Einen Tag nach der 1:3-Niederlage beim ​VfL Bochum haben die Verantwortlichen des ​1. FC Nürnberg auf die sportliche Talfahrt der letzten Wochen reagiert und ​Cheftrainer Damir Canadi entlassen. Damit ging für den 49-jährigen Österreicher das Kapitel im Frankenland nach nur rund vier Monaten zu Ende. Als Top-Kandidat für den Trainerposten beim Absteiger wird in den Medien Markus Anfang gehandelt.


Vier Ligaspiele ohne Sieg, dazu das bittere Aus im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern - die Entlassung von Canadi hatte sich in den letzten Wochen bereits abgezeichnet. Als Interimstrainer springt Marek Mintal ein. Zur Dauerlösung soll der U23-Coach allerdings nicht werden, stellte Sportvorstand Robert Palikuca gegenüber der Bild-Zeitung klar. 


"Marek ist solange unser Trainer, bis ein neuer Trainer gefunden ist. Das kann noch einen Tag oder drei Wochen dauern. Wir werden uns ausreichend Zeit nehmen", erklärte der 41-Jährige. "Die Trainer-Frage ist für den Verein eine sehr wichtige, weil er den Weg des FCN entscheidend mitprägt. Der neue Trainer muss einfach zum Club passen." Der neue Mann an der Seitenlinie müsse zudem ausreichend "Zweitliga-Erfahrung" mitbringen. 

Dem Boulevardblatt zufolge steht bei den Franken Anfang ganz oben auf dem Zettel. Der 45-jährige Übungsleiter kann mit Holstein Kiel und dem 1. FC Köln zwei Stationen im deutschen Fußball-Unterhaus vorweisen. Auch wenn der gebürtige Kölner beim FC Ende April vorzeitig entlassen wurde und seither vereinslos ist, sprechen seine sportlichen Erfolge (Relegation mit Kiel und Aufstiegskurs mit Köln) für sich. Palikuca und Anfang, der kürzlich ​ein Engagement bei Hannover 96 ausgeschlossen hat, kennen sich zudem aus ihrer gemeinsamen aktiven Zeit bei ​Fortuna Düsseldorf


Bierofka ein Kandidat?


Laut Informationen von Sport1 soll auch Daniel Bierofka ein heißer Kandidat sein. Der ehemalige Profi ist am Dienstag beim TSV 1860 München zurückgetreten. Aller betonte Sportvorstand Robert Palikuca, eigentlich einen Trainer mit viel Zweitliga-Erfahrung verpflichten zu wollen.


Sondiert man den Trainermarkt, gibt es noch einige Kandidaten, die für den FCN infrage kommen könnten: 


Hannes Wolf

Der 38-Jährige feierte als Jugendcoach bei ​Borussia Dortmund große Erfolge und führte den ​VfB Stuttgart in der Saison 2016/17 zurück in die Bundesliga. Sein letztes Engagement beim ​Hamburger SV konnte Wolf allerdings nicht mit dem Aufstieg krönen, weshalb er seine Koffer packen musste. Seit Anfang Juli ist der gebürtige Bochumer vereinslos. 


Markus Kauczinski

15 Jahre lang stand Kauczinski beim ​Karlsruher SC an der Seitenlinie. Der 49-Jährige trainierte diverse Jugendmannschaften, die U23 und zuletzt über vier Jahre lang die Profis, ehe sich die Wege im Sommer 2016 trennten. FC Ingolstadt und ​FC St. Pauli, wo Kauczinski im April entlassen wurde, heißen die weiteren Stationen des gebürtigen Gelsenkircheners. 


Jens Keller

Das letzte Engagement von Keller bei einem Zweitligisten (FC Ingolstadt, Entlassung nach fünf Monaten) war zwar nicht von Erfolg gekrönt, beim ​1. FC Union Berlin hat der 48-Jährige zuvor jedoch durchaus gezeigt, dass er erfolgreich in der 2. Bundesliga arbeiten kann. Beim VfB Stuttgart und dem ​FC Schalke 04 konnte Keller zudem auch Erfahrungen in der Bundesliga sammeln.


Tomas Oral

In der letzten Saison konnte Oral den Abstieg des FC Ingolstadt in die dritte Liga zwar nicht verhindern (Relegation gegen Wehen Wiesbaden), der Interimstrainer konnte nach neun Spielen jedoch einen Schnitt von 2,21 Punkten pro Partie vorweisen. Zuvor war der 46-Jährige unter anderem beim Karlsruher SC und dem FSV Frankfurt tätig.