Der ​VfB Stuttgart durchlief in den vergangenen Wochen viele Höhen und Tiefen. Mario Gomez war bei alledem nur ein stiller Beobachter und musste sich in der Stürmerhierarchie unter Coach Tim Walter unterordnen. Obwohl Sportdirektor Sven Mislintat wieder einmal viel lobende Worte für den Altstar fand, muss sich das einstige Aushängeschild der Schwaben auf einen schleichenden Abgang einstellen.​


​Mario Gomez kann ohne Frage auf eine sehr bewegte und zudem äußerst erfolgreiche Karriere zurückblicken. Neben drei Meistertiteln - einer davon mit dem VfB - sticht dabei vor allem seine Torbilanz in der Bundesliga ins Auge, belegt der 34-Jährige in der ewigen Torschützenliste doch mit stolzen 170 Treffern den 11. Platz und verweist dabei Legenden wie Karl-Heinz Rummenigge und Uwe Seeler auf die Plätze.


Leistungsprinzip gilt auch für Gomez


Nun könnte man es sich einfach machen und davon ausgehen, dass ein Angreifer mit solch einer treffsicheren Vita in der zweiten Liga aus dem Torjubel gar nicht mehr herauskommen sollte. Vergessen darf man dabei aber nicht, dass an jedem Spieler nun einmal der Zahn der Zeit nagt und sich Leistungen von damals nicht mehr in die knallharte Gegenwart übertragen lassen.


Wenn man dann wie im Falle von Gomez auch noch auf einen Trainer wie Tim Walter trifft, der vor großen Namen nicht zurückschreckt und der Coach zudem auf starke Alternativen zurückgreifen kann, sieht man schnell im wahrsten Sinne des Wortes alt aus. Auch ​Sportdirektor Sven Mislintat machte nun gegenüber dem kicker keinen Hehl daraus, dass es für Gomez schwierig sei "Argumente für sich zu sammeln, wenn die anderen gut spielen".


Gomez besticht durch menschliche Qualitäten


Wie zuvor bereits häufig Tim Walter, ließ es sich Mislintat trotz dieser nüchternen Ana​lyse nicht nehmen, auf die Bedeutung von Gomez hinzuweisen: "Mario hat Ehrgeiz. Und den brauchen wir auch". Die Causa Gomez müsse man daher ganzheitlich betrachten und erkennen, dass der Routinier aktuell zwei wichtige Funktionen erfülle: "Die eine ist Fußball zu spielen. Die andere ist, wie er innerhalb der Mannschaft agiert, sie führt und ihr hilft."

Zwar versicherte Mislintat dabei, dass Gomez in dieser Spielzeit auch noch auf dem Platz zu einem wichtigen Faktor werden könnte, unterm Strich erntete Gomez aber vor allem Lob für seine menschlichen Qualitäten. Dies dürfte er mit Sicherheit gerne hören, als Profisportler dürfte er es nichtsdestotrotz mit Sicherheit begrüßen, wenn er wieder häufiger in seiner Funktion als Torjäger gefragt wäre.


Startet Gomez noch in ein neues Abenteuer?


Gomez geht bislang auch nach Ansicht von Mislintat vorbildlich mit seiner neuen Rolle um und präsentiert sich als echter Teamplayer. Klar ist aber dennoch, dass sich der gebürtige Schwabe für diese Spielzeit viel mehr vorgenommen hatte. Nicht wenige Experten und Fans hatten eigentlich damit gerechnet, dass Gomez nach dieser Saison seine Fußballschuhe womöglich an den Nagel hängen würde.


Die Leistungsdaten von Gomez in der aktuellen Saison:

Spiele​​Einsatzminuten​ToreVorlagen​
​2. Bundesliga​7​312​1​-
​DFB-Pokal​1​74​-​-
​Insgesamt​8​386​1​-

Kommt der Altmeister auch in Zukunft nicht über gelegentliche Kurzeinsätze hinaus, könnte er sich womöglich doch noch für eine späte Luftveränderung begeistern lassen. Eine Verlängerung seines im kommenden Sommer auslaufenden Vertrages erscheint - Stand jetzt - so gut wie ausgeschlossen. Laut kicker-Informationen ist aber auch eine Trennung bereits in diesem Winter für alle Beteiligten keine echte Option, schließlich will Gomez - ob Stammspieler oder nicht - mit dem VfB am Ende der Saison den direkten Wiederaufstieg feiern.