilometer gerannt, Thomas Müller über 12,5 Kilometer.


Startelf bleibt wohl unverändert - Flick vertraut Davies


Welche Auswirkungen das auf die mögliche Startelf gegen den BVB habe? Flick wollte nicht all zu viel verraten, ließ aber tief blicken. "Ich habe gesagt, dass ich eine Mannschaft einspielen lassen will, gerade die Viererkette", so der FCB-Coach. Bei Alphonso Davies sei er sehr zuversichtlich, dass er auch die Aufgabe gegen die Borussia meistere. Der Kanadier habe "den Speed, um es mit Hakimi aufnehmen zu können".


Eine Veränderung wird es im Kader dabei in jedem Fall geben, Jerome Boateng fehlt gesperrt. "Lukas Mai wird für Jerome Boateng als weitere Alternative in den Kader rücken." Philippe Coutinho und Thiago müssen dagegen wieder mit einem Bankplatz rechnen. Wie er die beiden Stars bei Laune halten wolle? Gar nicht! "Es ist klar, dass Spieler, die nicht von Beginn an spielen, nicht zufrieden sind. Das zeigt auch deren Ehrgeiz", gab sich Flick gelassen. "Ich war auch immer sauer, wenn ich nicht gespielt habe oder spät eingewechselt wurde. Aber alle, die in unserem 18-Mann-Kader sind, können spielen. Alle wissen, dass die Situation nicht ganz einfach ist", so Flick weiter.


Weiter in die Karten schauen wollte er sich nicht lassen. Große Phantasie braucht man aber nicht zu haben, um zu sagen, die Mannschaft von Piräus wird auch die gegen Dortmund sein.


Flick blockt Fragen zu seiner Zukunft ab


Sollte der Rekordmeister gegen Dortmund einen guten Auftritt hinlegen, scheint es fast so, als plane man in München erstmal weiter mit Flick. Der bekräftigte aber erneut, dass ihn die Zukunft nicht interessiere und er sich voll und ganz auf das Topspiel am Samstag konzentrieren wolle. Alle Spekulationen um ein längerfristiges Engagement als Chefcoach blockte er ab.


Für einige Schmunzler bei den Pressevertretern sorgte der sichtlich entspannt wirkende Flick erneut. Angesprochen auf die Aussage von Lothar Matthäus, dass "der Hansi auch mal der Hans sein" könne, entgegnete er: "Ach, das ist Blödsinn. Lothar kennt mich, aber das hat nichts mit meinem Namen zu tun. Die Spieler können mich ruhig auch Hansi nennen."


Und auch zur Aussage von BVB-Sportdirektor Michael Zorc äußerte sich Flick launig. Zorc hatte von einer Horrorbilanz der Dortmunder in München gesprochen. Es brauche Männerfußball und Kerle auf dem Platz, um diesen Samstag etwas zu holen.


"Bundesliga ist ja eh Männerfußball, oder? Da spielen doch Männer", witzelte Flick. Um etwa 20.20 wird man am Samstagabend sehen, welches Team die "härteren Kerle" auf den Platz geschickt hat...