​Mit großer Spannung wird das Topspiel zwischen dem ​FC Bayern München und ​Borussia Dortmund erwartet. Am Samstagabend kreuzen die beiden Erzrivalen in der Allianz Arena die Klingen. Mit Blick auf die letzten Partien scheint der BVB aktuell leicht im Vorteil zu sein. Der klare 5:0-Erfolg des deutschen Rekordmeisters in der vergangenen Rückrunde zeigt allerdings auch, dass im "deutschen Klassiker" alles möglich ist und die aktuelle Form/Situation im Vorfeld eher eine untergeordnete Rolle spielt.


"Wir wissen immer bei diesen Duellen, worum es geht", betonte Bayern-Kapitän Manuel Neuer (via Welt). "Es ist natürlich immer ein Duell auf Augenhöhe, egal, wo wer in der Tabelle steht. Es ist der deutsche Klassiker und der hat auch seine eigenen Gesetze." Der Nationalkeeper trifft damit den Nagel auf den Kopf. Mit dem Duell der beiden Erzrivalen verhält es sich ähnlich wie bei einem Derby. Im Vorfeld können die Vorzeichen noch so unterschiedlich sein, in der Partie selbst scheint jedoch alles möglich zu sein. Favoritenrollen können getrost vergessen werden. Nicht selten entwickeln solche Partien eine Eigendynamik, die nicht vorherzusehen war.


Bestes Beispiel dafür ist das letzte Aufeinandertreffen in der Bundesliga. Am 28. Spieltag reiste der BVB als Tabellenführer in die bayrische Landeshauptstadt. Wer einen offenen Schlagabtausch und ein enges Duell erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Dortmund lieferte eine blutleere Vorstellung ab und ging beim Erzrivalen mit 0:5 unter. Der FC Bayern übernahm damit Platz eins, den er bis zum Saisonende verteidigte. ​BVB-Rückkehrer Mats Hummels erklärte jüngst bei DAZN, dass die Bayern in dieser Partie von Anfang an das Gefühl gehabt hätten, dass sie als Sieger vom Platz gehen werden.


BVB mit Selbstvertrauen

Aktuell sieht es danach aus, als hätte der BVB die etwas besseren Karten in der Hand. Die Schwarz-Gelben feierten zuletzt drei wichtige Siege und drehten dabei zweimal die Partie. Am Dienstagabend bezwang Dortmund Inter Mailand nach einem 0:2-Pausenrückstand dank einer ​starken zweiten Halbzeit mit 3:2. Fehlende Mentalität, ein großer Kritikpunkt der vergangenen Wochen, konnte der Favre-Elf in den letzten Partien wahrlich nicht vorgeworfen werden.


Die Bayern hingegen haben turbulente Tage hinter sich. Nach der​ Entlassung von Cheftrainer Niko Kovac sprang ​Co-Trainer Hans-Dieter Flick als Interimscoach ein. Das erste Pflichtspiel unter der Regie des 54-Jährigen am Mittwochabend (​2:0-Heimerfolg gegen Olympiakos Piräus) entschieden die Bayern zwar für sich, die erhoffte Leistungsexplosion blieb allerdings aus. Die Flick-Elf lieferte über weite Strecken eine enttäuschende Vorstellung ab und wird sich gewaltig steigern müssen, um den BVB Paroli bieten zu können.


"Jedes Spiel fängt bei 0:0 an"

"Jedes Spiel ist anders und fängt bei 0:0 an. Wir machen unser Ding", stellte Thomas Müller nach dem Champions-League-Gruppenspiel klar. Am Samstagabend werden für beide Klubs die Uhren "auf Null gestellt". Die Geschehnisse der letzten Tage bzw. die zuletzt gezeigten Leistungen rücken in den Hintergrund. Im Topspiel haben beide Mannschaften die Möglichkeit, sich einen großen Schub für die nächsten Wochen und das Meisterschaftsrennen zu verschaffen. Ein klares Ergebnis wie im Frühjahr darf wohl ausgeschlossen werden, auch wenn dieses Duell seine eigenen Gesetze hat und immer für Überraschungen gut ist.