Der BVB hat einen riesigen Schritt in der Champions League in Richtung Achtelfinale gemacht. Die Borussia drehte gegen Inter Mailand einen 2:0-Halbzeitrückstand. Überragender Mann war Achraf Hakimi, der sowohl das 2:1, als auch das 3:1 erzielte.


Nach der 2:0-Niederlage in Mailand hatte sich der BVB im Rückspiel im Signal-Iduna-Park viel vorgenommen - auch ohne Kapitän Marco Reus, der mit Problemen am Sprunggelenk ausfiel. Die Elf von Lucien Favre spielte in den ersten fünf Minuten ein hohes Pressing und versuchte Inter früh unter Druck zu setzen; die Mannschaft wollte deutlich machen, dass sie auf Sieg spielt und auch das nötige Selbstverständnis hat. Länger als fünf Minuten hielt ebendieses aber nicht an: nach einem Befreiungsschlag Inters aus der Not heraus, verschätzte sich Manuel Akanji und rutschte unter dem Ball weg. Der schnelle Lautaro Martinez nutzte die Gelegenheit, stach Mats Hummels im Laufduell aus und vollstreckte nach tollem Solo zum 1:0.


Ein Nackenschlag für den BVB. Die Borussia wollte sich von dem Gegentreffer nicht entmutigen lassen und konnte offensiv einige Akzente setzen, jedoch ohne zwingend zu werden. Schwer tat sich der BVB indes in Zweikämpfen. Einem solchen wich der Bundesligist im Kollektiv aus, als Marcelo Brozovic nach 40 Minuten durchs Mittelfeld pflügte. Von Brozovic ging der Ball zu Lautaro, der die Übersicht behielt und auf der rechten Seite mit einem Flankenwechsel Candreva erreichte. Inters Außenverteidiger bediente den eingelaufenen Vecino mustergültig, der eiskalt zum 2:0 vollstreckte. 


Einfach formuliert: Das Tempo von Inter Mailand konnte der BVB schlichtweg nicht mitgehen. Die eigenen Angriffe wirkten zwar bemüht, aber ohne Durchschlagkraft. Jadon Sancho hatte noch die beste Gelegenheit für die Gastgeber, scheiterte aus sieben Metern nach Hereingabe von Nico Schulz aber am gut reagierenden Handanovic. Mit dem schweren Rucksack eines 2:0-Rückstandes ging der BVB in die Pause.


Hakimi überragt - BVB dreht Rückstand


Diesen Rucksack wurde der BVB allerdings los - und wie! Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel kombinierte - endlich - der BVB durch Inters Defensive: Über Brandt und Hummels wanderte der Ball zu Götze, der klug auf Hakimi zurücklegte und der Marokkaner die Vorlage zum Anschlusstreffer ummünzen konnte. Berauscht durch den Anschlusstreffer drehte der BVB auf und lief Angriff um Angriff. Die Belohnung gegen sichtbar verunsicherte Mailänder folgte gut 15 Minuten später. Nach einem schlampigen Einwurf von Inter hatte Julian Brandt die Kugel plötzlich am Fuß, drang von Linksaußen in den Strafraum ein und blieb vor Handanovic eiskalt - 2:2! 


Der BVB behielt auch nach dem Ausgleich die Kontrolle über das Spiel, wusste aber auch darum, dass ein Unentschieden nicht genug ist. Und sie schlugen erneut zu! Wieder war es Achraf Hakimi, der aufdrehte, einen starken Doppelpass mit Jadon Sancho spielte und in Stürmer-Manier vor Handanovic vollstreckte. Und plötzlich führte die Borussia in einem wahnsinnigen Spiel! Der BVB profitierte allerdings auch davon, dass der eingewechselte Politano nach einem üblen (nicht absichtlichen) Tritt von Nico Schulz nur noch humpeln konnte, Inter allerdings nicht mehr wechseln durfte und damit praktisch in Unterzahl war. Dem BVB darf es egal sein; die Borussia erwehrte sich nach dem 3:2 dem Druck der Mailänder und verpasste in der vierten Minute der Nachspielzeit sogar noch das 4:2 durch Alcacer. Nichtsdestotrotz: Absolute Big Points für den BVB und eine unfassbare Mentalitätsleistung, die der ganzen Mannschaft einen Push geben dürfte.