Achraf Hakimi war wieder einmal der Mann der Stunde. Mit einem Doppelpack im zweiten Durchgang brillierte der Außenverteidiger bei der Aufholjagd der ​Dortmunder Borussia gegen Inter Mailand, aussichtsreicher machen solche Auftritte die Hoffnung auf eine feste Verpflichtung der Leihgabe von Real Madrid aber nicht. Eine Rückkehr in die spanische Landeshauptstadt könne er sich jedenfalls vorstellen, wie er gegenüber Cadena Ser verriet.


Fünf Tore hat der BVB in der laufenden ​Champions-League-Saison erzielt, viermal hieß der Torschütze Achraf Hakimi. Beim 2:0-Auswärtssieg gegen Slavia Prag Anfang Oktober erzielte er beide Tore, am Dienstagabend war er mit einem erneuten Doppelpack maßgeblich daran beteiligt, ​dass Dortmund einen 0:2-Pausenrückstand in einen 3:2-Erfolg gegen Inter Mailand ummünzte.


In der Defensive war Hakimi ob mangelnder Absicherung der Innenverteidiger am Führungstor der Gäste durch Lautaro Martinez in der 5. Minute beteiligt, vorne wiederum brachte er Milan Skriniar und Cristiano Biraghi immer wieder in Verlegenheit. Schon in Halbzeit eins schaffte es Hakimi, die letzte Abwehrreihe der Mailänder zu hinterlaufen, nach einigen schwachen Hereingaben versuchte er nach dem Seitenwechsel selbst sein Glück und erzielte so das Anschluss- sowie das Siegtor.


Favres Lob - Watzkes Hoffnung


"Er spürt die Situationen, das hat er heute sehr, sehr gut gemacht", schwärmte Lucien Favre auf der anschließenden Pressekonferenz (via ​n-tv). Im 45. Pflichtspiel für den BVB sammelte Hakimi seine Scorerpunkte 17 und 18, mit nun sechs Toren und zwei Vorlagen nimmt er in dieser Saison eine zentrale Rolle im Angriffsspiel ein.


Es sind diese Leistungen, die ihn aber auch zum Problem werden lassen. Eine Kaufoption ist im Leihvertrag nicht enthalten, der Preis dürfte kontinuierlich steigen. Hans-Joachim Watzke kündigte bereits bei der Jahreshauptversammlung im November 2018 an, sich um eine feste Verpflichtung im kommenden Sommer zu bemühen, vor einem Monat gab er sich laut Der Westen weiterhin optimistisch. "Real ist auf seinen Positionen sehr gut besetzt. Ich höre von ihm nicht, dass er sofort wieder in seine Heimatstadt will", so der 60-Jährige. "Mein Eindruck ist: Er fühlt sich in Dortmund wohl. Wir werden alles daran setzen, ihn weiter zu verpflichten. Wir würden ihn gerne behalten."

Achraf Hakimi

 Im Hinblick auf das nächste Jahr ist Achraf Hakimi die wichtigste Personalie neben Jadon Sancho.



Grundsätzlich hat Watzke bezogen auf die Besetzung der Außenverteidiger-Positionen recht, die Leistungen der einzelnen Akteure schwanken jedoch. Für die linke Abwehrseite sind Sommerneuzugang Ferland Mendy und Marcelo zuständig, rechts erhält Dani Carvajal den Vorzug vor Álvaro Odriozola. Mit vier Vorlagen ist Carvajal an den meisten Toren beteiligt, Marcelo und Odriozola bereiteten jeweils nur einen Treffer vor. Mendy kam derweil verletzungsbedingt erst in vier Pflichtspielen zum Einsatz. 


"Warum nicht?" Hakimi lässt alle Optionen offen


Da Hakimi auf beiden Seiten seine Stärken einbringt und Marcelo bereits in der vergangenen Saison wenig zu überzeugen wusste, dürften die Verantwortlichen ihren Leihspieler umso genauer im Auge behalten. Gegenüber dem spanischen Radiosender Cadena Ser schürte Hakimi nun erste Hoffnungen bei den Madridista (zitiert via AS): "Eine Rückkehr nach Madrid? Warum nicht? Madrid ist meine Heimat, ich bin dort aufgewachsen." Stand jetzt spiele er aber für Borussia Dortmund, seine volle Konzentration gelte daher den kommenden Monaten in Schwarz-Gelb. "Danach", so Hakimi, "werden wir weitersehen." 


Laut kicker besteht Real darauf, dass Hakimi fristgerecht zurückkehrt. Sollten die Dortmunder alles daran setzen wollen, ihren Leistungsträger langfristig unter Vertrag zu nehmen, müssten sich die Verantwortlichen dementsprechend auf zähe Verhandlungen einstellen - vorausgesetzt, die Ansprechpartner wären überhaupt gesprächsbereit. Und selbst, wenn ein Transfer von den Königlichen abgeblockt wird: es gar nicht erst zu versuchen, wäre ein Fehler.