​​Hannover 96 hat sich nach einem bisher enttäuschenden Saisonverlauf von Mirko Slomka getrennt. Einen Nachfolger konnten die Niedersachsen noch nicht präsentieren; der Kreis der Kandidaten ist offenbar allerdings auf einige wenige geschrumpft.


Die Wiedervereinigung von Mirko Slomka und Hannover 96 war eine nette Idee, mehr aber auch nicht. Das ergibt sich aus der Bilanz der bisherigen Saison. Nur Platz 13 nach zwölf Spieltagen, dazu eine lahmende Offensive; in Hannover hätte man sich das anders erwartet und erhofft. "Wir haben bei 96 eine Spielphilosophie definiert, die vorsieht, dass wir attraktiven und offensiven Fußball bieten wollen", erklärte Geschäftsführer Martin Kind ​im vereinseigenen Interview.


Dieses Profil soll der neue Trainer entsprechen. Laut Martin Kind habe Hannover dazu den Markt sondiert und auch Trainer, die andernorts unter Vertrag stehen, in die Suche einbezogen. "Wenn wir die Trainer identifiziert haben, beginnen die Sondierungsgespräche, in denen es zunächst zu klären gilt, ob die Trainer zu 96 wollen und ob man von den sportlichen und wirtschaftlichen Vorstellungen überhaupt zusammenkommt. Am Ende dieses Prozesses reduziert sich das auf drei bis fünf Trainer, mit denen dann persönliche Gespräche geführt werden. Genau an diesem Punkt sind wir gerade", so Kind.


Alex Frei passt in Kinds Profil


Medial werden diverse Kandidaten bei den Niedersachsen ins Spiel gebracht. Heißester Kandidat soll der ehemalige Bundesliga-Profi Alex Frei sein, der aktuell die U18 des FC Basel betreut. Ins von Martin Kind ausgerufene Profil würde der Schweizer nahtlos passen: "Ich denke, wir sollten den Mut haben, eine zukunftsorientierte Entscheidung zu treffen, also einen hungrigen, frischen Trainer mit Perspektiven zu engagieren", sagte Kind. "Im Grunde ist das ähnlich wie bei Spielern: Auch bei erstklassigen Trainern gilt es, diese rechtzeitig zu entdecken. Ich erinnere mich noch an 2014, als die TSG Hoffenheim in der HDI Arena das A-Juniorenfinale gegen unsere Nachwuchself mit 5:0 gewonnen hat. Trainer der Hoffenheimer war damals Julian Nagelsmann, dessen Name kaum einer kannte. Heute ist er einer der begehrtesten Trainer auf dem Markt."


Immer mehr Finger dürften nun auf Alex Frei weisen, der genau der hungrige, frische Trainer zu sein scheint, den Martin Kind anspricht. Über die Entlassung von Mirko Slomka sagte Kind derweil: "Ich habe Mirko Slomka einen persönlichen Brief geschrieben", sagte Hannovers Geschäftsführer. "Es ist doch klar, dass es bei einer Freistellung oder Kündigung nichts bringt, noch lange zu argumentieren oder zu diskutieren, denn die Enttäuschung beim Betroffenen ist – absolut verständlich - sowieso groß."